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Reich der Schlösser und Burgen


Reiseberichte Übersicht


Erlebnisreiches Süddeutschland
(02.05.2003 - 09.05.2003)



Planung:
Unsere 2788 km lange Route quer durch SüddeutschlandDa aus akutem Zeitmangel meine geplante Reise den Amazonas entlang nun leider ausfiel, hatten meine Verlobte Christina und ich beschlossen, dass wir uns mal im eigenen Land ausgiebig umschauen. Eigentlich wollten wir in den sieben Tagen einmal komplett durch Deutschland fahren, aber bereits bei der Planung wurde klar, dass dies dann eine Tour der japanischen Art werden würde (sieben Länder in sieben Tagen). So haben wir dann entschieden, uns halt nur im Süden des Landes umzuschauen. Auf dem Programm sollten die Mosel, der Rhein, natürlich Schloss Neuschwanstein und der Bayrische Wald stehen. Ich habe mich dann im Internet und mit einem Reiseführer über lohnenswerte Sehenswürdigkeiten informiert und dementsprechend die Fahrtroute ausgearbeitet (von der wir aber immer wieder abgewichen sind). Es sollte dabei natürlich genug Zeit für die einzelnen Zwischenstopps bleiben und nicht in einer tierischen Hetzerei ausarten. Wegen der Schlafgelegenheiten machten wir uns vorher keine großen Gedanken, schließlich gibt es überall auf der Strecke kleine Pensionen und ein Zelt hatten wir ja auch mit dabei. Am Vorabend erfolgte noch ein letzter Blick auf die Wetteraussichten für die nächsten Tage und da diese positiv schienen, konnte wir beruhigt einschlafen.


1. Tag (500 km):
Streckenverlauf des 1. TagesHeute war vor allem frühes Aufstehen angesagt, denn der Wecker klingelte bereits um 6 Uhr. Den Wagen hatten wir ja zum Glück schon am Vorabend gepackt. Nach einem kurzen Frühstück und dem letzten Check ging die Fahrt um sieben Uhr im Regen los. Uns war klar, dass heute einer der längsten Tagesetappen auf uns zukam, da wir ja erst einmal ordentlich Kilometer nach Süden gutmachen mussten.Kloster Maria Laach So folgten wir also der A1, wo wir bereits hinter Köln mit Sonne verwöhnt wurden, und später der A61 durch die Eifel in Richtung Koblenz. Bei Ausfahrt 33 legten wir mit dem Besuch des wunderschönen Klosters Maria Laach unseren ersten kurzen Zwischenstopp ein. Die berühmte Abtei mit der monumentalen Westfassade steht am Ufer des Laacher Sees, der sich im Krater eines erloschenen Vulkans gebildet hat. Sie beherbergt die Grabstätte von Heinrich II., auf dessen Befehl 1093 mit dem Bau der Abteikirche begonnen wurde. Einige Kilometer weiter erspähten wir in der Nähe von Ochtendung von der Autobahn aus eine schöne Burgruine auf einem Felsen und da es die erste Burg auf unserer Tour war, musste natürlich auch ein Foto gemacht werden (wir konnten ja noch nicht wissen, dass wir bereits zwei Tage später schon Übersättigungserscheinungen beim Anblick von Burgen und Schlössern zeigen würden). Bei strahlend blauem Himmel wechselten wir bei Koblenz auf die andere Rheinseite, warfen einen kurzen Blick auf das Deutsche Eck (Zusammenfluss von Rhein und Mosel), die Festung Ehrenbreitstein (eine der größten Festungsanlagen der Welt) und erreichten gegen Mittag die Marksburg. Sie ist die einzige Burg am Rhein, die nie zerstört wurde und bietet besonders aus dem kleinen Dorf am Fusse des Berges einen tollen Anblick. Nach diesem Abstecher zum Rhein wollten wir aber nun zu unserem eigentlich Ziel für heute, dem Moseltal. Die Fahrt führte uns zurück durch Koblenz und an der B416 die Mosel entlang.Die Marksburg am Rhein Das wunderschöne Moseltal hatte uns mit seinen vielen Weinbergen und den kleinen gemütlichen Orten voller Fachwerkhäuser sofort in seinen Bann gezogen. Man kann ohne Zweifel sagen, dass die Landschaft zwischen Trier und Koblenz sicherlich zu den schönsten Deutschlands gehört und diese Gegend war es auch, die uns von der ganzen Tour am besten gefallen hat. Auch hier säumten natürlich zahlreiche Burgruinen unseren Weg. Auf unserem Programm stand selbstverständlich auch die Besichtigung der Burg Eltz, die als eine der schönsten mittelalterlichen Burgen gilt, und so nahmen wir in Moselkern die Abzweigung dorthin. Vom Parkplatz aus führte eine schöne 30minütige Wanderung durch den Wald an einem Fluss entlang zur Burg. Schon der erste Blick auf die Burg Eltz aus dem 16. Jahrhundert hinterliess einen bleibenden Eindruck.Burg Eltz an der Mosel Um sie auch von Innen bestaunen zu können, machten wir die 40 Minuten dauernde Führung durch die Räumlichkeiten mit, bei der man einen guten Einblick in das Leben zur damaligen Zeit bekommt. Am späteren Nachmittag ging es auf der Landstraße weiter die Mosel hinauf, an Cochem und seiner schönen Burg vorbei und bei Zell schließlich auf die andere Flusseite. Hier fiel uns erst einmal ein, dass wir noch gar keinen Moselwein gekauft hatten, was wir natürlich dringend nachholen wollten. Also klingelten wir in Zell bei einem der ansässigen Winzer und fragten nach, ob noch eine kleine private Weinprobe möglich sei. Eigentlich wollte ich ja Tina die Auswahl der Weine überlassen, aber sie war bereits nach zwei Schlücken Wein total angeschickert :-) Dementsprechend kurz hielten wir dann auch die Weinprobe und packten 12 Flaschen Weisswein in unseren Kofferraum. Bei der Fahrt durch Zell bot sich uns anschließend noch ein ungewöhnlicher Anblick, der auf jeden Fall auf Fotopapier gebannt werden musste: Am Ufer der Mosel ging eine ältere Frau mit ihrer Ziege an der Leine spazieren, als sei dies das normalste der Welt (sie war einmal