Startseite Zurück zur Kontinentauswahl Kleines Land - Ganz gross Der Schmetterling der Französischen Antillen Land der unbegrenzten Möglichkeiten
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Kurze Landesinformationen Ausführliche Beschreibungen von: Vulkan Arenal + Fortuna, Vulkane Poás + Irazú, Vulkan Rincon de la Vieja, Monteverde + Santa Elena, Nationalpark Manuel Antonio, Nationalpark Cano Negro, Nationalpark Tortuguero, Corcovado + Osa-Halbinsel, Nationalpark Cahuita, Wasserfälle, Kleine Sehenswürdigkeiten Genaue Reiseberichte Einreise, Adressen, Gesundheit, Sicherheit, Feiertage, Hinweise Bildgalerie mit zahlreichen Fotos

Kleines Land - Ganz gross


Pura Vida in der Schweiz Mittelamerikas
(16.09.2006 - 08.10.2006)


2. Teil 2. Teil

1. Teil

Planung:
Seit wir vor Jahren mal einen Bericht im Fernsehen über die Ursprünglichkeit von Costa Ricas Regenwäldern gesehen haben, stand das Land auf unserer Wunschliste der zu besuchenden Länder ziemlich weit oben. Zudem erhofften wir uns dort die Begegnung mit Faultieren und Schlangen. Im Herbst 2006 sollte es dann endlich für 3 Wochen soweit sein und bereits im Dezember 2005 buchten wir im Internet die Flüge bei Delta Airlines via Atlanta. Im Februar bekam ich dann einen Bescheid, dass sich die Flugpläne leicht verändert hatten und wir somit eine Nacht in Atlanta bleiben mussten - natürlich auf Kosten der Fluggesellschaft - und der Rückflug noch eine weitere Zwischenlandung in Paris vorsah. Da wir die in den 3 Wochen so viel wie möglich vom Land sehen wollten, entschieden wir uns gegen die öffentlichen Verkehrsmittel und buchten 2 Monate vor Abflug einen Mietwagen von Deutschland aus (Offroader bei MD-Tours). Dies hatte nicht nur den Vorteil, dass wir uns nicht erst vor Ort nach einem Wagen umsehen mussten, sondern vor allem den, dass es dabei eine echte Vollkaskoversicherung gab. Mietet man den Wagen nämlich erst in Costa Rica, dann ist man generell mit 20% an allen Schäden in Eigenleistung beteiligt. Mit im Reisegepäck war neben einem speziellen Schlangenstock auch zum ersten Mal mein GPS-Navigationsgerät GPSmap 60CSx von Garmin, mit dem ich sämtliche Straßen und Wanderrouten erfassen wollte.


1. Tag (Sa., 16.09.2006):
Normalerweise findet man sich ja 2-3 Stunden vor Abflug am Flughafen zum Check-In ein, aber auf Grund der neuen Sicherheitsbestimmungen wurde uns empfohlen 4-5 Stunden vorher da zu sein. Daher brachen wie bereits um 4 Uhr in der Früh in Münster auf und machten uns auf den Weg nach Frankfurt, wo wir 4,5 Stunden vor Abflug eintrafen. Der Schalter von Delta hatte zu unserem Erstaunen aber noch gar nicht geöffnet und tat dies auch erst 3,5 Stunden vor Abflug. War also mal wieder alles Quatsch mit dem früheren am Flughafen sein. Der eigentliche Check-In und die obligatorischen (sinnlosen) Fragestellungen waren wesentlich schneller erledigt als noch bei unserem Flug nach San Francisco 2004. Leider konnte mir Delta zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen, welches Hotel wir für unsere Übernachtung in Atlanta haben würden. Man sagt uns, dass wir uns direkt in Atlanta an das Personal von Delta wenden sollten. So warteten wir also auf der Aussichtsterrasse bei einer Flasche Sekt (Tina denkt einfach an alles *grins*) auf unseren Abflug. Die Sicherheitschecks auf dem Weg zum Gate verliefen zügig und auch die Mitnahme meiner Augentropfen zwecks Kontaktlinsen war schnell geklärt (ist ja auch laut Vorschriften von Delta Airlines in kleiner Menge gestattet).Flughafendekoration in Atlanta Pünktlich um 11:45 Uhr hob unser Flieger in Richtung Atlanta ab, wo wir schließlich nach 9 Stunden Flugzeit in leider etwas zu engen Sitzen - zumindest für meine 1,90 m - gegen 15 Uhr Ortszeit (6 Stunden Zeitverschiebung) landeten. Bei der Immigration gab es