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Beijing (Peking): Tempel


Nachdem Beijing im 13. Jahrhundert zur Hauptstadt des vereinigten China gemacht wurde, nahm es auch gleichzeitig den Platz des Zentrums der religiösen Aktivitäten des ganzen Landes ein. Es entstanden nach und nach buddhistische Tempel, islamische Moscheen, sowie katholische und evangelische Kirchen innerhalb und außerhalb der Stadt. Ich gehe im folgenden auf ein paar der eindrucksvollsten Tempel der Stadt ein.

Himmelstempel: Im Süden Pekings liegt im weiträumigen Tiantian-Park der Himmelstempel (Tiantian), eines der schönsten Bauwerke der Stadt und zudem mit einer wichtigen Symbolik für die Chinesen. Der Tiantian-Park hat in jeder Himmelsrichtung einen Zugang und ist täglich von 6 bis 21 Uhr geöffnet,Halle des Ernteopfers die Gebäude von 9 bis 17 Uhr (Eintritt 15 RMB für den Park, 35 RMB inkl. der Gebäudeanlage). Diese Anlage entstand 1421 zusammen mit dem Kaiserpalast und hier mußte der Kaiser mehrmals im Jahr "Zwiesprache mit dem Himmel" halten. Der Himmel war dabei weder ein spezieller Ort, noch mit einer Person oder einem Gott verbunden, sondern eher ein abstrakter Begriff. Man glaubte allerdings, daß auf der Erde nur Harmonie (=Wohlstand) herrschen konnte, wenn auch im Makrokosmos der gesamten Existenz Harmonie herrschte. Diese mußte der Kaiser daher beschwören, damit die Natur sich nicht durch Unwetter, Überschwemmungen und Dürren an den Menschen rächte, denn nur dann konnten gute Ernten eingefahren werden, die Menschen überleben und zu Wohlstand gelangen. Zu diesen Opfern an den Himmel zog der Kaiser mit großem Gefolge aus dem Palast auf der breiten Prachtallee nach Süden und wohnte dann eine Nacht im Palast der Abstinenz im Westen der Tempelanlage und fastete. Am nächsten Tag betrat er den erhöhten Ehrenweg, durch den die wichtigen Gebäude auf einer Nord-Süd-Achse miteinander verbunden sind, wandte sich nach Norden und fand dann auf der rechten Seite des Wegs ein Zelt vor, in dem er sich für die Zeremonien umkleidete. Den Rest des Wegs legte er barfuß zurück, schritt durch das Tor des Ernteopfers in den großen Innenhof, den die 38 m hohe runde Halle des Ernteopfers dominiert.Im Innern der Erntehalle Diese Halle wird auch häufig mit dem Himmelstempel gleichgesetzt, was jedoch nicht zutrifft. Sie war für die Zeremonie nur der zweitwichtigste Ort, weshalb die gesamte Anlage korrekt übersetzt eigentlich "Himmelsaltar" heißen müßte. Die drei Dächer der imposanten Halle sind mit 50.000 blauen Glasurziegeln bedeckt und von einer goldenen Perle gekrönt. Im Inneren der Halle findet man die vier Säulen, welche das oberste Dach tragen und die vier Jahreszeiten repräsentieren. Die nächste Runde besteht aus zwölf Säulen, die für die zwölf Monate stehen, während die äußeren zwölf Säulen die zwölf Doppelstunden des Tags symbolisieren. Hier opferte der Kaiser am 15. Tag des ersten Mondmonats mit der Bitte um eine gute Ernte. Nach Abschluß der Zeremonie ging der Kaiser auf dem langen Ehrenweg zurück Richtung Süden. Durch mehrere Ehrentore gelangte der Kaiser schließlich zum eigentlichen Himmelsaltar, welcher erstmals 1530 errichtet wurde und damals aus blauen Steinplatten bestand. Qianlong ließ ihn 1749 aus weißem Bruchstein wesentlich vergrößern, damit er in angemessener Umgebung am Tag der Wintersonnenwende "Zwiesprache mit dem Himmel" halten konnte. Er berichtete dann dem Himmel über sein vergangenes Regierungsjahr und bat um Segen für das folgende Jahr. Sehr auffällig ist die Zahlensymbolik am Himmelsaltar. Wie der Himmel, der Süden und die Sonne gehören auch die ungeraden Zahlen zum Element yang, mit der Neun an oberster Stelle. So mißt die oberste Plattform des Altars 9 zhang (etwa 27 m) im Durchmesser, die mittlere 3x5 zhang, die untere 3x7 zhang. Auch die Säulen folgen einem Neunerrhythmus, oben 36 (9x4), in der Mitte 72 (9x8) und unten 108 (9x12) - insgesamt sind es 216 (9x24). Da dürfen natürlich auch die Bodenplatten nicht aus dem Rahmen fallen, so daß sich um die große runde Platte in der Mitte 9 Platten legen. Jeder folgende Ring hat 9 Platten mehr, bis auf der obersten Ebene 81 (9x9) erreicht sind. Auf der nächsten Ebene geht es mit 90 (9x10) weiter bis 162 (2x9x9), auf der dritten Ebene bis 243 (3x9x9).