ein Geschenk an ihre Enkel, nun blieb die Frau aber auf der ganzen Arbeit sitzen).Blick auf die Mosel Wir nahmen nun etwas abseits der Mosel eine landschaftlich schöne Strecke durch die Wald- und Hügellandschaften, bevor wir bei Treis-Karden wieder auf den Fluss stießen und ihm bis nach Brodenbach flussabwärts folgten. Wir entschlossen uns auch der Ehrenburg noch einen Besuch abzustatten und wenn möglich einen Schlafplatz mit Blick auf die Ruine zu finden. Die Strasse führte vom Ort aus in engen Kurven steil den Berg hinauf, wo sich uns von dort oben ein tolles Panorama auf die Mosel bot. Gegen 19 Uhr erreichten wir dann schließlich die Ruine Ehrenburg, die um die Uhrzeit natürlich schon geschlossen hatte (viel zu sehen gab es da scheinbar sowieso nicht). Da sie inmitten eines kleinen Waldes stand, war unsere Schlafplatz-Planung ebenfalls hinfällig. Nach einem kurzen Blick auf die Karte stand fest, dass wir weiter in Richtung St. Goar am Rhein fahren und die erste Gelegenheit an einem Fluss zum Campen nutzen wollten. Diese bot sich uns tatsächlich erst um 20:30 Uhr kurz vor St. Goar an einem kleinen Fluss im Wald, wo wir den Wagen in einem Forstweg parkten und unser Zelt direkt an einem kleinen Rastplatz für Wanderer aufbauten. So konnten wir unser Abendbrot gemütlich an einem Tisch geniessen und fielen danach hundemüde in unsere Schlafsäcke.

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2. Tag (343 km):
Streckenverlauf des 2. TagesDurch das sanfte Gezwitscher der Vögel wurden wir morgens um 6:30 Uhr geweckt. Nach dem Waschen im Fluss, einem schnellen Frühstückshappen und dem Zeltabbau ging die Fahrt eine Stunde später weiter nach St. Goar am Rhein, wo wir uns kurz die Ruinen der Burg Rheinfels angeschaut haben. Vorbei an der Loreley, wohl Deutschlands berühmtesten Felsen (wer kennt nicht die Geschichte des schönen Mädchens, das dort ihr Harr gekämmt haben soll), ging die Fahrt über die B9 am Rhein und seinen zahlreichen Burgruinen entlang nach Bacharach.Die Loreley am Rhein Diese Stadt lud mit seiner schönen historischen Altstadt, den vielen Fachwerkhäusern, den gemütlichen kleinen Gassen und der begehbaren Stadtmauer geradezu zu einem kleinen Ausflug ein. Auf dem weiteren Weg in Richtung Bingen haben wir hinter Niederheimbach noch schnell einen Abstecher zur aus dem 13. Jahrhundert stammenden Burg Sooneck gemacht. Vom Parkplatz aus hat man die Möglichkeit über einen 45minütigen Fussweg zum Siebenburgenblickturm zu gelangen, was uns jedoch zu zeitaufwendig erschien. Also fuhren wir weiter durch die schöne Rheinlandschaft nach Bingen an der Nahe-Mündung (natürlich wieder an zahlreichen Burgen vorbei), wo wir direkt am Rhein mit Blick auf die Ruine Ehrenfels und das knapp 26 m hohe Niederwald-Denkmal erst einmal ordenlich gefrühstückt haben (es war ja auch mittlerweile schon halb elf). Bei herrlichem Sonnenschein verabschiedeten wir uns hier vom Rhein und fuhren auf der A61 nach Worms, wo wir dem eindrucksvollen Dom St. Peter einen Besuch abstatteten.Dom St. Peter in Worms Die Kirche gehört neben denen aus Speyer und Mainz zu den größten spätromanischen Bauwerken. Wir kamen auch genau rechtzeitig zur Mittagsmesse dort an und konnten so den nur zu der Zeit beleuchteten grandiosen Hochaltar und das Chorgestühl auf uns wirken lassen. Auf dem weiteren Weg nach Heidelberg (mittlwerweile war es so extrem heiss, dass Tina es vorzog bei den Überlandfahrten nur noch in Unterwäsche im Auto zu sitzen) erfolgte noch ein kurzer Ausflug zum Dom in Speyer, der durch seine roten Sandsteinwände und das grüne Dach fasziniert. Wegen des Frühlingsfestes war die Stadt jedoch total überfüllt und reizte uns nicht wirklich zu einem Stadtbummel. Nach kurzer Fahrt kamen wir schließlich in Heidelberg an, wo wir uns im dem Gewirr der vielen Parkhäuser erst einmal total verfahren haben, bevor wir einen geeigneten Standplatz in der Altstadt fanden. Die nächsten Stunden genossen wir die Erkundung dieser geschichtsträchtigen Stadt. Das erste Ziel war natürlich das Heidelberger Schloss, dessen riesiger Komplex im Lauf der Zeit mehrfach umgebaut wurde.Blick über die alte Brücke auf das Heidelberger Schloss Die 315 Stufen hinauf zur Anlage wollten wir uns bei der Hitze nicht antun und sind daher mit der Bergbahn zum Schloss gefahren. Für 2,50 EUR Eintritt konnten wir uns dann auf dem gesamten Gelände ausgiebig umschauen (die eigentliche Führung durch das Innere kostet extra). In dem normalen Eintritt war jedoch auch der Zugang zum große Fass (Fassungsvermögen 221.726 Liter), der Besuch des Apothekermuseums und des Schlossparks enthalten, was für uns völlig ausreichend war. Hier oben stießen wir auch zum ersten Mal auf eine regelrechte Ballung von Touristen (vor allem Japaner), denn Heidelberg steht wohl auf der Liste jedes Deutschlandbesuches. Nach dem Relaxen im Schlosspark ging es über die Treppen hinunter (runter ist ja auch schließlich einfacher) zu einem Spaziergang durch die gemütliche Altstadt, in deren kleinen Gassen zahlreiche Cafes zu einer Pause einladen. Über die wunderschöne alte Brücke gelangten wir zur anderen Seite des Neckars, wo Tina sich mit einem Fußbad kurz abkühlen konnte, bevor wir uns gegen 17 Uhr wieder auf den Weg machten. Unserer Route führte uns nun auf der B37, einer der Burgenstrassen Deutschlands, durch das tief eingeschnittene und bewaldete Neckartal.Hirschhorn, die Perle des Neckartals An dieser landschaftlichen schönen Strecke im Odenwald liegt auch