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Kurze Landesinformationen Ausführliche Beschreibungen von: Guangzhou (Kanton): Tempel, Parks, Lotus Hills, Die Große Mauer, Beijing (Peking): Tempel, Verbotene Stadt + Tian'anmen-Platz, Parks, Ming Gräber, Kleine Sehenswürdigkeiten Genaue Reiseberichte Einreise, Adressen, Gesundheit, Sicherheit, Feiertage, Hinweise Bildgalerie mit zahlreichen Fotos

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Beijing (Peking): Ming Gräber


In einem kleinen Bergkesseln am Fuß des Tianshou-Berges ca. 50 km nordwestlich von Peking liegen die bekannten Ming-Gräber, welche man gut im Zuge eines Besuchs der Chinesischen Mauer bei Badaling besichtigen kann.Übersicht der Ming-Gräber Hier wurden 13 der 16 Kaiser der Ming-Zeit (1368-1644) bestattet und die Mausoleen gehören zu den noch gut erhaltenen historischen Denkmälern - die komplette Anlage steht auch auf der Unesco-Liste des Weltkulturerbes. Das erste Grab (Changling) wurde im Jahr 1409 fertiggestellt und das letzte Grab (Siling) 1644.

Die 13 Ming-Gräber bilden zusammen eine Einheit, jedoch ist auch jedes Grab für sich wieder eine Einheit, wobei die Entfernung zwischen den einzelnen Gräbern mindestens 250 m und höchstens 4 km beträgt. Dabei sind alle Gräber mit Ausnahme des Siling um das Changling-Grab herum verstreut. Früher war das ganze Tal durch eine 40 km lange rote Mauer mit 10 Wachtürmen abgesperrt und nur die Wachsoldaten und einige Bauern, die nur für die Grabpflege verantwortlich waren, lebten darin. Der amtierende Kaiser besuchte mehrfach im Jahr mit großem Gefolge die Mausoleen seiner Vorfahren. Auch er mußte am Großen Roten Tor vom Pferd steigen und durch den östlichen der drei Eingänge gehen, da der mittlere dem Sarg eines toten Kaisers vorbehalten blieb. Hinter dem Tor befand sich früher eine riesige Halle mit mehr als 300 Räumen, von der jedoch nichts mehr erhalten ist. Hier ruhte sich das kaiserliche Gefolge aus und kleidete sich für den folgenden 5 km langen Fußweg um. Auf dem Weg zum Changling-Grab kommt man durch ein 29 m breites Ehrentor aus weißem Marmor, welches von 6 Säulen getragen wird. Gleich hinter dem Ehrentor kommt das Haupttor Dagongmen (Großes Palasttor) mit rot getünchten Wänden, drei Durchgängen und einem Dach aus gelb glasierten Ziegeln. Direkt nach dem Haupttor kommt ein Pavillon mit einer 6,5 m hohen Gedenktafel, die zu beiden Seiten von weißen Steinsäulen eingerahmt ist. Folgt man diesem Weg nun weiter, so passiert man auf der "Geisterstraße" (Eintritt 30 RMB) 24 steinerne Tierfiguren und 12 steinerne Menschenfiguren, die jeweils aus einem weißen Steinblock gehauen wurden, und gelangt schließlich zum Drachen- und Phönix-Tor. Bereits vor 2000 Jahren gab es den Brauch, vor Grabstätten Steinfiguren aufzustellen, um so zu symbolisieren, dass die Kaiser sowohl im Leben als auch nach dem Tod von ihren Wächtern verteidigt wurden. Diese komplette Allee wird als "Heiliger Weg" bezeichnet und wurde von den Kaisern im Laufe der Jahre bis Mitte des 16. Jahrhunderts immer wieder umgebaut und erweitert. Obwohl die architektonische Gestaltung der 13 Ming-Gräber fast gleich ist, kann man an Hand der Größe sehen, welche Gräber noch zu Lebzeiten der Kaiser erbaut wurden (z.B. Changling, Yongling und Dingling) und welche nach dem Tod des jeweiligen Kaisers (z.B. Xianling und Jingling) - die erstgenannten sind deutlich größer.