jedoch erst ein kleines Problem da wir ja den Hotelnamen noch nicht wussten und somit nicht auf dem Einreiseformular eintragen konnten. Nach kurzer Besprechung mit dem Beamten trugen wir einfach "Transit" ein und schon ging alles klar. Überhaupt verlief die Einreise schnell und unkompliziert (ich habe da ja schon ganz andere Geschichten vom Flughafen Miami gehört). Wegen unserem Hotelgutschein mussten wir nun allerdings ein wenig rumsuchen, bis wir schließlich einen Check-In-Schalter von Delta Airlines fanden, der diesen nach einigen Erklärungen ausstellen konnte (inkl. Dinner + Frühstücks-Gutscheinen über je 7 USD/Person). Wir bekamen ein Zimmer im "Hotel Comfort Inn Suites" (Airport North) zugewiesen, wohin wir mit einem Shuttle-Bus von der Busstation am Ende des Flughafens gefahren werden sollten. Bis wir die Station gefunden hatten verging auch wieder einige Zeit und der Bus liess ebenfalls noch auf sich warten, wodurch wir erst gegen 17:45 am Hotel ankamen. Hier war das Einchecken mit dem Gutschein aber erfreulicherweise sehr schnell erledigt und die Zimmer waren für die eine Nacht auch ganz in Ordnung. In der näheren Umgebung des Hotels gab es leider nicht viel zu entdecken und der Weg bis in die City von Atlanta war einfach zu weit. Deshalb begnügten wir uns mit einem Snack bei Arby's um die Ecke und später einem ausgiebigen Abendessen beim Mexikaner im Hotel. Schließlich mussten die Essensgutscheine ja aufgebraucht werden. Nach einem kurzen Absacker an der Bar ging es schließlich auch bereits um 21 Uhr für uns ab ins Bett.

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2. Tag (So., 17.09.2006):
Bereits um 6:30 Uhr riss uns der Wecker aus unseren Träumen. Wir packten unseres Sachen zusammen und gönnten uns im Hotel ein typisch amerikanischen Frühstück mit Waffeln, Bagels und allem was dazu gehört (aber halt kein Aufschnitt). Der Shuttle-Bus brachte uns gegen 8 Uhr zurück zum Flughafen, wo wir zügig eincheckten und mit dem Zug zur Abflughalle fuhren. Dort hauten wir noch eben bei einem zweiten Frühstück in der Futterecke (McDonalds, Burger King, Salta-Bar etc.) unsere Frühstücksgutscheine auf den Kopf bevor wir am Gate auf unseren Abflug warteten. Nach 4 Stunden Flug landeten wir schließlich gegen 13 Uhr (2 Stundenzeitverschiebung) am Flughafen von San Jose, wo die übliche Prozedur der Kontrolle und des Kofferholens auf uns wartete.Lagunillas Lodge Am Ausgang wartete schon jemand von der Mietwagenagentur ADOBE auf uns und brachte uns in strömendem Regen mit einem Wagen zum Büro in Nähe (Alajuela), wo wir nach ein paar Instruktionen und Unterschriften unseren Mietwagen übernahmen (zum Paket dazu gehörte auch ein kostenloses Handy für Notfälle). Ich ließ mir noch kurz den groben Weg Richtung Vulkan Poas erklären und dann ging es auch schon los. Zu unserer Freude hatte es auch inzwischen aufgehört zu regnen. Die Straßen rauf zum Vulkan waren in gutem Zustand und führten uns vorbei an mehreren Kaffeeplantagen bis zu unserem Hotel für die erste Nacht, der "Lagunillas Lodge" kurz vor dem Gipfel des Vulkans, wo wir gegen 16:30 Uhr ankamen. Auf dem steilen Weg von der Hauptstraße hinunter zum Hotel war ich das erste mal extrem dankbar für den Allradantrieb und die hohe Bodenfreiheit unseres Mietwagens, denn der schlammige und felsige Pfad war bereits ein Abenteuer für sich bei dem Tina lieber gar nicht zuschauen wollte. Die Zimmer (25 USD) waren zwar einfach aber sauber - was wollten wir mehr. Zum Abendessen ließen wir uns von der Köchin Hühnchen mit Reis und Bohnen machen. Den ungenießbaren Weißwein (war echt scheußlich) tauschten wir rasch gegen Imperial-Bier ein und holten uns so die nötige Bettschwere. Auf dieser Höhe wurde es nachts doch merklich kühler und Tina zog es sogar vor im Schlafsack zu übernachten.