der kleine Ort Hirschhorn, welcher sich selber als 'Perle des Neckartals' bezeichnet. Diesen Namen trägt er unserer Meinung nach auch zurecht, denn der Anblick der mittelalterlichen Häuser und des über dem Ort trohnenden Schlosses ist einfach traumhaft. Im weiteren Verlauf der Burgenstrasse am Neckar entlang in Richtung Heilbronn bekamen wir, wie der Name schon sagt, noch einige Ruinen zu Gesicht und so langsam wurden wir derer schon überdrüssig (ich hätte es ja nicht gedacht, aber man kann sich wirklich irgendwann auch mal daran sattsehen). Von Heilbronn aus ging es über die A6 und die B19 direkt nach Schwäbisch Hall an der Kocher, wo wir uns eine Pension für die Nacht suchen wollten. Die Preise hier waren jedoch größtenteils extrem (120 EUR für ein Doppelzimmer wollten wir nun wirklich nicht bezahlen), so dass es schon einige Zeit gedauert hat, bevor wir gegen 19:30 Uhr mit dem Gasthof Krone direkt an Altstadt eine gemütliche Unterkunft gefunden hatten (DZ incl. Frühstück 60 EUR). Von der Hitze des Tages total fertig, reichte unser Erkundungsdrang gerademal noch zum Auffinden einer Pizzeria und dem anschließenden Gang zurück ins Hotelzimmer aus.

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3. Tag (301 km):
Streckenverlauf des 3. TagesAuf unsere Bitte hin gab es extra für uns bereits schon um 7:30 Uhr Frühstück. Wir wollten heute ja schließlich eine Menge Kilometer in Richtung Schloss Neuschwanstein schaffen und ein paar Zwischenstopps standen schließlich auch noch auf dem Programm.Fachwerkhäuser in Schwäbisch Hall Frisch gestärkt erfolgte zuerst der gestern ausgefallene Rundgang durch die malerische Altstadt von Schwäbisch Hall mit seinen zahlreichen Fachwerkhäusern, barocken Bürgerhäusern, kleinen verwinkelten Gassen, den Holzbrücken und der Kirche St. Michael, einem Wahrzeichen der Stadt. In dieses Städtchen kann man sich wirklich verlieben, denn hier fühlt man sich direkt in eine andere Zeit versetzt. Bereits jetzt brannte schon die Sonne und uns war klar, dass dies wieder ein extrem heisser Tag werden würde. Über die B14 ging es anschließend nach Stuttgart und über die B10 am Stadtzentrum vorbei Richtung Ulm bis wir von der A8 bei Plöchingen auf die Landstraße in Richtung Reutlingen gelangten. Ich hatte auf der Karte einen Wasserfall bei Bad Urach entdeckt, der bei der vorherrschenden Hitze wie geschaffen war für einen kleinen Umweg. Vom ausgeschilderten Parkplatz P23 kurz vor Bad Urach war es nur noch ein Fussweg von 20 Minuten durch ein grünes Tal am Fluss entlang zum Uracher Wasserfall. Wir hatten hier allerdings beide nicht mit einem so hohen Wasserfall gerechnet und der Anblick des grün gesäumten Wassersturzes war schon beeindruckend. Tina versuchte sich im Wasserfall direkt als Flussnymphe und genoss sichtlich die erfrischende Dusche.Uracher Wasserfall Gegen 12:30 Uhr machten wir uns dann wieder auf den Weg und erreichten über eine schöne Landstrasse die wirklich sehenswerte Burg Lichtenstein, die 1840/41 umgebaut wurde und Schauplatz einer Sage von Wilhelm Hauff ist. Schon von außen wirkte die zauberhafte Burg mit seinen vielen Details wie ein verspieltes Werk von Walt Disney persönlich. Für 1 EUR Eintritt kamen wir auch in den schönen Innenhof und zum Aussichtspunkt, von wo aus man den besten Blick auf die Burg hat (alleine diese Sicht ist schon das Geld wert).Burg Lichtenstein Ein paar Kilometer weiter besuchten wir dann noch die Bärenhöhle, eine der größten Tropfsteinhöhlen von Deutschland. Der Eintritt war zwar mit 3 EUR etwas hoch, aber wir haben den Gang durch die lange, gewundene Höhle mit den farbenprächtigen Tropfsteinen und dem Skelett eines Höhlenbären trotzdem genossen. Nach der kühlen Luft in der Höhle traf uns die brütende Hitze am Ausgang natürlich wie ein Schlag und wir legten einstimmig eine Bier- (bzw. Radler-) Pause im Schatten ein. Über Land ging es anschließend weiter durch die Schwäbische Alb bis nach Sigmaringen, dessen Stadtbild von dem Schloss (wurde nach einem Brand 1893 neu aufgebaut) oberhalb der Donau geprägt wird. Hier nutzten wir auch gleich die Gelegenheit unsere mittlerweile geschröpften Vorräte an Brot, Aufschnitt und Obst aufzufrischen (bei den Temperaturen im Auto hielt sich eh nichts lange). Von hier aus ging es direkt an der Donau entlang über Beuron nach Tuttlingen.Landschaft im Donautal Diese optisch grandiose Strecke gehört verdientermassen ebenfalls zu einer der landschaftlichen schönsten von Deutschland, denn die kurvenreiche Strasse durch das Donautal führt vorbei an bewaldeten Hügeln und daraus emporragenden steilen Felswänden. Unser restlicher Weg für heute führte uns dann von Tuttlingen die B14 entlang nach Stockach und über die B31 bis nach Meersburg, wo wir gegen 18 Uhr einen idealen Schlafplatz direkt am Ufer des Bodensees fanden. Durch das diesige Wetter blieb uns dort aber leider der Blick auf die Alpen und ein schöner Sonnenuntergang verwehrt (man kann halt nicht alles haben). Da es immer noch verdammt warm war und es absolut nicht nach Regen aussah, beschlossen wir heute Nacht ohne Zelt direkt unter freiem Himmel zu schlafen. Dank der vorher frisch gekauften Sachen und 3 Flaschen Moselwein folgte ein ausgedehntes Abendessen bis spät in die Nacht, bevor wir mit der nötigen Bettschwere einschliefen (aber nicht bevor Tina sich nochmals durch ein Nacktbad im Bodensee abgekühlt hatte). Selbst die Fähren nach Konstanz, die die ganze Nacht hin und hergefahren sind, störten da nicht mehr.