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Lamatempel: Das Yonghegong (Lamakloster oder Lamatempel) mit seinen roten Mauern und gelben Dachziegeln gehört zu den wichtigsten Kulturdenkmälern in China, die unter Denkmalschutz stehen.Bronzelöwe im lamatempel Der Lamatempel zählt zu den größten und schönsten Tempeln von Peking. Die Gebäudeanlage entstand 1694 und diente dem Qing-Kaiser Yongzheng vor seiner Thronbesteigung als Residenz - damals hieß die Anlage Yongqinwangfu (die Residenz des Prinzen Yong). Nachdem Yongzheng den Thron bestiegen hatte, diente die Gebäudeanlage als kaiserliches Vorstadt-Schloß und bekam den Namen Yonghegong ("Palast des Friedens und der Harmonie"). Ironischerweise zog gleich der kaiserliche Geheimdienst ein, eine gefürchtete Truppe von in chinesischen Kampftechniken erprobten Mönchen, die als "Büro zur Belieferung des kaiserlichen Haushalts mit Insekten" getarnt wurde. Nach seinem Tod (1735) wurde Yongzheng hier vor der Beerdigung aufgebahrt, die grün glasierten Dachziegel der Haupthallen wurden zu diesem Zweck durch gelbe ersetzt und so Yonghegong in ein kaiserliches Kloster verwandelt. Aber erst im Jahre 1744 wurde Yonghegong offiziell zu einem Lamakloster erklärt. 500 Mönche aus der Mongolei zogen auf Kosten des Hofes hier ein, doch in der zweiten Hälfte des 18. Jhs. lebten bis zu 1200 mongolische, mandschurische und tibetische Mönche des Lamaismus in dem Kloster. Berichte vom Ende des 19. Jhs. sprechen jedoch von merkwürdigen Riten und einem Verfall der Anlage, die im Jahr 1900 im Zuge der Niederschlagung des Boxer-Aufstands von den alliierten Armeen besetzt wurde. Erst Anfang der 1980er Jahre wurde der Lamatempel restauriert. Die große Tempelanlage ist täglich von 9-16 Uhr geöffnet und der Eintritt beträgt 25 RMB. Der erste Innenhof wird von einem Glockenturm und einem Trommelturm flankiert. Dahinter dokumentieren Stelen einen Aufsatz Qianlongs über den Lamaismus. Die folgenden Hauptbauten des Yonghegong sind fünf Hallen, die alle entlang einer Achse liegen.Prunkvolle Hallenkonstruktion Zuerst kommt man in die Tianwangdian (Halle der Himmlischen Könige) mit dem lachenden Dickbauchbuddha Milefo, der von den großen Figuren der Himmelskönige umgeben ist. Dahinter steht eine Statue des Skanda, der einen Zauberstock Vajra in den Händen hält. Nach der Legende war er ein Jünger von Schakjamuni und machte sich um die Behütung der Buddhareliquien verdient, weshalb er hier einen Platz fand. Auf der Hauptachse folgt nun mit der Yonghedian (Halle der Harmonie und des Friedens) die Haupthalle des Klosters. In der Mitte der Halle stehen die Statuen der "Buddhas der drei Welten" Sakyamuni (dem Buddha der Gegenwart), Maitreja (der Buddha der Zukunft) und Kasyapa (der Buddha der Vergangenheit), welche von den Buddha-Schülern Ananda und Kasyapa flankiert werden. Rechts und links von ihnen stehen Statuen der achtzehn Luohan (Arhat). Nach einer Überlieferung handelt es sich dabei um jene achtzehn Jünger, die im Auftrag Buddhas ewig leben und nie ins Nirwana eingehen. Sie sollen die buddhistische Lehre verbreiten und andere Wesen zur Erlösung führen. Daran anschließend gelangt man in die dritte Halle, Yongyoudian (Halle des