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3. Tag (Mo., 18.09.2006):
Irgendwie konnten wir nicht länger schlafen und standen bereits um 6 Uhr auf. Zu unserer Freude hatten wir klare Sicht, was uns auf einen guten Blick auf den Vulkankrater hoffen liess.Hauptkrater des Vulkan Poas Also nichts wie rein in unsere Klamotten und mit dem Auto rauf zum Vulkan Poas. Am Haupteingangstor zum Nationalpark war jedoch erst einmal Schluss, denn dieses öffnete tatsächlich erst pünktlich um 8 Uhr (stand ja auch so im Reiseführer - aber glauben wollten wir es ja nicht). Ein Pärchen aus Island hatte die gleiche Idee das ganz frühen Vulkan-Besuches und somit mussten wir wenigstens nicht ganz alleine warten. Nach Bezahlung des Eintritts (8 USD) stellten wir unseren Wagen auf dem Parkplatz ab und machten uns zu Fuss unverzüglich auf den Weg zum ersten Vulkankrater. Wir hatten wirklich Glück und konnten einen guten Blick auf den Kratersee und seine rauchenden Flanken werfen, bevor sich dieser Anblick bereits kurz danach schon wieder in dichten Wolken versteckte. Hoffentlich würde uns dieses Glück auch den Rest des Urlaubs begleiten. Weiter ging es zum 2. Kratersee Laguna Botos und von dort aus den Lehrpfad durch den Nebelwald zurück zum Besucherzentrum und Parkplatz. Gegen 9:30 Uhr brachen wir dann im gerade einsetzenden Regen wieder zu unserem Hotel auf, kämpften uns mit dem Wagen den schlammigen Weg hinunter und holten unsere Rucksäcke ab.Wasserfall La Paz Das regnerische Wetter sollte uns auch den ganzen Tag begleiten. Unser nächstes Ziel war - nach einem kurzen Zwischenstopp im Supermarkt - der nicht weit entfernt liegende Wasserfall La Paz. Dieser schöne Wasserfall lag direkt an der Straße und war somit sehr einfach zu erreichen und bot als besonderen Clou die Möglichkeit, auf einem kleinen Pfad auch direkt hinter die herabstürzenden Wassermassen zu gehen. Wir sind ja beide Fans von Wasserfällen und daher fuhren wir nach Süden und wollten auch dem Wasserfall Monte de La Cruz in der Nähe von Heredia, von dem ich in meinem Reiseführer gelesen hatte, einen Besuch abstatten. Um überhaupt grob dorthin zu gelangen, mussten wir uns mehrmals den Weg von Einheimischen erklären lassen, aber trotz intensiver und langer Suche fanden wir nur den gleichnamigen Park, vom Wasserfall jedoch leider keine Spur. Wirklich weiterhelfen konnte uns dann vor Ort auch niemand. Egal, wir machten uns dann schließlich auf den Weg zum Vulkan Irazu. Ich wollte es ja eigentlich strikt vermeiden,Die Bar vom Linda Vista aber irgendwie gerieten wir dann doch auf den Straßen direkt nach San Jose rein, wo wir in dem Gewirr von Straßen und fehlenden Hinweisschildern die Orientierung verloren. Dank der Mithilfe einiger Tankwarte wurden wir jedoch wieder auf den rechten Weg gelotst und fanden den Weg raus aus diesem Verkehrsgewühl. Großstädte sind wirklich nicht unser Ding :-) So fuhren wir also der Straße bis nach Cartago und von dort aus brauchten wir nur noch den Schildern - ja, es gibt also doch welche - zum Vulkan folgen. Die ganze Zeit über den Weg den Berg hinauf wurden wir von dichtem Nebel bzw. strömendem Regen eingehüllt und hatten somit keine Ahnung wie weit wir noch vom Gipfel entfernt waren. Es war mittlerweile auch schon 16:30 Uhr und so beschlossen wir uns lieber sofort ein Zimmer im "Linda Vista" zu organisieren. Das Linda Vista ist eigentlich eine total witzige Bar & Restaurant, in der überall an den Wänden Visitenkarten, Geldscheine und Ausweise von Besuchern aus aller Welt kleben. Wir konnten hier aber auch eine einfache Cabina hinter dem Laden mieten (25 USD), welches Schlafmöglichkeiten für bis zu 6 Personen bot. Nach einem guten Abendessen und einigen Imperial fielen wir am Abend zufrieden ins Bett. Wir befanden uns hier auf 3100 m Höhe und so zogen wir es vor in unseren Schlafsäcken zu liegen anstatt im einfachen Bettzeug.