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4. Tag (282 km):
Streckenverlauf des 4. TagesGegen 7 Uhr wurden wir von der leichten Brandung am Ufer und den Vögeln geweckt. Über Nacht hatte sich leider einiges an Dreck im Wasser angesammelt, so dass es bei uns beiden heute nur zu einer Katzenwäsche aus der Wasserflasche reichte.Die Hafeneinfahrt von Lindau Das restliche Brot von gestern verfütterte ich noch schnell an einen Schwan (der es zuerst zögerlich, danach jedoch richtig gierig direkt aus der Hand frass), bevor es kurz darauf bei leichter Bewölkung auf der B31 weiter den Bodensee entlang nach Lindau ging. Der kleinen Inselstadt gönnten wir jedoch nur einen kurzen Besuch, denn der heutige Tag sollte ganz im Zeichen der beiden Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau stehen. Ohne nennenswerte Verzögerung fuhren wir durch die sehenswerte Hügellandschaft des Allgäus in Richtung Kempten und von dort aus über die A7 (von hier aus waren auch endlich mal die schneebedeckten Gipfel der Alpen zu sehen) und die B310 nach Füssen, von wo aus der restliche Weg zu den Schlössern gut ausgeschildert war. Tina hat von der reizvollen Landschaft jedoch leider nichts mitbekommen, da sie vom Vorabend noch deutliche Schlafdefizite hatte. Gegen 10 Uhr erreichten wir dann endlich den Parkplatz an den Königsschlössern, wo man uns direkt 4 EUR für einen Stellplatz abknöpfte. Mittlerweile war auch die Sonne herausgekommen und hatte die letzten Wolkenfetzen vertrieben, was natürlich nur eins bedeuten konnte: es wird schon wieder extrem heiss!Schloss Hohenschwangau Auf einer Sonnenterrasse mit Blick auf Schloss Neuschwanstein gönnten wir uns zunächst mal ein super Frühstück (erstaunlicherweise zu gar nicht überzogenen Preisen), bevor es zum Ticket-Schalter ging. Das Königsticket (also der Besuch beider Schlösser incl. Führung) kostete jeden von uns 15 EUR (will man nur eines der Schlösser besichtigen, so kostet dies 8 EUR). Um einen Besucheransturm zu Stosszeiten zu vermeiden, sind auf den Tickets bereits die Einlasszeiten für die jeweilige Führung festgesetzt. Wer sich nicht daran hält, bekommt dann leider keinen Zugang zum Schloss. Für uns stand somit zuerst das Schloss Hohenschwangau auf dem Programm, welches wir über einen kurzen Fussweg vom Ticket-Schalter aus erreichten. Das vierstöckige Schloss, das sich auf mittelalterlichen Grundmauern erhebt, ist umgeben von eckigen Türmen. 1832 erwarb der spätere König Maximilian II. das zur Ruine verkommende Gebäude und liess das Schloss im neugotischen Stil wiederaufbauen.Blick vom Schlossgarten auf Hohenschwangau Vom terrassenförmig angelegten Schlossgarten hat man einen großartigen Blick auf die Umgebung. Bei der ca. 30 Minuten dauernden Führung durch 13 prunkvolle Räume der Königin und des Königs bekamen wir die unglaubliche Ausstattung und die zahlreichen Wandgemälde (geprägt von deutschen Sagen) zu sehen und auch die Geschichte des Hauses Wittelsbach kam dabei nicht zu kurz. Alles in allem waren wir nach so viel offensichtlichem Luxus natürlich um so gespannter, was uns im Schloss Neuschwanstein noch erwarten würde. Im Freien war es inzwischen unerträglich heiss geworden, so dass wir beschlossen unserer Faulheit nachzugeben und mit einer Pferdekutsche zum Schloss hinauf zu fahren. Bella und Flori brachten uns (um 5 EUR pro Person ärmer) in 15 Minuten den steilen Berg hinauf zum Schloss Neuschwanstein, wo es nach der Plackerei zur Belohnung für jedes der Pferde einen Apfel gab und für uns war auch noch genügend Zeit für eine Getränke-Pause. Im Anschluss daran ging es zum Eingang des romantischen Märchenschlosses, welches bereits als Vorlage für zahllose Spielzeugmodelle, Buchillustrationen