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Kurze Landesinformationen Ausführliche Beschreibungen von: Guangzhou (Kanton): Tempel, Parks, Lotus Hills, Die Große Mauer, Beijing (Peking): Tempel, Verbotene Stadt + Tian'anmen-Platz, Parks, Ming Gräber, Kleine Sehenswürdigkeiten Genaue Reiseberichte Einreise, Adressen, Gesundheit, Sicherheit, Feiertage, Hinweise Bildgalerie mit zahlreichen Fotos

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Guangzhou (Kanton): Lotus Hills


Etwa 40 km südlich von Guangzhou findet man direkt an der Mündung des Perlflussdeltas im Ort Panyu mit den Lotus Hills (Lianhua Shan) bzw. Lotus Mountains eine außergewöhnliche Parkanlage,Steile Felsen in den Lotus Hills deren Besuch in Form eines Tagesausflugs bei schönem Wetter absolut lohnenswert ist und die vor allem einheimische Besucher aus der gesamten Region anzieht. Namensgebend für den Park ist ein großer Stein auf der Spitze des Pofu Peak, dessen Form an eine Lotusblüte (Lianhua) erinnert. Einer Legende nach warf der Gott Kwan-Yin seinen Lotus-Thron ins Wasser der Perlflussmündung, um damit einen Drachen unter Kontrolle zu bringen, der hier sein Unwesen trieb. Aus dem Thron entstand dann schließlich der besagte Stein.

Die Autofahrt dorthin dauert ca. 1 Stunde, wobei man am einfachsten mit einem Taxifahrer einen Festpreis für Hin-/Rückfart inkl. der Wartezeit vor Ort aushandelt (zusammen ca. 350-400 RMB). Günstiger geht es nur, wenn man von Guangzhou aus mit dem Bus oder Zug bis nach Panyu fährt und von dort dann den Bus zu den Lotus Hills nimmt. Allerdings ist diese Variante meist wesentlich zeitaufwendiger.