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4. Tag (Di., 19.09.2006):
Um 6:30 Uhr in der Früh hiess es "raus aus den Federn".Giftgrüner Kratersee am Vulkan Irazu Gestern auf der Fahrt hinauf war die Sicht ja stark durch den Nebel und Regen beeinträchtigt aber heute morgen hatten wir einen absolut freien Blick über das gesamte Tal - einfach grandios! Allerdings zog sich der Himmel bereits am Horizont so langsam zu. Hoffentlich würde es wenigstens bis zu unserem Besuch des Vulkan Irazu noch halbwegs klar bleiben. Wir machten uns mit dem Wagen das letzte Stück hinauf bis zum Nationalparkeingang, wo wir abermals ein klein wenig bis zur pünktliche Öffnung um 8 Uhr warten mussten. Noch rasch den Eintritt (7 USD) bezahlt und dann nix wie hin zum Parkplatz, von wo aus ein kleiner Rundgang über das Plateau zu den verschiedenen Kratern führt. Auch hier blieb uns das Wolkenglück ein klein wenig hold und wir hatten einen tollen Blick auf das giftgrüne Wasser des Hauptkraters. Kein Wunder, dass dieser Anblick zu einem der beliebtesten Fotomotive in ganz Costa Rica zählt!Basilica von Cartago Wir konnten uns gar nicht satt sehen an diesen prächtigen Farben :-) Anschließend fuhren wir noch mit dem Wagen ganz rauf bis zum Gipfel Cerro Alto Grande auf 3432 m, von wo aus man an klaren Tagen sogar beide Ozeane sehen kann. Bei uns reichte es bei der mittlerweile stärkeren Bewölkung jedoch "nur" für einen Überblick über das umliegende Vulkangelände. Auf dem anschließenden Weg hinunter zum Lindas Vista machten wir unterwegs noch einen kleinen Frühstücks-Stopp am gemütlichen "Restaurante Senderos", wo es wirklich hervorragende Pfannkuchen gab. Anschließend schnell noch unserer Gepäck eingeladen und dann ging es auch schon weiter den Berg runter nach Cartago. Hier nutzen wir die Gelegenheit, um uns im Supermarkt mit dem nötigsten einzudecken, Bargeld am ATM zu holen, für Tina auf dem Markt frische Rambutangs zu kaufen - man was hat die sich gefreut, dass es die hier auch gab - und natürlich um uns die Basilica von Cartago anzuschauen, welches die wichtigste Pilgerstätte des ganzen Landes darstellt. Das Wetter gestaltete sich den Tag über bewölkt aber warm. Gegen Mittag machten wir uns auf den Weg über die Panamericana in Richtung San Isidro im Südwesten des Landes. Die Straße schlängelt sich dabei die ganze Zeit durch eine eindrucksvolle Landschaft die Berge hinauf bis zum Cerre de la Muerte auf 3300 m, bevor es auf der anderen Seite wieder hinunter ins Flachlang geht.Wasserfall im Privatreservat Mirador de Quetzales Etwa auf halber Strecke bogen wir von der Panamericana zum Privatreservat Mirador de Quetzales ab (6 USD), wo es in der Zeit von November-Mai eine sehr gute Wahrscheinlichkeit der Quetzal-Sichtungen gibt. Das Glück würden wir heute wohl nicht haben, aber trotzdem wollten wir die Zeit für einen ausgedehnten Spaziergang durch den Nebelwald des Reservates nutzen. Eigentlich sollte die Wege hier gut ausgeschildert bzw. markiert sein, aber wir schafften es dennoch uns irgendwie zu verlaufen - oder zumindest hatten wir den Eindruck nicht mehr auf dem richtigen Weg zu sein. Hier half uns dann zum ersten mal mein GPS-Gerät quer durch den Regenwald zurück auf den richtigen Pfad zu kommen. Inklusive Verlaufen waren wir so knapp 1,5 Stunden im Regenwald unterwegs, klitschnass geschwitzt und hatten neben einem schönen Wasserfall auch Dutzende bunte Vögel zu Gesicht bekommen. Um 15 Uhr brachen wir zur letzten Fahretappe für heute nach San Isidro auf, hatten aber durch den mittlerweile aufgezogenen Hochnebel auf der Strecke über den Hochpass leider so gut wie keine Aussicht auf die umliegenden Täler. Gegen 16:30 Uhr kamen wir schließlich im etwas außerhalb der