und Filmkulissen diente.Schloss Neuschwanstein Der Bayernkönig Ludwig II. liess es von 1860-89 auf einem zerklüffteten Felsen hoch über dem Alpsee bauen und wollte damit ein Schloss im 'echten Stil der alten deutschen Ritterburgen' erschaffen. Sie wurde bis zu seinem Tod jedoch nie fertiggestellt (die Innenräume sind nur zu einem Drittel vollendet worden). Bei unserem Besuch wurde gerade die Nordfront restauriert und war mit Planen verhangen, so dass das Schloss von dieser Seite aus keinen so schönen Anblick bot (was bei diesem Traumschloss allerdings nicht wirklich viel ausmacht, da es ja noch drei andere Seiten hat). Die Führung durch die Räumlichkeiten Ludwigs II., durchweg geprägt von deutschen Sagen (vort allem vom Schwanenritter Lohengrin), dauerte ebenfalls 30 Minuten und hinterliess bei uns beiden einen bleibenden Eindruck. Man kann diese verspielten, liebevoll gestalteten Räume eigentlich gar nicht wirklich beschreiben, sondern muss sie selber erleben. Von jedem der Fenster in Schloss Neuschwanstein hat man einen atemberaubenden Ausblick auf die umgebende Landschaft mitsamt des Wasserfalls in der Pöllatschlucht, die nachgebildete Tropfsteinhöhle mit integriertem Wintergarten ist ein Traum für sich und das Wandgemälde im Sängersaal erinnert an einen Zauberwald aus dem Märchen. Jedes der ausgestatteten Zimmer ist mit einer unglaublichen Liebe zum Detail entworfen und einzigartig. Wie hätte das Schloss wohl in seinem fertigen Zustand ausgesehen? Mit dieser Frage verließen wir Neuschwanstein und begaben uns zur Marienbrücke, von wo aus man einen tollen Blick auf das auf dem Felsen thronende Schloss hat.Schloss Neuschwanstein von der Marienbrücke aus gesehen Tina wollte unbedingt auch noch ans Wasser (davon kann sie irgendwie nie genug bekommen) und so stiegen wir bei der Hitze über die vielen Stufen hinunter in die Pöllatschlucht, wo wir uns die Abkühlung im Fluss auch redlich verdient hatten. Natürlich mussten wir anschließend den ganzen Weg auch wieder hinaufsteigen und nach dem weiteren Fussweg hinunter zum Auto war es dann bereits 16 Uhr. Wir standen nun vor der Wahl möglichst weit in Richtung Bayrischer Wald zu fahren oder jetzt schon einen geeigneten Schlafplatz (natürlich an einem See) zu suchen. Nassgeschwitzt wie wir waren wollten wir aber eigentlich nur noch ins kühle Wasser. Als Ziel hatte ich den ca. 50 km entfernten Ammersee ausgewählt und so ging unsere Fahrt auf der B17 Richtung Norden nach Peiting und von dort aus nach Dießen am Ammersee. Bei der Suche nach einem geeigneten Zeltplatz fuhren wir immer wieder am See auf und ab und probierten so ziemlich jeden Forstweg aus, bis uns klar wurde, dass wir hier wohl leider nichts finden würden (der ganze Uferstreifen des Ammersee ist Naturschutzgebiet und von hohem Schilf bedeckt). Gefrustet ging es also weiter auf der B471 die Amper entlang in Richtung Fürstenfeldbruck, wo wir nach endloser Suche gegen 19 Uhr in der Nähe des kleinen Ortes Schöngeising auch endlich fündig wurden (obwohl dort die vorbeikommenden Jogger auch schon recht sparsam geschaut haben). Die Tausende von kleinen Insekten über dem Fluss entpuppten sich zum Glück als nicht störende Fliegen und nicht wie wir anfangs dachten als Mücken. So schlugen wir also unser Zelt direkt an der Amper auf, die nicht nur hervorragend geeignet war um uns abzukühlen, sondern auch unsere im Auto recht warm gewordenen Getränke. Es folgten wieder ein üppiges Abendessen und die zügige Beseitigung von weiteren 3 Flaschen unseres Moselweins (eigentlich waren sie ja als Geschenke gedacht), bevor wir uns ins Zelt zurückzogen. Mit nur 282 km war dies übrigens die kürzeste Tagesetappe auf unserer Tour.