Ewigen Schutzes). Hier steht Amitabha, der Buddha von unermesslicher Lebenszeit, rechts von ihm Bhaisajyaguru, der Buddha der Medinzin, und links von ihm Sinhanada, der Buddha der Stimme der buddhistischen Gottheit.Dachdetail im Lamatempel Die auf der Hauptachse folgende vierte Halle trägt den Namen Falundian (Halle des Buddhistischen Rades), in der die Mönche des Klosters ausgebildet wurden. Damals war die Halle leer, als Symbol der höchsten Weisheit und des Ziels alles Seins. Heute wird sie allerdings von einer großen Kupferstatue Tsongkhapas (1357-1419) beherrscht, des Gründers der tibetischen Gelbmützensekte. Dahinter stehe eine Schnitzarbeit aus Ebenholz mit der Darstellung des Berges der 500 Luohan. Die Schüler Buddhas in ihrer magischen Zahl bestehen aus Gold, Silber, Bronze, Zinn und Eisen. In dieser Halle sind zudem zwei wichtige tibetische Schriftensammlungen aufbewahrt, und zwar das Kanjur in 108 Bänden an der westlichen Wand und das Tanjur in 207 Bänden an der östlichen Wand. Hinter dieser Halle befindet sich der Wanfuge (Pavillon des Zehntausendfachen Glücks) - auch Dafolou (Gebäude des Großen Buddhas) genannt. Es ist das höchste Bauwerk des ganzen Lamaklosters. Der Mittelteil des Gebäudes ist dreistöckig; die beiden Seitenflügel, ungewöhnlich durch Brücken im ersten Stock verbunden sind, sind zweistöckig. Diese Art der Holz-Konstruktion ist in China eine Seltenheit. Der Hauptpavillons behütet eine aus einem 26 Meter langen Stamm geschnitzte Statue des Buddhas Maitreya. Acht Meter des Stammes, den der 7. Dalai Lama Qianlong schenkte, sind zur Verankerung in den Boden versenkt, 18 Meter ragt die Figur von der Fußsohle bis zur Krone auf. Die beiden Seitenpavillons sind meist verschlossen, denn hier versuchte der Buddhismus eine Modernisierung, die heute nicht mehr funktioniert: eine mechanische Lotosblume, die wie ihr echtes Vorbild nachts die Blütenblätter verschließt, und ein riesiges tibetisches Gebetsrad. Außer den aufgezählten Räumlichkeiten gibt es noch verschiedene interessante Nebenhallen.
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Kloster der Azurblauen Wolke: Der Biyunsi (Tempel der Azurblauen Wolken, 10 RMB) liegt am östlichen Abhang des duftenden Berges unweit des Nordtores des Xiangshan-Parks (ebenfalls 10 RMB) und es handelt sich dabei um einen äußerst imposanten und alten Tempel. Dieser Tempel wurde 1366 in der Yuan-Zeit erbaut und hiess damals Biyun´an (Klause in den Azurblauen Wolken).Innenhof im Kloster Hier genossen in der Qing-Zeit die Kaiser zusammen mit ihren Kaiserinnen und Konkubinen gern die wunderschöne Landschaft ringsum die blühenden Hügel. Die wichtigsten heute noch vorhandenen Gebäude wurden allerdings erst 1748 erbaut. Der Aufbau der Tempelanlage ist durch hintereinanderliegende Höfe gekennzeichnet - vom ersten Tempeltor bis zum äußersten Ende des Tempels kommt man insgesamt durch sechs verschieden gestaltete Höfe. Der Tempel schmiegt sich harmonisch in die Umgebung voller hochgewachsene Akazien, mächtigen Weiden, alten Kiefern und Zypressen ein. Vor dem Tempeltor befindet sich eine weiße Steinbrücke, die eine einige Meter tiefe, von einem Bächlein durchflossene Schlucht überspannt. Geht man