Stadt liegenden "Hotel del Sur" an (40 USD), einer superschönen Anlage mit Pool, Bar, Restaurant, Tennisplatz etc. - mein Tipp für diese Gegend! Die Zimmer waren zudem riesig, sauber und mit TV, Badewanne und Dusche. Hier wollten wir uns auf jeden Fall noch eine zweite Übernachtung gönnen und änderten dementsprechend unsere groben Pläne für die nächsten Tage. Den Rest des Tages entspannten wir uns im erfrischenden Pool und genossen am Abend ein hervorragendes Abendessen im hoteileigenen Restaurant bevor wir kaputt ins gemütliche Bett fielen - das erste in diesem Urlaub :-)

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5. Tag (Mi, 20.09.2006):
Für heute hatten wir einen Besuch im Nationalpark Manuel Antonio an der Küste geplant und da wir mit ca. 1.5-2 Stunden Fahrtzeit dorthin rechneten,Kapuzineräffchen im Manual Antonio Nationalpark standen wir bereits um 6 Uhr auf. Der Tag begrüßte uns mit einem super Frühstück und viel Regen. Gegen 7 Uhr brachen wir also mit dem Wagen in Richtung Küste auf und freuten uns auf eine entspannte Autofahrt. Ab Dominical war jedoch Schluss damit, denn ab hier war die Straße nur noch eine extrem schlechte Piste, die zudem vom vielen Regen teilweise überspült wurde. Auf der gesamten Strecke bis nach Quepos ging es nie schneller als mit 20-30 km/h und wir waren wieder einmal extrem froh über den Allradantrieb unseres Autos. Dadurch hatten wir aber reichlich Gelegenheit uns die Vielzahl an Vögeln am Wegesrand anzuschauen - und das waren echt nicht wenige. Auf Grund der Straßenverhältnisse wurden dann aus der Anreise zum Nationalpark Manuel Antonio mal eben satte 3 Stunden! Egal, das Wetter war mittlerweile ganz schön, schnell das Auto geparkt (1000 Col.) und ab in den Nationalpark (7 USD), wo unzählige Guides ihre Dienste anboten (10 USD). Darauf wollten wir hier aber verzichten (und haben so mehr gesehen als die anderen Touristen, die sich nur auf den großen Hauptwegen bewegten *grins*), ließen uns mit einem Boot über den kleinen Fluss zum eigentlichen Eingang übersetzen und marschierten anschließend auf den gut markierten Wegen durch den Park. Wegen der schlechten Straße und da wir vor Einbruch der Dunkelheit zurück im Hotel sein wollten, hatten wir insgesamt leider nicht ganz so viel Zeit für den Nationalpark wie ursprünglich geplant.Dreifinger-Faultier Deshalb tingelten wir also nur ca. 4 Stunden durch den Regenwald und an den schönen Stränden entlang. Aber selbst das bescherte uns bereits die Sichtung von 6 Faultieren (*riesigfreu*), 2 Nasenbären, 2 unterschiedlichen Affenarten und reichlich Leguanen. Alleine schon wegen der Faultiere waren wir vom Manuel Antonio Nationalpark restlos begeistert. Bevor wir uns gegen 14 Uhr wieder auf den mühsamen Rückweg machten, gönnten wir uns an einem kleinen Strandrestaurant noch einen Snack. Die Fahrt zurück ging diesmal etwas schneller - teils aus Übung und teils weil die Strecke inzwischen etwas abgetrocknet war. Es fing mittlerweile wieder an zu regnen und kurz vor San Isidro gabelten wir eine Anhalterin auf. Es stellte sich heraus, dass es sich bei Beth um eine Amerikanerin handelte, die mit ihrem Mann und den 2 Kindern seit 3 Jahren in Costa Rica lebte, wo sie sich im Hinterland eine Farm aufgebaut hatten. Sie lud uns herzlich ein, sie dort mal besuchen zu kommen (was wir auch ein paar Tage später taten). Gegen 17:30 Uhr kamen wir wieder im Hotel in San Isidro an, von wo aus ich telefonisch ein Hotel an der Bahia Drake Bay und die Anreise per Boot organisierte, denn die nächsten paar Tage wollten wir unbedingt zum Corcovado Nationalpark. Nach dem Duschen ging es direkt zum Abendessen (super lecker!) und nach ein paar Imperial waren wir dann auch reif für das Bett.