In der Parkanlage der Lotus HillsIn erster Linie dienten die Lotus Hills in der früheren Vergangenheit als Steinbruch, in dem über viele Jahrhunderte hinweg Steine aus dem Fels gehauen (noch heute sind diese Spuren zu sehen) und dadurch die eindrucksvollen und einzigartigen Felsformationen als Nebenprodukt erschaffen wurden. Genutzt wurde das Steinmaterial auf Grund seiner Beschaffenheit vorzugsweise als Schleifstein und für Grundmauern. Laut Untersuchungen von Experten sollen z.B. 8 der 12 verwendeten Baumaterialen für das vor mehr als 2.000 Jahren erbaute Grabmal des Nanyue-Königs in Guangzhou hierher stammen. Heute stehen sie komplett unter staatlichem Schutz und dienen nur noch als Touristenattraktion bzw. Ausflugsziel für die einheimische Bevölkerung. Der etwa 2,5 km² große Park (Eintritt 30 RMB) zählt mit seiner Pagode, dem großen Tempel, der riesigen Götterstatue, einem begehbaren Lotusteich, einer kleinen Festungsanlage und natürlich den bizarren Felsformationen mit Abstand zu den abwechslungsreichsten Anlagen der Gegend. Er besteht insgesamt aus 48 roten Sandsteinhügeln (von denen der höchste 108 m hoch ist), ist sehr gepflegt und hat einfach seinen ganz eigenen Charme. An vielen Stellen im Park gibt es kleine Shops, Toiletten und zahlreiche Bänke zum Ausruhen. Man kann hier auch Angeln, Reiten und Grillen. Eine gemütliche Erkundung der gesamten Parkanlage zu Fuss dauert ca. 3-4 Stunden und beeinhaltet auch etliche Treppenstufen (alleine die Treppe rauf zur Bodhisattva Guanyin Statue sind 383 Stufen). Wer hier noch mehr Zeit verbringen möchte, der kann sich auch in einem der 3 Hotels des Lotus Hill Resorts einquartieren oder auf dem benachbarten Golfplatz eine Platzrunde spielen.
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Über den Lotus Hills thront an der höchsten Stelle der Gegend die 50 m hohe, achteckige Lotus-Pagode (Lianhua Pagoda).Die Lotus-Pagode Von der Spitze der neunstöckigen Pagode (innen sind es 11 Stockwerke!), die man über eine schmale Wendeltreppe erklimmen kann, hat man bei schönem Wetter einen atemberaubenden Blick über die Anlage und den angrenzenden Fluss. Sie wurde bereits 1612 (während der Ming-Dynastie) erbaut und auf Grund seiner markanten Lage und weithin sichtbaren Form dient sie auch heute noch als Orientierungshilfe für die Fluss-Schiffahrt. Die Pagode hat in ihrer 400jährigen Geschichte schon etliches überstanden (so z.B. auch die Bombardierung von Guangzhou 1938), was natürlich seine Spuren an dem Bauwerk hinterlassen hatte. 1981 und 1997 wurde der Turm schließlich mit Geldmitteln von Landsleuten aus Hongkong und Macao restauriert und erstrahlt seitdem in seiner jetzigen Form. Die ca. 10.000 m² große Festungsanlage "Lotus City" nahe der Pagode wurde ursprünglich 1664 erbaut.Auf der Mauer der Lotus City Die Festung mit seinen knapp 10 Meter hohen Mauern und Gebäuden wurde inzwischen zwar ebenfalls restauriert, entspricht aber immer noch den ursprünglichen Erscheinungsform. Der Besucher bekommt hier einen Eindruck von den Soldaten-Baracken während kriegerischer Zeiten und der Gang auf der Mauer der Festung erinnert ein wenig an die Chinesische Mauer. Die Lotus Hills liegen an einer strategisch wichtigen Stelle und dienten auch in der Zeit der Opium-Krieg als natürliche Verteidungslinie vor den Engländern. Seitdem wurden sie auch gerne "Great Wall of Guangzhou" genannt. Folgt man unterhalb der Pagode dem breiten gepflasterten Weg durch das kunstvolle Tor, so stößt man an einem großen Platz auf die beeindruckende ca. 11 mStatue der Göttin der Gnade hohe und 120 Tonnen schwere Bronzestatue der "Göttin der Gnade" (Bodhisattva Guanyin), welche 1994 errichtet und mit 90 kg Gold beschichtet wurde (dies ist übrigens die weltweite größte goldbeschichte Statue der Göttin). Die Göttin blickt dabei nach Osten in Richtung Flussmündung. Zu ihren Füßen werden ihr von vielen Besuchern Opfergaben in Form von Räucherstäben, Räuchersäulen und riesigen Räucherpyramiden dargebracht. Ich habe ja schon viele Tempel in China besucht, aber so große Räucheropfer wie hier habe ich noch nirgends gesehen! In der Nacht von jedem 1. und 15. Tag des Monats (Geburtstage der Göttin), sowie an besonderen Feiertagen, wird die große Statue mit Scheinwerfern angestrahlt und refelektiert dadurch ein goldenes Licht, welches angeblich