durch dieses Tempeltor so gelangt man zuerst in die Halle der Himmelskönige, in der sich eine bronzene Figur des Milefo aus der Ming-Dynastie befindet. Dieser dickbäuchige lachende Buddha muß sich ob seines Leibesumfangs immer zurücklehnen. Das rechte Knie hat er aufgestemmt, darauf ruht seine rechte Hand mit einer Gebetskette. Er repräsentiert den Buddha Maitreya in einer Gestalt, die es nur in China gibt. Denn dieser Buddha geht zurück auf einen Mönch namens Qi Ci aus dem 10. Jh., der sich kurz vor seinem Tod als Inkarnation Maitreyas, des Buddhas der Zukunft, zu erkennen gab. Der vierte Hof des Tempels wurde renoviert und zeigt nun eine Ausstellung über Sun Yatsen, der 1911 zu den Gründern der Republik China gehörte. Er starb 1925 in Peking und wurde hier aufgebahrt, bis sein Mausoleum in Nanjing fertig war vier Jahre später.In der Halle der 500 Luohan Den versilberten Bronzesarg stiftete die Sowjetregierung, die die chinesischen Nationalisten unterstützt hatte, doch niemals könnte ein Chinese in einem Metallsarg begraben werden, da darin der Körper nicht schnell genug verfällt. In einem westlichen Hof liegt die eindrucksvolle "Halle der 500 Luohan". Die Zahl 500 bezieht ihre Bedeutung aus der indischen Mythologie, und die Unsterblichen oder Luohan gelten als die ersten Schüler des Buddhismus, die die Lehre verbreiteten. Anders als die Buddhas sind sie noch nicht ins Nirwana eingegangen und werden deshalb individualisiert und lebendig dargestellt, nicht stilisiert und entrückt wie die Buddhas. In der kreuzförmigen Halle reihen sich 500 vergoldete lebensgroße Holzfiguren auf, genaugenommen sind es aber 508, denn zu den 500 Luohan kommen noch sieben Götterdarstellungen und der Mönch Ji Gong, der nach der Legende beim Bau der Halle zu spät kam, so daß für ihn kein Platz in den Reihen der übrigen Luohan blieb. Lediglich als verkleinerte Gestalt ist er auf einem Dachbalken zu sehen. Im letzten Hof des Tempels erhebt sich der berühmte Vajra-Stupa (Diamantthronpagode), umgeben von einem alten Wäldchen. Er ist nach dem Muster des Vajra-Stupas in Bodh-Gaya in Indien gebaut, der zum Gedenken an die Buddhawerdung Schakjamunis errichtet wurde. Die Diamantthronpagode ist 34,7 m hoch und vollständig aus weißem Marmor angefertigt. Sie hat zwei Stockwerke, von denen das obere reichlich mit Reliefarbeiten verziert ist, auf denen große und kleine Buddhafiguren, Himmelskönige, kräftige Männer (Viras), Drachen, Phönixe, Löwen, Elefanten und Wolkenmuster im traditionell tibetischen Stil dargestellt sind. Von der oberen Plattfom erheben sich vier kleinere und eine große Pagode, die ebenfalls mit Buddhareliefs geschmückt sind und von hier oben aus hat man einen herrlichen Blick über die Abhänge der Westberge. Obwohl der Stupa in typisch indischer Form ausgeführt wurde, zeigt er doch auch deutliche bau- und bildhauertechnisch Einflüsse der chinesischen Richtung und ist ein gutes Beispiel für den Entwicklungsstand von Architektur und Bildhauerkunst während der Regierungsperiode Qianlong (1736-1795) der Qing-Dynastie. Nach dem Tode von Dr. Sun Yat-sen 1925 wurde hier sein Sarg aufgebahrt und angeblich sind im Stupa seine Kleidung und seine Kopfbedeckung eingemauert.