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6. Tag (Do., 21.09.2006):
Aus unserer Erfahrung mit den Straßen hier an der Küste hattenTraumstrand am Pazifik wir gelernt und da wir um 11 Uhr in Sierpe am Bootsableger sein mussten, wollten wir lieber etwas früher losfahren. So klingelte unser Wecker bereits um 5:45 Uhr und ermahnte uns unserer Sachen zu packen und lecker zu frühstücken. Pünktlich um 7 Uhr war dann bei strahlendem Sonnenschein Abfahrt in Richtung Süden. Zu unserer großen Überraschung war dann aber die Straße zwischen Dominical und Palmar Norte bzw. sogar bis nach Sierpe einer der besten des ganzen Landes, wodurch wir mit zügigen 80 km/h voran kamen. Wir hätten also gar nicht so früh aufstehen brauchen, nutzen aber die gewonnene Zeit für den Blick auf die schöne Küstenlandschaft und einen Abstecher zum Strand. Ab Palmar Norte - wo wir uns mal wieder den richtigen Weg erfragen mussten - änderte sich das Landschaftsbild und die Straße führte uns nun durch große Kokos- und Bananenplantagen bis nach Sierpe, wo wir bereits gegen 10 Uhr ankamen. Der Bootsableger befand sich direkt am Restaurant "Las Vegas", wo wir die Zeit bis zum Ablegen (es fehlten noch ein paar Leute) mit kühlen Getränken auf der Aussichtsterrasse überbrücken konnten. Zudem begleitete mich auch jemand vom Restaurant zu einem eingezäunten Parkplatz, auf dem ich meinen Wagen die nächsten paar Tage (hoffentlich sicher) stehenlassen konnte (6 USD/Tag). Gegen 11 Uhr war es dann soweit und wir fuhren mit dem Motorboot (20 USD) in einer rasanten Fahrt entlang der Mangroven über den Rio Sierpe bis zur Mündung ins Meer, wobei wir unterwegs schon ein Krokodil zu Gesicht bekamen. Kaum am Meer angelangt, fing es heftig an zu regnen und einigermaßen durchnässt kamen wir so nach insgesamt einer Stunde Bootsfahrt in unserem Hotel "Pirate Cove Lodge" an der Drake Bay an.Mit dem Kajak in den Mangroven Das Hotel war zwar mit 120 USD für ein Doppelzimmer inkl. Halbpension nicht gerade günstig - wie fast alle Hotels in dieser Gegend - aber trotzdem ein Traum. Die Anlage integrierte sich harmonisch in die Natur und die Zimmer waren extrem groß, sehr sauber und mit Moskitonetzen ausgestattet. Wir hatten gerade einmal Zeit unser Gepäck abzulegen, denn dann stand bereits das Mittagessen auf dem Tisch.Schlange auf der Nachttour Bei dieser Gelegenheit wurden uns auch gleich die möglichen Ausflugstouren erläutert und wir entschieden uns für eine Nachttour (35 USD) am heutigen Tag und für morgen einen ganztägigen Ausflug in den Corcovado Nationalpark (75 USD). Als das Wetter am frühen Nachmittag ein klein wenig aufklarte, nutzen wir die Gelegenheit für eine Erkundungstour der Mangrovenlandschaft am benachbarten Fluss per Kajak, die umsonst zur Verfügung standen. Es machte wirklich einen Riesenspass mit den Dingern knapp 2 Stunden lang durch die Gegend zu paddeln. Da spielte es auch keine Rolle, dass es zwischendurch wieder mal wie aus Kübeln goss und wir komplett durchnässt waren. Zurück im Hotel wurde erst einmal warm geduscht und anschließend die Zeit bis zum Abendessen faul in der Hängematte überbrückt und dabei die Leguane auf dem Weg in die Baumkronen beobachtet. Nach dem ausgezeichneten Abendessen brachen Tina und ich gegen 19:30 Uhr alleine mit einem Guide zu unserem 3stündigem Nightwalk in den nahe liegenden Regenwald auf. Dieses mal waren wir wirklich froh über einen erfahrenen Guide, denn ohne ihn hätten wir so gut wie gar keine Tiere zu Gesicht bekommen. Er führte uns entlang bzw. durch einen kleinen Fluss, wobei er uns zahlreiche Frösche, Echsen, Leguane und Spinnen zeigte. Auf dem Rückweg entdeckten wir sogar noch ein Faultier und eine junge Katzenaugennatter (unsere erste Schlange in Costa Rica!) auf Futtersuche. Einfach ein super Trip, der sich vollends gelohnt hat! Anschließend fielen wir jedoch fix und fertig in unsere Betten und waren froh um jedes bisschen Schlaf.

