Startseite Zurück zur Kontinentauswahl Reich der Schlösser und Burgen Die Wiege der Revolution Land der Mythen und Sagen Europas große Monarchie Pizza, Päpste und Palazzi Inseln der Glückseligen Die Blumeninsel im Atlantik Willkommen in der Alpenrepublik
Gefällt mir
 
 
Kurze Landesinformationen Ausführliche Beschreibungen von: Cerne Abbas Giant, Stonehenge, Dunnottar Castle, Eilean Donan Castle, Falls of Glomach Einreise, Adressen, Gesundheit, Sicherheit, Feiertage, Hinweise Bildgalerie mit zahlreichen Fotos

Europas große Monarchie


Cerne Abbas Giant Vorheriger Tipp Highlight-Übersicht Nächster Tipp Dunnottar Castle


Stonehenge


Auf den Britischen Inseln gibt es eine Vielzahl von stehenden Steinen, Steinkreisen und anderen prähistorischen Megalithen. Keiner davon ist jedoch berühmter oder mysteriöser als Stonehenge, das weithin sichtbar auf der Ebene von Salisbury im Süden Englands steht. Stonehenge birgt auch heute noch eine Menge Geheimnisse. Es ist immer noch nicht geklärt, aus welchem Grund, von wem und vor allem wie dieses Monument gebaut worden ist.

Stonehenge bei VollmondStonehenge besteht aus zwei Hauptgesteinsarten. Die größeren Blöcke und ihre Decksteine sind alle aus Sarsen, einem natürlichen grauen Sandstein, der etwa 30 km nördlich in Form riesiger Felsbrocken auf den Marlborough Downs vorkommt. Die kleineren Steine werden aufgrund ihrer blauen Färbung Blausteine genannt und stammen vom Preseli Berg im Südwesten von Wales, 350 km von Stonehenge entfernt. Eine Legende besagt, dass die Blausteine durch Merlins magische Kräfte von Irland nach Wiltshire gebracht wurden und dass Riesen sie von Afrika nach Irland transportiert haben. Bis vor einigen Jahren konnte man noch beliebig in der Anlage herumlaufen, mittlerweile muss man dort aber auf den Wegen bleiben, auf denen man rund um die Anlage laufen kann. Ich kam bei meinem Besuch '96 erst nachts an und wollte die Chance nutzen, ein paar Aufnahmen bei Vollmond zu machen. Gerade als ich mein Stativ vor dem Zaun des Geländes aufgebaut hatte, kam einer der Wächter heran und fragte interressiert nach, was ich denn vor hätte. Nach einer kurzen Erklärung geschah das unglaubliche: Er erlaubte mir über den Zaun zu klettern und Fotos im inneren von Stonehenge zu machen (nein, ich habe ihn nicht bestochen!). Dabei bekam ich gleich noch eine private Führung und durfte sogar ins Zentrum der Steinkreise (ist eigentlich nicht mehr erlaubt). Das war wirklich ein tolles Erlebnis und ich war von so viel englischer Freundlichkeit echt überrascht.

Die Anlage von Stonehenge
Die Anlage besteht aus zwei Steinkreisen, wobei der äußere mit einem Durchmesser von 30 m aus ehemals 30 Sarsenpfeilern errichtet war, die früher durchgehend von 30 Decksteine abgedeckt wurden (davon sind nur noch sechs erhalten). Der innere Kreis aus Blausteinen ist heute sehr verfallen und bestand ursprünglich einmal aus etwa 60 dicht gesetzten Steinen. Die gesamte Anlage ist von einem kreisförmigen Graben mit einem Durchmesser von 104 m umgeben. An seiner Innenseite erhebt sich ein Erdwall, der mit einem Ring von 56 Löchern besetzt ist, den sogenannten Aubrey-Holes. Der Wall wird im Nordosten durch die Avenue durchschnitten, einem Prozessionsweg von 23 m Breite und einer Länge von 3 km. Nahe dem Eingang der Avenue steht der Slaughter Stone, ein Sarsenstein, der früher aufrecht gestanden hat. Fast gegenüber auf der Avenue befindet sich der Heel Stone, über dem von der Mitte des Steinkreises aus gesehen die Sonne zur Sommersonnenwende aufgeht.

Aufbau der SteinkreiseIm inneren der zwei Steinkreise befinden sich zwei Steinformationen in Hufeisenform. Auch hier besteht die äussere Formation aus Sarsensteinen und die innere aus Blausteinen. Im Zentrum des Hufeisens aus Blausteinen befindet sich der Altarstein, ein behauener Block aus blaugrauem Sandstein, der von der Küste bei Milford Haven stammt. Er ist etwa 5 m lang und liegt heute unter einem umgestürzten Tragpfeiler und seinem Deckstein in der Erde begraben. Zwei heute von außen nicht mehr sichtbare Kreise aus Löchern, die bei Ausgrabungen gefundenen Y- und Z-Löcher, waren wahrscheinlich zur Aufnahme von weiteren Blausteinen gedacht, blieben jedoch unbenutzt.