Tao-Tempel der Weißen Wolke: Das Kloster der Weißen Wolken (Baiyunguan)Gläubige beim Gebet ist einer der ältesten Tempel der Stadt und der einzige größere und bedeutende Tempel des Daoismus (Eintritt 10 RMB). Bereits zu Zeiten der der Tang-Dynastie wurde an dieser Stelle ein Kloster gegründet, das von der mongolischen Yuan-Dynastie zum bedeutendsten daoistischen Tempel der Hauptstadt ausgebaut wurde. Die Khane selbst glaubten zwar nicht an den Daoismus, unterstützten dadurch jedoch die Vielfalt der Religionen und ernannten und finanzierten gar einen Oberpriester für den friedfertigen Daoismus. Der heutige Tempel der Weißen Wolke folgt im Großen und Ganzen der Anlage aus der Qing-Dynastie, mehrere Gebäude wurden aber erst in den letzten Jahren restauriert bzw. neu erbaut. Das betrifft vor allem den vorderen Bereich mit dem prunkvollem Ehrentor, der Eingangshalle, dem künstlichen Teich mit seiner Brücke. Im Anschluss daran folgt die Halle des Jadekaisers - dieser Gott steht ganz an der Spitze der unüberschaubaren Göttervielfalt des Daoismus. Auf einer zentralen Achse aufgereiht folgen die Halle der Religiösen Gesetze und die Halle des Patriarchen Qiu. Die letzte Halle ist zweistöckig und versammelt unten die vier Himmelskönige, die je eine Himmelsrichtung bewachen und oben (Aufgang durch ein Seitengebäude) die Drei Reinen. In einem der westlichen Seitengebäude sind die Beschützer der 60 Jahre versammelt. Diese 60 Jahre halten die Daoisten für den Lebenszyklus eines Menschen und die Zahl ergibt sich durch die Kombination der zwölf Tierkreiszeichen mit den fünf grundlegenden Elementen Erde, Wasser, Feuer, Holz und Metall. So kann man etwa im Jahr des Metalltigers oder der Erdratte geboren sein und damit entsprechende Eigenschaften mit sich herumtragen. Für jedes der 60 Jahre sitzt hier ein Schutzgeist, vor dem man entsprechend dem Jahrgang Opfer darbringen kann.
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Tempel der Quelle des Dharma: Der Fayuansi (Tempel der Quelle des Dharma)Glockenstößel im Tempel der Quelle ist einer der bekannten buddhistischen Tempel Beijings und war von jeher gut besucht (5 RMB, tgl. außer Mi 8:30-11, 13:30-16 Uhr). Im Jahr 645 gründete der Tang-Kaiser Taizong an dieser Stelle den Minzhongsi (Tempel des Mitleids und der Treue) zu Ehren der Gefallenen eines erfolglosen Kriegszugs nach Korea, der erst zu Anfang der Qing-Dynastie seinen jetzigen Namen erhielt. Damit gilt dieser, zwar später mehrfach erneuerte Tempel als der älteste des Buddhismus in Peking. Die Jin-Kaiser ließen hier auch die Staatsexamina für Beamtenkandidaten abhalten. Während seiner 1000jährigen Geschichte wurde der Fayuansi mehrmals infolge von Kriegswirren und Erdbeben beschädigt, jedoch jedes Mal wiederaufgebaut. Er ist traditionell auf einer Achse aufgebaut, erst in der Ming-Zeit erhielt er jedoch seine jetztige Ausdehnung mit sechs Hallen und einer Fläche von 6400 m². Er ist damit nach dem Yonghe-Tempel der zweitgrößte Tempel Beijings. Seit der Befreiung ist der Fayuan-Tempel ein wichtiges Forschungszentrum der Chinesischen Gesellschaft der Buddhisten und eine bedeutende Stätte der Begegnung von in- und ausländischen Buddhisten. Die Meditationshalle im Tempel steht Besuchern jederzeit offen. Chinesische und ausländische Mönche können hier Buddha verehren, Weihrauchstäbchen abbrennen, meditieren und die Sutras lesen. Im Jahre 1963 fand hier die Asiatische Konferenz der Buddhisten statt. Die imposanten Tempelbauten und vor allem die kleinen Innenhöfe voller Flieder verleihen der Anlage eine angenehme Stille und Anmut. Wenig bekannt ist, daß der Tempel zahlreiche, tatsächlich noch alte Figuren beherbergt.Liegender Buddha So stammen etwa Weituo, Maitreya und die vier Himmelskönige in der Eingangshalle genauso aus der Ming-Zeit wie die Buddhas und Bodhisattvas in der Haupthalle. Die seitlich aufgereihten Luohan sind hingegen aus der Qing-Zeit. Und gesichert ausgestellt werden gar religiöse Objekte aus der Tang- und aus der Yuan-Dynastie. Ein Höhepunkt dieses stillen Tempels ist die große Skulptur in der Bilufodian (Halle des Vairocana-Buddha), welche früher eine Halle zum Gedenken an dem Mönch Xuan Zang aus der Tang-Zeit war, der die buddhistische Lehre aus Indien nach China gebracht hatte. Hier steht der gut erhaltene und aus Bronze gegossene Vairocana-Buddha. Wie bei einem stilisierten Lotos fächern sich Blätter auf, die alle aus Buddhadarstellungen bestehen, schon über Augenhöhe thronen die vier Buddhas der Weltregionen und noch darüber Vairocana, der transzendente Buddha der fünften Himmelsrichtung, der Mitte. Um seinen Sockel herum finden sich noch weitere 1000 Buddhafiguren. In den anderen Hallen des Tempels werden noch sehr schöne buddhistische Statuen, andere Gegenstände und Schriften aus verschiedenen Dynastien ausgestellt.