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5. Tag (353 km):
Streckenverlauf des 5. TagesDas frühe Aufstehen waren wir ja mittlerweile gewohnt, so dass es uns auch heute nichts mehr ausmachte. Im leichten Morgennebel erfolgte das Waschen im Fluss und der Zeltabbau, bevor es gegen 7 Uhr auf zum Bayrischen Wald ging. Da wir beide kein Fan von Großstädten sind, haben wir München über die Autobahnen umfahren und sind auf der A92 mit flottem Tempo nach Deggendorf und weiter über die B533 bis nach Freyung, eine Stadt kurz vor dem Nationalpark Bayrischer Wald, nonstop durchgerauscht.Blick in den Bayrischen Wald Nach dem zügigen Vorankommen gab es dort um 9:30 Uhr erst einmal auf einer herrlichen Blumenwiese einen Kaffee von McDonald's. Mittlwerweile war (wieder einmal) Hochsommer pur angesagt, denn die Sonne hatte sich bereits am Himmel breit gemacht und deutlich aufgezeigt, was uns heute bevorstehen würde. In Freyung selber haben wir dann erneut unsere Vorräte aufgefrischt und einen kurzen Blick auf das Schloss Wolfstein geworfen, welches laut unseres Reiseführers besonders beeindruckend sein sollte. Das fanden wir jedoch überhaupt nicht und sind deshalb auch schnell weiter zum Freilichtmuseum nach Finsterau gefahren.Altes Landhaus im Freilichtmuseum Auf dem riesigen Gelände des Museums bekamen wir für 3,50 EUR einen guten Eindruck vom früheren harten Landleben der Region. Dort sind Häuser, ganze Höfe und eine Schmiede der Region aus verschieden Zeiten wieder original aufgebaut, nachdem sie am ursprünglichen Standort abgetragen worden sind. Dabei wurde auch an das ganze Inventar der ehemaligen Bewohner gedacht, wodurch die Häuser wie belebt wirken. Von dort aus ging es weiter durch den schönen Bayrischen Wald in Richtung Neuschönau zu einem großen Tier-Freigelände. Der Eintritt war hier erfeulicherweise kostenlos und so fielen nur die Parkplatzgebühren von 1 EUR pro Stunde an. Das 200 ha große Gelände ist mit weitläufigen Landschaftsgehegen und Volieren angelegt, die gut auf den Lebensraum des jeweiligen Tieres abgestimmt sind. Auf einem ca. 7 km langen, mit reichlich Informationstafeln versehenen Rundweg werden dort 45 heimische Tierarten, ihre Lebensweise und ökologische Bedeutung im Bergwald vorgestellt.Frischlinge im Tier-Freigelände Für diesen Lehrpfad durch den zum Glück kühleren Wald benötigten wir ca. 3 Stunden. Durch die weitläufigen Gehege und artennahe Umgebung, kamen wir leider nicht in den Genuss wirklich alle Tiere zu entdecken. So blieben uns der Luchs, die Wisente, die Biber und vor allem die Wölfe leider im Dickicht verborgen. Aber was will man auch von den Tieren in der Mittagshitze erwarten, wenn einem selber schon tierisch heiss ist. Wir wurden aber immerhin mit dem Anblick verschiedener Vögel, der Wildkatze, Wildschweinen mit Frischlingen, Fischottern und Braunbär-Jungen belohnt. Vor allem das Wildschweingehege war ein tolles Erlebnis, da man dort nicht durch einen Zaun von den Tieren getrennt ist, sondern mitten durch deren Revier läuft. Wir hatten das Glück, dass die Rotte mit seinem Nachwuchs ziemlich nahe an den Weg herangekommen war und wir sie so gut beobachten konnten. Alles in allem war das Tier-Freigelände ein wirklicher schöner Ausflug in die Welt des Bayrischen Waldes.Fluss im Bayrischen Wald Gegen 15:30 Uhr - zurück aus dem Schatten des Waldes - wurde uns dann schnell bewusst, dass wir eine Abkühlung dringend nötig hatten und haben uns auf die Suche nach einem schönen Platz am Fluss gemacht. Dafür fuhren wir weiter auf den kleinen Strassen durch den landschaftlich beeindruckenden Nationalpark, bis wir nach einer 3/4 Stunde in der Nähe von Spiegelhütte endlich eine passende Stelle entdeckt hatten, wo Tina wieder ihrer Badelust frönen konnte und ich zumindest meine Füße gekühlt habe. Dabei war das Wasser so kalt, dass ich das Gefühlt hatte nur noch Stumpen an den Beinen zu haben (ich weiss echt nicht, wie Tina das aushält). Nach den letzten zwei Übernachtungen im Freien war uns mal wieder nach einer Dusche und wir machten uns irgendwann auf die Suche nach einer Pension mit Balkon. Auf dem Weg wollten wir uns eigentlich auch noch eine Waldglashütte anschauen (für die der Bayrische Wald ja bekannt ist), doch leider war diese bereits geschlossen. In dem kleinen Ort Bodenmais hatten wir schließlich eine nette Unterkunft mit tollem Zimmer gefunden (DZ 40 EUR) und es uns dort auf dem Balkon mit unserem Essen und natürlich auch dem Moselwein (diesmal waren wir aber schon nach einer Flasche platt) gemütlich gemacht. Die Wirtin hatte uns übrigens auch erklärt, warum unser Auto von Innen und Aussen aussah, als ob wir in einen Pollensturm gekommen wären (sogar alle Pflanzen der Umgebung waren von einer feinen Schicht bedeckt). Der Bayrische Wald blüht nur alle sieben Jahre und wir hatten genau ein solches erwischt. Nur gut, dass keiner von uns beiden dagegen allergisch ist.

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6. Tag (474 km):