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7. Tag (Fr., 22.09.2006):
Heute stand also ein Ausflug in den Corcovado Nationalpark an und daher standen wir auch bereit um 5:45 Uhr auf und genossen ein herrliches Frühstück. Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit in Costa Rica bekamen wir unsere gebrauchten Klamotten kaum trocken und daher gaben wir einen Teil unserer dreckigen und stinkenden Sachen im Hotel zum Waschen ab.Nasenbär im Corcovado Nationalpark Gegen 6:30 Uhr wurden wir schließlich am Strand von unserem heutigen Guide mit einem Motorboot abgeholt, der mit uns - nachdem wir noch an einem anderen Hotel ein nettes englisches Pärchen aufgegabelt hatten - zur Rangerstation San Pedrillo im Nationalpark fuhr. Dort angekommen bekamen wir eine kurze Einweisung zwecks Verhaltensregeln (Schlagen, Krokodile, etc.) und zogen dann bei perfektem Wetter zusammen los in den Sekundärregenwald der Umgebung. Es war eine herrliche Tour, auf der wir zahlreiche Affen und Vögel zu sehen bekamen, wobei unser Guide stets bemüht war alles erdenkliche zu den Tieren und Pflanzen zu erklären. Von Schlangen aber leider weit und breit keine Spur, worüber die Engländer allerdings auch nicht sehr traurig waren. Gegen 10:30 Uhr kehrten wir nassgeschwitzt zur Rangerstation zurück, wo wir ein feines Mittagessen serviert bekamen und eine kleine Ruhepause einlegten. Tina und ich nutzen die Zeit für einen Strandspaziergang, wo wir prompt auf einen Nasenbären trafen und einige Aras über unsere Köpfe hinwegfliegen sahen.Krokodil an einer Flussmündung Um 12 Uhr marschierten wir dann erneut mit unserem Guide in den Regenwald, wo wir auf dem Weg zu einem Wasserfall auf ein Krokodil trafen, welches faul am Flussufer döste. Der Wasserfall war absolute Spitze und dort konnten wir uns bei einem ausgiebigen Bad herrlich erfrischen. Das heiße Wetter liess den Schweiss nämlich literweise an uns herunterlaufen. Mehr stand für uns hier im Nationalpark leider nicht auf dem Programm und wir fuhren bereit um 14:30 Uhr mit dem Boot zurück zum Hotel. Vielleicht war unserer Erwartungshaltung ja zu hoch, aber insgesamt hatten wir uns schon ein wenig mehr vom Nationalpark versprochen und fanden die Tour auch leider viel zu kurz. Da hatten wir in der kurzen Zeit im Nationalpark Manuel Antonio wesentlich mehr gesehen. Das nächste Mal in Costa Rica würden wir auf jeden Fall auf eigene Faust für mehrere Tage hier wandern wollen. Die Zeit bis zum Abendessen verbrachten wir damit zu entspannen und die Leguane auf dem Weg vom Fluss hinauf zu ihrem Schlafplatz in den Bäumen zu beobachten. Zwischenzeitlich bekamen wir noch unsere Wäsche zurück - blitzsauber und vor allem völlig trocken :-) Wir wollten auf keinen Fall mehr nur so eine kurze Tagestour im Corcovado verbringen und so entschieden wir uns nach dem Abendessen für den nächsten Tag lieber eine Wal- und Delphintour zu machen (80 USD). Tina ist ja eh ein riesiger Fan von Delphinen und davon versprachen wir uns einfach mehr. Wir waren also schon gespannt was uns morgen erwarten würde und fielen nach ein paar Imperial kaputt in die Kiste.