Die Annahme, dass Stonehenge von den Druiden erbaut wurde, ist falsch. Man ist sich mittlerweile sicher, dass die Anlage in mehreren Bauphasen errichtet wurde. Aus der ersten Bauphase (3000 - 2100 v. Chr.) existiert nur noch der Ringwall, der die Stätte umgibt. Es gehörte auch noch ein etwa 2 m tiefer Außengraben dazu, dessen Durchgang in die Anlage mit zwei Steinblöcken markiert war. Außerhalb des Eingangs befand sich der Heel Stone sowie ein freistehendes Holztor. Am Ende der ersten Bauphase wurden evtl. auch die vier Station Stones hinzugestellt. In der zweiten Phase (2100 - 2000 v. Chr.) wurde die Anlage von Siedlern erweitert. Teile der Avenue wurden angelegt und der Felsenstein wurde mit einem magischen Zirkel umrandet. Aus Wales wurden die 4 t schweren Blausteine herangeschleppt und in zwei Kreisen aufgestellt.Zeichnung vom intakten Stonehenge Die Arbeit hierzu wurde aber abgebrochen. Um 2000 v. Chr. wurde weitergemacht und aus den Marlborough Downs wurden die 50 t schweren Sandsteine herbeigeschafft, die zu fünf 6-7 m hohen Trilith-Konstruktionen in Hufeisenform aufgestellt wurden. Um dieses Hufeisen wurde der Steinring aus 30 Sarsenpfeilern und Decksteinen errichtet. In der letzten Bauphase (um 1500 v. Chr.) erhielt Stonehenge sein heutiges Aussehen. Im inneren wurde das Hufeisen aus einzelnen Blausteinen gebaut und in die Mitte wurde der Altarstein gestellt. Konzentrisch zwischen die Sandsteinringe kamen nun noch Blaustein-Stelen. Stonehenge wurde zweifellos von einem Volk erbaut, das weitgespannte Handelsverbindungen hatte und seine Hauptsiedlungen zwischen 1600 und 1300 v. Chr. in diesem Gebiet gründete. Um das Monument herum liegen etwa 400 Tumuli (Hügelgräber) aus der Zeit zwischen 2000 und 1500 v. Chr., die reiche Grabbeigaben und Splitter von Blausteinen enthielten, ähnlich denen der Steinkreise.

Sarsenpfeiler in StonehengeIm Laufe der Jahrhunderte wurden viele Thesen aufgetellt, zu welchem Zweck Stonehenge erbaut wurde. Selbst heute bleibt diese Frage unbeantwortet, aber immerhin können einige Thesen inzwischen ausgeschlossen werden. Einer weitverbreiteten Überlegung zu Folge haben sich einst Druiden mit Stonehenge eine Kultstätte für ihren Glauben geschaffen. Diese Behauptung konnte allerdings widerlegt werden, als festgestellt wurde, das die Anlage bereits in der jüngeren Steinzeit erbaut wurde. Die Druiden kamen aber frühestens im 5. Jahrhundert v. Chr. nach Britannien. Nach einer anderen These könnte Stonehenge auch dazu benutzt worden sein, die Sommer- und Wintersonnenwende, sowie Sonnen- und Mondfinsternissen vorauszusagen. Seit dem 18. Jahrhundert weiss man, dass die Achse des Kreises aus Sarsensteinen etwa auf einen Punkt weist, von dem aus ein Beobachter im Zentrum den Sonnenaufgang am längsten Tag des Jahres in seiner am Horizont am weitesten nördlich liegenden Stellung sehen konnte. Diese Theorie wurde ausgeweitet, indem man zu der Auffassung kam, dass es sich bei den Verbindungslinien zwischen den vier Stationssteinen ebenfalls um solche Peillinien handeln sollte (jüngste Forschungen haben jedoch ergeben, dass einige dieser Peillinien Fehler aufweisen). Vielleicht hat es auch zur Vorhersage der verschiedenen Stellungen von Sonne und Mond zur Erde und damit zur Vorhersage der Jahreszeiten gedient, war also so eine Art Kalender. Es könnte aber auch ein Versammlungsort für religiöse Zeremonien gewesen sein, die mit Sonne und Mond zu tun hatten. Die Betonung der Kreisform könnte den Kreislauf des Lebens, den von Geburt und Tod sowie den der Jahreszeiten widerspiegeln. Eine weitere Theorie geht auf den Volksglauben zurück, dass die Steine, ebenso wie viele andere Megalithen, heilende Kräfte haben. Vielleicht waren diese Kräfte auch den Erbauern von Stonehenge bekannt und sie errichteten ihre Anlage an einem Ort, wo sie von den natürlichen Energiequellen der Erde Gebrauch machen konnten, denn es hat sich gezeigt, dass in der Tat viele Megalithen auf einer geologischen Falte stehen, die mit tektonischen Störungen oder ausströmender Strahlung in Zusammenhang gebracht werden.




Cerne Abbas Giant Vorheriger Tipp Highlight-Übersicht Nächster Tipp Dunnottar Castle