Streckenverlauf des 6. TagesDer heutige Tag läutete das Ende unsere Reise durch Süddeutschland ein, denn der Weg führte uns nun langsam aber stetig in Richtung Heimat. Der Wecker klingelte schon um 6 Uhr und da wir am Vorabend beschlossen hatten in Nürnberg zu frühstücken, saßen wir auch bereits eine halbe Stunde später im Auto.Die Walhalla hoch über der Donau Über die Landstraße führte unsere Route zurück nach Deggendorf und von da aus auf der A3 in Richtung Nürnberg. Kurz vor Regensburg machten wir noch einen kleinen Abstecher zum Ort Donaustauf, um dort einen Blick auf die Walhalla (in den Jahren 1830-1841 von Leo von Klenze erbautes Nationaldenkmal hoch über der Donau) zu werfen, bevor wir schließlich gegen 9 Uhr in der Nürnberger Altstadt ankamen und uns einen Parkplatz in der Nähe des Frauentors suchten. In einem kleinen Cafe an der Königstrasse gönnten wir uns nun eine kleine Stärkung für den bevorstehenden Stadtbummel durch die zweitgrößte Stadt Bayerns und eine ehemals bedeutende Buchdruckerstadt. Begonnen haben wir diesen am Frauentor, welches in die massive Stadtmauer integriert ist und direkt neben dem Dicken Turm steht.Auf der Kaiserburg in Nürnberg Eingesäumt von der alten Stadtmauer gibt es dort idyllische Gassen mit Fachwerkhäusern, vielen Geschäften (mit allerlei Nürnberger Spezialitäten) und kleinen Bierstuben. Auf dem Weg hinunter zur Pegnitz gab es dann entlang der Königstrasse mit der massiven gotischen Mauthalle, dem großartigen Hauptportal der Lorenzkirche, dem Tugendbrunnen auf dem Lorenzer Platz und dem Heilig-Geist-Spital am Ufer des Flusses eine Menge zu sehen und zu bestaunen. Auf dem weiteren Spaziergaziergang hinauf zur Kaiserburg kamen wir an der Frauenkirche, dem Hauptmarkt mit dem detailreichen Schönen Brunnen und dem Rathaus vorbei. Oben angekommen konnten wir uns in der erfreulicherweise kostenlos zugänglichen Anlage der Kaiserburg (eigentlich sind es ja drei Burgen) in Ruhe umsehen und einen herrlichen Blick auf Nürnberg geniessen. Gegen 11:30 Uhr setzten wir unsere Fahrt bei strahlend blauem Himmel und bereits gewohnten Temperaturen über die A6 und die A7 fort, bis wir am Mittag in Rothenburg ob der Tauber ankamen. Wer einmal mittelalterliche Luft schnuppern will, der sollte auf jeden Fall hierher kommen, denn die ganze Stadt ist ein einziges Museum mittelalterlicher Architektur. Um alles genau zu erkunden, muss man sicherlich einen ganzen Tag einplanen, wir hatten jedoch leider nur ein paar Stunden Zeit.Das Rödertor in Rothenburg o. d. Tauber Da wie Heidelberg auch Rothenburg ob der Tauber auf dem Programm von jedem ordentlichen Deutschlandbesuch steht, wimmelt es in der Stadt natürlich nur so von Touristen. Überall trifft wir auf große Reisegruppen aller Nationalitäten, Preise und Erklärungen sind oftmals sogar in japanisch angegeben und ruhige Winkel findet man eigentlich nur abseits der Hauptwege im Schatten der Stadtmauer. Unser Stadtrundgang führte uns zunächst an der Stadtmauer entlang vom Klingentor über das Galgentor und das Rödertor bis hin zum Spitaltor um die halbe Stadt herum. Tina hatte dabei sichtlich Spass oben auf der Stadtmauer in der Wehranlage entlangzuspazieren, während ich den Weg in den Gassen entlang der Mauer vorzog (die Balken in dem Wehrgang waren nämlich verdammt niedrig). Man hat immer wieder einen schönen Blick in die kleinen Gassen voller Fachwerkhäuser und die Gerlachschmiede in der Nähe des Rödertors ist eine wahre Augenweide. Vom Spitaltor aus gingen wir über die Spitalgasse unter dem Siebersturm hindurch in die Innenstadt und zum Marktplatz. Faszinierend in der Innenstadt (vor allem in der Schmiedgasse) fanden wir die kunstvoll geschmiedeten Ausleger an Wirtshäusern und Ladengeschäften, die von der Tradition dieses Handwerks zeugen und ein wahrer Blickfang sind (selbst McDonald's hat einen solchen Ausleger).Die Gerlachschmiede in Rothenburg o. d. Tauber Auf einer schönen Gartenterrasse am Kirchplatz ließen wir es uns später bei einem üppigen Mittagessen (das erste richtige Essen seit Beginn der Tour) richtig gut gehen, schlenderten danach noch ein wenig durch die kleinen Gassen und verließen am Nachmittag dieses schöne Städtchen wieder. Über Creglingen, Bad Mergentheim und Tauberbischofsheim fuhren wir auf einer 'Romantischen Strasse' durch das landschaftliche schöne Taubertal mit seinen vielen kleinen Orten bis nach Wertheim, wo der Fluss in den Main fliesst. Zwischendurch zog sich der Himmel bedrohlich zu und bekräftigte damit die Wettermeldungen aus dem Radio, nach denen es am späten Nachmittag zu Regnen beginnen sollte. Eine halbe Stunde später war davon jedoch nichts mehr zu sehen und die Sonne verwöhnte uns weiterhin mit ihrem Anblick. Bei unserer kurzen Rast mit Blick auf die Burganlage von Wertheim holten wir uns bei Spaziergängern auch gleich 2 Tips für schöne Plätze direkt am Main mit der Möglichkeit zum Zelten ein. Von denen gefiel jedoch keiner unseren Vorstellungen und so fuhren wir immer weiter am Main entlang Richtung Miltenberg auf der Suche nach einem schönen Fleckchen.Blick auf den Main Fündig wurden wir schließlich gegen 18 Uhr hinter dem Örtchen Mondfeld, wo wir uns an einer traumhaften Stelle erst einmal wieder ein erfrischendes Bad im Fluss gönnten und die letzten Sonnenstrahlen auskosteten, bevor wir uns über unsere Vorräte und den verbliebenen Moselwein (dann gibt es halt keine Mitbringsel) hermachten. Eine der drei im Fluss gekühlten Flaschen hatten wir scheinbar durch den Wellengang eines vorbeifahrenden Schiffes verloren, später jedoch zum Glück unter einem Stein wiedergefunden. Tina hielt sich mit dem Trinken zurück und war sich immer noch unsicher, was das Wetter anging. Der Himmel sah absolut nicht nach Regen aus, was sich in der Nacht jedoch schnell ändern könnte (und angesagt war der Regen ja angeblich). Auch wenn wir uns dafür am nächsten Tag wahrscheinlich ärgern würden, verließen wir unseren schönen Schlafplatz am Main und machten uns gegen 21 Uhr auf die Suche nach einer Pension. Das gestaltete sich deutlich schwieriger als erwartet, da entweder die Preise total überzogen oder die Zimmer nicht in Ordnung waren. So mussten wir ziemlich genervt bis nach Miltenberg fahren, wo wir erst gegen 22:30 Uhr bei einem sympatischen Griechen in einem Zimmer unterkommen konnten. Nach einer weiteren Flasche Wein war das Einschlafen dann auch kein Problem mehr. Die Entscheidung eine Pension aufzusuchen, erwies sich jedoch als absolut richtig, denn in der Nacht zog ein ordentliches Gewitter über uns hinweg (davon habe ich im Tiefschlaf jedoch nichts mitbekommen) und es schüttete wie aus Eimern.

