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Reich der Schlösser und Burgen


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Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau


Lage der KönigsschlösserDer kleine Ort Schwangau bei Füssen im Ostallgäu ist auf den ersten Blick eigentlich ein unbedeutender Fleck auf der Landkarte, wären da nicht die zwei weltberühmten Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau, die vor einem großartigen Alpenpanorama auf den Hügeln thronen und jährlich weit mehr als 1 Millionen Besucher aus der ganzen Welt in ihren Bann ziehen. Schloss Neuschwanstein, das Märchenschloss von König Ludwig II. von Bayern, ist das meistbesuchte Bauwerk in Deutschland und macht Schwangau damit zu einem der touristisch bedeutendsten Orte in unserem Land. Neben dem verspielten Märchenschloss wirkt das im neugotischen Stil erbaute Schloss Hohenschwangau geradezu nüchtern und sachlich. Einen Besuch der Königsschlösser sollte man wenn möglich unterhalb der Woche und außerhalb der Ferienzeit legen, denn dann hält sich der Ansturm auf die zwei Sehenswürdigkeiten etwas in Grenzen (im Sommer kommen täglich mehr als 6.000 Besucher!). Um sich längere Wartezeiten an den Kassen zu ersparen, kann man sich die Eintritsskarten auch bereits vorab im Ticketcenter reservieren (Eintritt 9 € pro Schloss; 17 € Kombiticket für beide Schlösser am gleichen Tag).


Schloss Neuschwanstein

Der Märchenkönig Ludwig II. von Bayern erschuf auf den ehemaligen Ruinen der Burgen Vorder- und Hinterhohenschwangau (welche vor Baubeginn komplett entfernt werden mussten) von 1869 bis zu seinem Tode im Jahr 1886 mit dem Schloss Neuschwanstein ein Kunstwerk, das seinesgleichen sucht. Es gilt als Vorbild für die Dornröschenschlösser in den Disneyland-Themenparks und war ebenfalls schon Drehort für diverse Märchenfilme. Angeregt zu diesem Burgbau wurde Ludwig II. durch frühe Pläne seines Vaters,Schloss Neuschwanstein ganz besonders aber wohl durch seine Reise 1867 nach Eisenach und den Besuch der dortigen Wartburg (die Wartburg diente z.B. beim Sängersaal als maßgebliches Vorbild). Die idyllische Lage auf dem zerklüffteten Felsen hoch über der Pöllat inmitten einer romantischen Gebirgslandschaft mit schroffen Gipfeln und blauen Seen ist absolut traumhaft, allerdings müssen die steilen Felswände immer wieder neu gesichert werden, auch wenn beim Bau die zu der Zeit modernsten Mittel genutzt wurden (sowohl was Material, als auch Technik anging). Die Anlage wurde äußerlich zwar im Stil einer mittelalterlichen Ritterburg des 12./13. Jahrhunderts erbaut, aber dennoch hielt die Moderne Einzug und dank fortschreitenden Elektrifizierung ließen sich sogar in der sogenannten „Grotte“ Wasserspiele und farbliche Lichteffekte realisieren, sämtliche Räume waren mit Hilfe eines ausgeklügelten Heizsystems beheizbar und es gab sogar eine batteriebetriebene Klingelanlage für die Dienerschaft und eine automatische Toilettenspülungen.

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Leider konnte das Märchenschloss aber auf Grund des frühen Todes des Königs nicht fertiggestellt werden, so dass nun der ursprünglich vorgesehene Bergfried mit der Burgkapelle fehlt, der Burggarten mit Terrassen und Springbrunnen nicht errichtet wurde und von den Innenräumen im Schloss nur das Erdgeschoss, das 3. Obergeschoss und das 4. Obergeschoss fertig gestellt sind. Nichts desto trotz findet man mit dem imposanten doppelstöckigen Thronsaal, dem Sängersaal, dem Esszimmer, dem Schlafzimmer und den Wohnräumen eine Vielzahl an bedeutsamen und vor allem sehenswerten Räumlichkeiten der Neoromantik,Schloss Neuschwanstein wovon man sich im Rahmen einer ca. 35minütigen Führung selber überzeugen kann. Im Gegensatz zum äußeren romantischen Baustil der Ritterburg beziehen sich die verspielten Wandmalereien in den Innenräume auf Szenen aus den mittelalterlichen deutschen Sagen (Tannhäuser, Lohengrin, Tristan und Isolde, Nibelungenlied, Parzival u. a.). Ludwig II. hat seine Traumburg und den heutigen Tourismusmagneten selber bis zuletzt leider nur als Baustelle gesehen. Bereits sieben Wochen nach dem Tod von Ludwig II. wurde Schloss Neuschwanstein der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Eigentlich absurd wenn man bedenkt, dass sich der menschenscheue König das Schloss bauen liess, um sich aus der Öffentlichkeit zurückziehen zu können. Er selber wollte dieses Schloss niemals der Öffentlichkeit zugänglich machen und es sogar lieber zerstört wissen als vom "gemeinen Volk" entzaubert. Für Freunde klassischer Musik hat das Schloss Neuschwanstein ebenfalls einen Leckerbissen zu bieten, denn jedes Jahr im September finden hier im reich ausgestattenen Sängersaal schon seit Jahrzehnten die bekannten Schlosskonzerte statt.