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8. Tag (Sa., 23.09.2006):
Heute konnten wir sogar mal bis 7 Uhr ausschlafen ;-)Delfine vor der Isla de Cano Nach dem Frühstück gaben wir noch mal etwas nasse Wäsche ab - nämlich die total durchgeschwitzte von gestern - um sie nicht müffelnd in unserem Gepäck mit rumzuschleppen. Sie an der Luft trocknen zu lassen klappte ja leider nicht. Eigentlich war ja momentan Regenzeit, aber davon konnte man hier absolut nichts merken, denn das Wetter war wieder einmal traumhaft sonnig. Um 8 Uhr wurden wir wieder von einem Boot am Strand abgeholt, pickten noch unseren netten Guide für heute auf und fuhren mit ihm alleine zur Isla de Canjo. Er war ein wahrer Wal- und Delphinexperte und konnte uns alles über die Tiere erzählen. Zudem kannte er die Gegend wie seine Westentasche und wusste wann sich die Tiere wo am wahrscheinlichsten aufhielten. Zu Tinas großer Freude bekamen so bis zum Mittagessen etliche Delphine aus nächster Nähe, Schildkröten, Seeschlangen und ein paar Buckelwale zu sehen.Isla de Cano Das einfache aber sehr leckere Essen nahmen wir an Bord ein und genossen im Anschluss daran ein erfrischendes Bad im Pazifischen Ozean. Zwischendurch konnten wir sogar einen springenden Wal in einiger Entfernung beobachten. Gut gestärkt führte uns die Bootstour weiter um die gesamte Insel herum zu weiteren Buckelwalsichtungen bis zu einer Stelle, an der sich am Nachmittag manchmal mehrere Delphingruppen vereinten. Heute war so ein Tag und plötzlich war unser Boot weiträumig von 200-300 Delphinen umgeben, die überall aus dem Wasser sprangen und man wusste kaum noch wo man überall hinschauen sollte um nichts zu verpassen.Sonneuntergang an der Drake Bay Leider ging auch dieser Tag mal dem Ende zu und gegen 15:30 Uhr brachte uns der Guide zurück zum Hotel. Es war (vor allem natürlich für Tina) ein absolut perfekter und traumhafter Ausflug, der uns noch lange in Erinnerung bleiben würde. Einfach super! Im Hotel gönnten wir uns ein wenig Entspannung in der Hängematte und schauten uns anschließend einen wunderschönen Sonnenuntergang über dem Pazifik an. Der krönende Abschluss eines tollen Tages. Ach ne, es kam ja noch das leckere Abendessen und ein paar Imperial ;-) Morgen hiess es für uns ja wieder Abschied nehmen von der Drake Bay und um nicht allzu lange im Auto sitzen zu müssen, wollten wir uns für morgen Nacht in der Nähe von San Isidro bei Beth und ihrer Familie einquartieren - der Amerikanerin, die wir vor ein paar Tagen als Anhalterin aufgegabelt hatten. Sie hatte mir zum Glück ihre Nummer gegeben und so rief ich sie bzw. in dem Fall ihren Mann Steven an, um mir den genauen Weg erklären zu lassen. Der freute sich schon riesig auf unseren Besuch, empfahl mir aber zwecks Wegbeschreibung lieber auf seiner Seite im Internet nachzuschauen. OK, daran sollte es dann auch nicht scheitern. Gegen 21 Uhr packten wir schließlich unsere Sachen für morgen zusammen und schliefen zufrieden ein.


2. Teil 2. Teil