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7. Tag (535 km):
Streckenverlauf des 7. TagesIm großen und ganzen stand heute natürlich alles im Zeichen der Rückreise nach Münster und so hatten wir Gelegenheit einmal bis 7:30 Uhr auszuschlafen (wenn man dabei überhaupt von ausschlafen sprechen kann). Nach einem guten Frühstück bei unserer kontaktfreudigen griechischen Wirtin ging es kurze Zeit später zurück auf die Strasse in Richtung Aschaffenburg. Auch das Wetter machte es uns nicht wirklich schwer den Süden der Republik zu verlassen. Es war zwar noch angenehm warm, aber zum ersten mal seit dem Beginn unserer Tour richtig stark bewölkt. In Aschaffenburg wollten wir uns ja eigentlich das Schloss Johannisburg anschauen, doch das kurz vor der Stadt einsetzende Gewitter machte uns einen dicken Strich durch die Rechnung. So entschlossen wir uns also, in der Hoffnung auf besseres Wetter, auf der A3 direkt weiter nach Frankfurt zu fahren.Die Skyline von Frankfurt Nach einer kurzen Verzögerung durch einen Unfallstau kamen wir dort bei leicht bewölktem Himmel an und suchten uns einen Parkplatz in der Nähe vom Römerberg. Unser Stadtbummel durch die Altstadt führte uns vorbei am idyllischen Römerberg mit seinen Fachwerkbauten und dem Gerechtigkeitsbrunnen, dem alten Rathaus, der Paulskirche (hier tagte 1848 das erste gesamtdeutsche Parlament), der alten Hauptwache aus dem Jahre 1671 bis zur Alten Oper, von wo man einen schönen Blick auf einen Teil der Frankfurter Skyline hat. Nach einer kurzen Kaffee-Pause direkt an der Oper begaben wir uns auch schon wieder auf den Rückweg zum Auto und setzten unsere Fahrt fort. Von der Brücke über den Main, die wir auf dem Weg zur Autobahn überquerten, konnten wir zum Abschluss noch die Skyline von 'Mainhatten' in seiner ganzen Pracht bewundern. Von hier aus hatten wir nun die Wahl entweder über Siegen oder über KasselDer Hexenturm in Fulda nach Hause zu fahren und entschieden uns dafür, dem Schloss Wilhelmshöhe in Kassel noch einen Besuch abzustatten. So folgten wir also der A66 und fügten zwischendurch einen Abstecher in das Barockstädtchen Fulda ein. In einem Cafe an der Hauptwache nutzten wir die Chance auf ein leckeres Mittagessen mit Blick auf das Schloss. Hier lief jedoch alles schief, was in einem Restaurant nur so schiefgehen kann. Zuerst bekam ich etwas, was ich gar nicht bestellt hatte (das richtige Essen war dann aber zügig da), dann fand Tina in ihrem Reisgemüse einen toten Käfer (was ihr natürlich sofort den Appetit verdorben hat) und zum Schluss konnte der Kellner auch noch einen 50 EUR-Schein nicht wechseln. Dafür war der kurze Rundgang durch die Altstadt von Fulda aber um so schöner. Hier liessen wir das Schloss, den imposanten Dom, den Hexenturm und die vielen Fachwerkhäuser (vor allem das alte Rathaus) in der Innenstadt auf uns wirken.Die Kaskaden und die Herkulesstatue auf der Wilhelmshöhe Ein lohnenswerter Kurzbesuch war es somit allemal. Gegen 13:30 Uhr hiess es dann wieder möglichst viele Kilometer auf der Autobahn hinter uns zu bringen. Auf dem Weg über die A7 nach Kassel fuhren wir schließlich mitten in eine Gewitterfront hinein und hatten uns bereits damit abgefunden, die Wilhelmshöhe nun doch nicht besichtigen zu können, aber das Wetter-Glück blieb uns auch dieses eine mal noch treu und bescherte uns in Kassel ein kurzes Regenloch mit ein wenig Sonne. Vom Parkplatz aus stiegen wir den Hügel zum Schloss hinauf und waren beeindruckt von dem schönen Schlossgarten, der sich dahinter auftat.Regenbögen über dem Schloss Wilhelmshöhe Im weiteren Verlauf bis zur Hügelkuppe und der Herkulesstatue führte der Weg an optischen Leckerbissen wie den künstlichen Wasserfällen, dem Aquädukt, der Teufelsbrücke und den langen Kaskaden vorbei. Bei unserem Marsch zur Spitze des Hügels hörten wir bereits das nächste Gewitter immer näher kommen und ich hätte darauf wetten können, dass es auf dem letzten schutzlosen Stück über die Kaskadentreppen anfängt zu regnen. Die Wette hätte ich jedoch verloren, denn tatsächlich fing der Schauer erst an, als wir uns oben beim Oktogon untergestellt hatten. Nach zehn Minuten heftigstem Regen war auch schon wieder alles vorbei und wir wurden für die anstrengende Tour hier herauf mit zwei herrlichen Regenbögen direkt über dem unter uns liegendem Schloss belohnt. Der Rest unsere Tour durch Süddeutschland ist schnell und unspektakulär erzählt. Nach unserem Ausflug auf die Wilhelmshöhe ging es um 17 Uhr über die Sauerlandlinie und die A1 nonstop zurück nach Münster, wo wir am Abend nach unsere längsten Tagesetappe und insgesamt 2788 gefahrenen Kilometern ankamen. Müde wie wir waren, musste das Ausräumen des Autos dann auch auf den nächsten Tag warten. Wenn ich mir jetzt - eine Woche später - beim Schreiben dieses Berichts das Wetter so anschaue, muss ich feststellen, welches Glück wir doch hatten sechs Tage lang von der Sönne verwöhnt zu werden :-)


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