Tempel der Großen Glocke: Etwa seit dem 8. Jh. steht an dieser Stelle ein traditioneller buddhistischer Tempel. Wie üblich befinden sich die Hauptgebäude hintereinander auf einer zentralen Achse und Seitengebäude umschließen den gesamten Tempelbereich.Altchinesisches Glockenspiel Heute ist dieser Tempel jedoch ein Museum (Eintritt 10 RMB. täglich von 8:30-16 Uhr geöffnet), und zwar für Glocken und Klangzeichen aller Art, in dem etwa 160 Klangsteine und Glocken stehen und hängen - von der kleinsten Handglocke für den Tempelgebrauch bis zur größten. Im Glockenturm des Jueshengsi (Juesheng-Tempel) ist die Huayan-Glocke bis heute erhalten. Wegen ihrer beeindruckenden Größe und Schwere nennt man sie auch Dazhong (Große Glocke) und den Tempel Dazhongsi (Tempel der Großen Glocke). Im Laufe der Zeit hat sich der Name Dazhongsi so eingebürgert, dass er schließlich sogar den ursprünglichen Namen ersetzte. Ursprünglich befand sich die Huayan-Glocke im Wanshousi (Tempel der Langlebigkeit) und wurde erst in der Qing-Dynastie nach der Errichtung des Juesheng-Tempels hierher gebracht. Die Große Glocke wurde 1406 im Auftrag des Yongle-Kaisers gegossen und ist sowohl innen als auch außen über und über mit ca. 227.000 winzigen Schriftzeichen in kräftiger Standard-Schrift bedeckt. Einer Überlieferung zufolge stammen diese Schriftzeichen von dem Kalligraphen Shen Du aus der Ming-Zeit. Die 46 Tonnen schwere und insgesamt 6,75 m hohe Glocke besteht aus zwei Teilen, dem 5,8 m hohen Glockenkörper und der Glockenkrone.Kunstvoller Glockenaufhänger Ihr äußerer Durchmesser beträgt 3,3 m und die durchschnittliche Dicke des Klöppels misst 222 mm. Auf dem Klöppel ist das Vajra-Sutra aufgetragen, an der Innenseite der Glocke das 81bändige Huayan-Sutra und das Sutra des Goldenen Lichtes (Suvarnaprabhasa-uttamaraja-Sutra) und an der Außenwand stehen die Namen aller Buddhas und Bodhisattwas. Steht man unter der Glocke und sieht nach oben, kann man alle Sutras lesen. Um diese riesige Glocke zu transportieren und aufzuhängen, waren damals große Anstrengungen nötig. Im eiskalten Winter goß man Wasser auf die Straße, so dass eine Eisbahn entstand, auf der die Glocke gleiten konnte. Auf dem Fundament des Glockenturms wurde dann ein künstlicher Hügel aus Erde aufgeschüttet, auf dem man ebenfalls eine Eisfläche entstehen ließ. So konnte man die Glocke hinauf ziehen und im Glockenstuhl aufhängen. Der Glockenstuhl besteht aus dicken Holzbalken und vier steil nach innen gerichteten Säulen. Als die Glocke aufgehängt war, wurde der Erdhügel wieder abgetragen. Über 500 Jahre hindurch ist die Huayan-Glocke unbeschädigt geblieben, was die hohe Entwicklung der alten chinesischen Gießerei widerspiegelt. Für die Erforschung der Gießerei und der religiösen Sutras stellt die Glocke einen kostbaren Kulturgegenstand dar. In weiteren Hallen des Tempels werden auch die Techniken des Glockengießens in China anhand von Modellen erklärt. Chinesische Glocken haben z.B. innen keinen Klöppel, sondern werden von außen mit einem Holz angestoßen.Zum Seitenanfang




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