mehrere Kilometer weit zu sehen ist. Direkt neben der goldenen Statue befindet sich der knapp 3.900 m² große Lotus-Pavillon, welcher 1997 erbaut wurde. Dieses Gebäude ist ein wahres Meisterwerk chinesischer Handwerkskunst und bietet zahlreiche Details zu entdecken. Jede der filigranen Holschnitzarbeiten an den Wänden, Fenstern, Türen, Decken und Altären besteht aus feinstem Rosenholz und wurde farbenreich bemalt.Der Lotus-Pavillon In der großen Haupthalle sitz eine ca. 12 m hohe Statue aus Kampferholz, welche die wohlwollende Göttin mit tausend Armen und tausen Augen darstellt. In anderen Tempeln mit einer solchen Darstellung besitzt die Statue in Wirklichkeit nur 42 Arme, jedoch ist das hier im Lotus-Pavillon anders, denn hier sind es tatsälich 1.000 Arme und auch 1.000 Augen. Wer mag kann ja mal in aller Ruhe nachzählen. Neben der Statue wurden entlang 2 hoher Säulen zusätzlich 1.000 kleine Skulpturen der Göttin Guanyin aus verschiedensten Materialien (u.a. Jade, Holz, Kupfer und Porzellan) aufgestellt.Statue im Lotus-Pavillon Aus diesem Grund wird das Gebäude verständlicherweise auch "Pavillon der 1.000 Buddhas" genannt. Auf jedem der 2 Altare an den Seitenwänden des Erdgeschosses findet man zudem noch 18 verschiedene kleinere Sklupturen, welche dem Bild der "36 Guanyins" zu Grunde liegen. Nach dem chinesischen Buddhismus stellen sie die Göttin im Wandel der Zeit dar. Im zweiten Stock stehen 18 weitere, jeweils 1,7 Meter hohe Statuen. In der Mitte des 3. Stocks kann man eine ca. 2,5 m hohe Götterstatue aus Marmor betrachten, welche das wertvollste Stück in diesem Gebäude ist. Flankiert wird dieses Kunstwerk von 36 (18 auf jeder Seite) verschieden bemalten Porzellanstatuen. Auf jedem Stockwerk des Pavillons kann man auf einem Außenbalkon um das Gebäude herum laufen und so einen atemberaubenden Blick in alle Himmelsrichtungen genießen.
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Der alte Steinbruch in den Lotus HillsUnterhalb des Guanyin Pavillon befindet sich ein großer Garten mit einem Wasserbecken, in dem die Leute ihre Tiere (z.B. Schildkröten und Fische) freilassen dürfen. Mitten im Wasserbecken liegt eine gigantische, 6 m lange Steinschildkröte mit 5 kleinen Schildkröten drumherum bzw. auf ihrem Rücken. Während die große Schildkröte für "Geburtstag für über 50jährige" steht, haben die kleineren Tiere die Bedeutung von "Gnade", "Verdienst", "Langlebigkeit", "Glück" und "Zufriedenheit". Wer mit einer Geldmünze den Kopf einer der Schildkröten trifft, der soll angeblich viel Glück im Leben haben. Höhepunkt eines Besuchs der Lotus Hills sind natürlich die markanten Felsformationen, Durchgänge und Höhlen des ehemaligen Steinbruches, die allesamt irgendwelche phantasievollen Namen tragen (flying eagle tunnel, flying eagle cliff, swallow rock, lion rock usw.).Zwischen den Felsen der Lotus Hills Die beste Übersicht hat man von der kleinen tempelartigen Aussichtsplattform auf der Spitze einer Felsnadel hoch über dem ehemaligen Steinbruch. Diese skurrilen Felsen sind teilweise durch Menschenhand und teilweise natürlich entstanden. Es ist schon ein imposantes Erlebnis, wenn man auf den schmalen Wegen kreuz und quer entlang der Steilklippen durch diese Landschaft spaziert. Angeblich wird diese beeindruckende Szenerie auch gerne für TV-Produktionen und Filme genutzt (ich selber habe diese Landschaft allerdings noch nicht bewusst in irgendwelchen Filmen wahrgenommen). Noch heute sind sowohl die ursprünglichen Steinstrukturen als auch die Arbeitsspuren aus vergangenen Steinbruchtagen gut zu erkennen. Obendrein findet man an vielen Wänden eingravierte chinesische Schriftzeichen, welche allesamt Segenssprüche (Fu) darstellen. An einer Felswand sind 100 dieser chinesischen Zeichen zu finden. Es heißt, wer diese Wand fotografiert, der kann sich den 100 Segnungen sicher sein.

Bekannt ist die Parkanlage bei den Einheimischen aber auch für das jährlich stattfindene Lotusblüten-Fest (Juni-August), wenn überall im Park ca. 100.000 Lotusblüten in voller Pracht stehen. Neben den einheimischen Lotusarten findet man hier auch Arten aus Japan, Amerika und Australien. Daneben wird hier aber auch noch ein großes Pfirsichblüten-Fest gefeiert (Frühling), wenn die Pfirsichbäume in voller Blüte stehen.




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