Im Rahmen einer internationalen Abstimmung zu den "Neuen 7 Weltwundern" schaffte es das Schloss Neuschwanstein als einzige deutsche Beteiligung im Jahr 2007 in die Endrunde der letzten 20, wo es sich mit bekannten Sehenswürdigkeiten wie der Chinesischen Mauer, dem Kollosseum in Rom oder dem Tak Mahal in Indien messen musste. Über 100 Millionen Menschen nahmen weltweit an dieser größten globalen Abstimmungskampagne teil und auch wenn dann am Ende die Stimmen leider nicht ganz für das Märchenschloss ausreichten,Schloss Neuschwanstein so war es doch eine wirksame weltweite PR-Aktion und die Region tröstet sich nun mit damit, dass inoffizielle "8. Neues Weltwunder" zu beherbergen. Wenn es nach dem Willen des Chinesen Zhang Yuchen geht, dann wird das Märchenschloss Neuschwanstein aber nicht für immer einzigartig bleiben, denn der milliardenschweren Bauunternehmer hat vor das Schloss 1:1 in China nachzubauen (so wie er es bereits 2004 nahe Peking mit dem französischen Schloss Maisons-Laffitte getan hat).

Direkt hinter Schloss Neuschwanstein führt die bekannte Marienbrücke - benannt nach Ludwigs Mutter - über die Pöllatschlucht. Von hier aus hat man einen wunderschönen Blick auf das Märchenschloss, welches hoch oben auf dem Steilfelsen thront. Ursprünglich war die Brücke nur ein hölzerner Reitersteg, den König Maximilian II. von Bayern 1845 anlegen liess und der bereits kurz darauf schon erneuert werden musste. 1866 ließ König Ludwig II. dann diesen unsicheren Holzsteg durch eine filigrane Eisenkonstruktion ersetzen. Hierbei wurden ebenfalls eine revulotionäre Bautechnik angewandt: In 90 Metern Höhe über dem Pöllat-Wasserfall wurden die Träger durch Vorbauen der einzelnen Trägerfache von den auf beiden Seiten im Felsen befestigten Verankerungen aus aufgestellt, ohne weitere stützende Rüstung.

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Schloss Hohenschwangau

In unmittelbarer Nähe zum Schloss Neuschwanstein liegt das zweite der Königsschlösser, Schloss Hohenschwangau, welches aber bei weitem nicht so populär wie der weltbekannte Nachbar ist. Dieses 1832 - 1837 vom bayerischen Kronprinzen Maximilian (der spätere König Maximilian II.) im neugotischen Stil erbaute Schloss diente der bayrischen Königsfamilie vor allem als Sommerresidenz (hier verlebte Ludwig II. seine Kindheit)Schloss Hohenschwangau und steht ebenfalls auf den Ruinen einer verfallenen mittelalterlichen Burg (Burg Schwanstein). Verantwortlich für den Umbau war der Architektur- und Theatermaler Domenico Quaglio (1787-1837), der sich dabei angeblich so verausgabte, dass er kurz vor der Vollendung des Baus starb (fortgeführt wurden die Arbeiten durch den Münchner Architekten Joseph Daniel Ohlmüller). Die Mutter von Ludwig II., Marie von Bayern (1825-1889), lebte nach dem Tod ihres Sohnes noch fast drei Jahre in Schloss Hohenschwangau, bevor sie dort verstarb. 1941 zog sich dann Adalbert von Bayern nach Schloss Hohenschwangau zurück, nachdem er durch den sogenannten Prinzenerlass als "wehrunwürdig" aus der Wehrmacht ausgeschieden war. Heute ist das Schloss im Besitz des Wittelsbacher Ausgleichsfonds.

Sämtliche Innenräume des Schlosses sind unverändert erhalten und wurden im Geist der Romantik mit Wandgemälden mit Themen aus der mittelalterlichen Sagenwelt ausgestattet. Man kann sich die Räumlichkeiten und die Inneneinrichtung aus der Biedermeierzeit in Rahmen von täglichen Führungen anschauen. Unter anderem gelangt man dabei auch in den großen Festsaal (auch Helden- oder Rittersaal genannt), welcher die komplette Breite des Schlosses einnimmt und dessen Decke aus Stuckgips mit neugotischen Verzierungen auf rosa Grund und plastischen silbernen Sternen geschmückt wurde. In Erinnerung an die Reise von Maximilian 1832/33 nach Griechenland und in die Türkei wurde das sogenannte Orientzimmer in orientalischem Flair eingerichtet und diente Königin Marie als Schlafzimmer. Das Schlafgemach von König Maximilian II. und König Ludwig II. hingegen war das Tassozimmer, welches durchgehend mit der Geschichte von Armida und Rinaldo nach Torquato Tassos epischem Gedicht »Das Befreite Jerusalem« ausgemalt wurde. Das Hohenstaufenzimmer, war der Ankleideraum von König Maximilian II. und König Ludwig II. und zudem das Musikzimmer Ludwigs. Auf den Wandbildern sind einige von Maximilian ausgewählte besondere Ereignisse aus der Epoche der Staufer dargestellt. Im Berchtazimmer, dem ehemaligen Schreibzimmer von Königin Marie, findet man umgeben von aufgemalten Rankenornamenten und dekorativem Astwerk viele Bildern aus der Sage von der Geburt Karls des Großen in der Reismühle bei Gauting. Im Talboden an der Nordseite unterhalb des Schlosses befindet sich der ursprünglich zum Schloss gehörende Schwanseepark, der aber inzwischen leider stark zugewachsen bzw. verwildert ist.

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