Für Besucher zugänglich sind die Gräber Changling und Dingling. Die meisten der anderen Gräber im Tal sind stark verfallen und oft stehen nur noch einzelne Stelen oder der Stelenturm, aber trotzdem lädt die beschauliche Atmosphäre dort zu einem Spaziergang abseits der Touristenmassen ein. Die Reiseführer drücken sich leider oftmals mißverständlich aus und so sollte man wissen, dass es sich doch um eine sehr weitläufige Anlage handelt und man für jede Attraktion (Gräber, Geisterstraße, etc.) jedes mal einzeln Eintritt bezahlen muss, was sich am Ende ganz schön summiert. Meiner Meinung nach ist der Besuch der Ming-Gräber auch kein absolutes Muss, sondern eher etwas für besonders Kulturinteressierte.
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Changling-Grab: Changling ist das erste und gleichzeitig auch imposanteste Ming-Grab (Eintritt 45 RMB).Der Pavillon der Klarheit Der dritte Ming-Kaiser Zhu Di verlegte die Hauptstadt von Nanjing nach Beijing, um den Staat zu stabilisieren und das ganze Land, besonders den Norden Chinas, unter Kontrolle zu bringen. Er war es auch, der die heutige Lage der Grabstätte auswählte. Die Anlage ist weitgehend restauriert und besteht aus zwei Teilen, drei rechteckigen, von einer Mauer umschlossenen Innenhöfen mit Opferhallen sowie seitlichen Vorbereitungsräumen und dem runden Tumulus, unter dem sich tief in der Erde die Grabkammer, die bisher nicht gefunden wurde, befindet. Diese Grabgestaltung hat mit der chinesischen Vorstellung zu tun, daß sich beim Tod die Seele des Verstorbenen vom Körper trennt und dann noch für etwa drei Generationen umherschwirrt und zur Kommunikation mit den Nachkommen fähig ist. Deshalb mußte der Seele ein irdischer Teil gebaut werden, in dem sie sich heimisch fühlen würde. Im ersten Hof kann man jetzt nur noch einen Pavillon mit einem Gedenkstein sehen. Im zweiten Hof, vor dem eigentlichen Grabhügel, befindet sich die Leng´endian (Halle des Segens), welche auf einem dreistufigen Sockel ruht und hat eine Gesamtfläche von 1956 qm hat. Die Halle besteht aus 9 Räumen und wird heute für eine Ausstellung von (teilweise schlecht gemachten) Kopien der Grabbeigaben genutzt, die im Dingling gefunden wurden. Imposant sind die 32 riesigen Säulen aus Nanmu-Holz im Innern der Halle. Die vier größten Säulen haben einen Durchmesser von 1,17 m und waren früher noch mit goldfarbenen Lotosblumen bemalt. Jede Säule besteht aus einem einzigen Nanmu-Stamm, welche aus Südwestchina hierher transportiert wurden, was 5-6 Jahre in Anspruch nahm. Im dritten Hof steht der Pavillon der Klarheit (Minglou), der aussieht wie ein Festungsturm und der obere Teil davon ist ein Pavillon mit einem zweistufigen Dach. Hinter diesem Gebäude befindet sich ein mit Kiefern und Zypressen bewachsener Hügel unter dem der noch nicht freigelegte sogenannte unterirdische Palast liegt, wo der Kaiser und sein Anhang bestattet wurden. Der Durchmesser des eigentlichen Grabes macht rund 340 m aus und sein Rundgang ist über einen Kilometer lang.


Dingling-Grab: Im Grab Dingling (Eintritt 60 RMB) wurde der 13. Kaiser Zhu Yijun und seine beiden Frauen bestattet. Er kam mit zehn Jahren auf den Thron und regierte 48 Jahre lang (1573-1620). Bereits im 12. Jahr seiner Amtszeit wurde mit dem Bau seines Grabes begonnen, welcher sich über 6 Jahre hinzog und an dem täglich 30.000 Menschen arbeiteten. Der schwierige Transport des Baumaterials konnten nur im Winter durchgeführt, wenn das auf den Boden gegossene Wasser eine Eisschicht ergab, auf der die Arbeiter die Steinblöcke von Fangshan bei Beijing bis zum Begräbnisort ziehen mussten. Nachdem Dingling fertiggestellt war, gab der Kaiser hier sogar einmal ein Bankett in seinem unterirdischen Palast. Da er befürchtete, dass das Grab von Grabräubern geplündert würde, ließ er es stark sichern. 1956 wurde der 27 m unter der Erde liegende Palast des Grabes Dingling schließlich geöffnet. Der ganze unterirdische Palast besteht aus 5 Sälen, die alle aus Stein erbaut sind und keinerlei Balken oder Säulen habe - die Stabilität ergibt sich aus den gewölbten Decken. Dingling steht jetzt schon über 380 Jahre, aber immer noch steht jeder Stein unverändert auf dem anderen. Es gibt drei Hauptsäle, den vorderen, den mittleren und den hinteren. Neben dem mittleren Saal befinden sich noch zwei Seitensäle, die durch Korridore mit ihm verbunden sind. Im mittleren Saal stehen drei marmorne Throne und vor ihnen Leuchter, Weihrauchgefäße und andere Gegenstände, mit denen symbolisiert werden sollte, dass der Kaiser noch wie zu seinen Lebzeiten über alles beherrschte. Der hintere Saal ist der größte (9x30x9 m) und wichtigste des unterirdischen Palastes. Auf dem Sockel in der Mitte des Saales stehen drei Särge - der mittlere ist der des Kaisers Zhu Yijun, die beiden anderen sind die seiner beiden Frauen. Hier wurden bei der Öffnung des Grabes 26 Truhen mit wertvollen Schätzen gefunden. Zu den Grabbeigaben gehörten vor allem fein verzierte Gold- und Silbergegenstände, welche mit Rubinen und Saphiren besetzt sind. Darunter auch die Kronen des Kaiser und der Kaiserinnen, welche die wertvollsten erhaltenen Gegenstände sind und von denen ein Teil in der Ausstellungshalle vor dem unterirdischen Palast zu besichtigen ist. Die Goldkrone des Kaisers ist die einziger ihrer Art, die bisher in China gefunden wurde. Neben den Gold- und Silbergegenständen fanden sich noch viele Porzellan- und Jadegegenstände sowie Seidenbrokatstoffe und -kleider.Zum Seitenanfang




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