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Kurze Landesinformationen Ausführliche Beschreibungen von: Neu Delhi Einreise, Adressen, Gesundheit, Sicherheit, Feiertage, Hinweise Bildgalerie mit zahlreichen Fotos

Im Land der scharfen Gewürze


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Neu Delhi


Die Hauptstadt Indiens mit seiner tausendjährigen Geschichte, ist auch die Stadt mit den meisten Sehenswürdigkeiten in Indien. Neu Delhi liegt am Rande der Ganges-Ebene direkt am Westufer des Yamuna-Flusses. Während der letzten Ausgrabungen zwischen den zerfallenen Befestigungen des Purana Quila wurde festgestellt, dass die Stadtgründung auf das Jahr 1200 v. Christi zurückgeht und mit Indra-Prastha, der legendären Metropole der Arier, identisch ist. Die ersten historischen Aufzeichnungen stammen jedoch erst aus dem 11. Jahrhundert nach Christi, als die Rajput-Fürsten ihren Sitz in der Stadt hatten.

Das heutige Delhi besteht aus zwei deutlich voneinander getrennten Teilen: dem "alten" Delhi, mit seinen typisch orientalischen Stadtvierteln, seinen engen Gassen und Basaren, seinen Tempeln, Moscheen und anderen historischen Monumenten, und dem "neuen Delhi", welches von den britischen Architekten Lutyens und Sir Herbert Baker 1931 symmetrisch als Gartenstadt angelegt wurde. Hier, zwischen den Gräbern und Mausoleen, Erinnerungsstätten edler Herrscher und Könige, ist Delhi so, wie es von den Briten gestaltet wurde: breite Prachtstraßen, unberührte Gärten, weit verstreute Sommerhäuser im Kolonialstil und schattige Alleen. Der Rajpath Boulevard zieht sich vom Fuße des Indischen Tors am imposanten Parlamentsgebäude vorbei, schnurgerade bis hin zu den wichtigen Toren des Rahtrapati-Bhawan Palastes, der königlichen Residenz früherer Vizekönige und nun des Präsidenten von Indien.


Grab von HumayunGrab von Humayun: Humayun war der zweite Mogulkaiser (1508-1556). Seine Grabstätte - die zum UNESCO Weltkulturerbe zählt - wurde richtungweisend für das architektonische Konzept der Grabanlagen der Mogulzeit, denn erstmals wurden hier Mausoleum und Gartenanlage zu einem Komplex verbunden. Es diente auch als Vorbild für das weltweit bekannte Taj Mahal in Agra. Humayuns Witwe liess es nach dem Tod ihres Mannes in 9 Jahren Bauzeit von persischen Baumeistern errichten. Sie überwachte dabei ständig die Arbeiten am Grabmal und schlug sogar ihr Lager vor Ort auf. Das sehr gut erhaltene Mausoleum aus rotem Sandstein (Eintritt 250 RP) und seiner strahlend weißen Zwiebelkuppel ist das älteste Mogul-Grab Delhis und gehört zu den prächtigsten historischen Bauwerken der Stadt. Die Fassaden wurden kunstvoll mit Marnmorintarsien verziert und vier große Bogenportale führen in den schlichten Innenraum, unter dem die eigentliche Grabkammer liegt. In der schönen Gartenanlage mit seinen zahlreichen kleinen Wasserläufen und Fontänen tummeln sich Unmengen von verspielten Streifenhörnchen. Das große Gelände wurde später auch zur Bestattung von weiteren Moguln genutzt.


Grab von Safdar JangGrab von Safdar Jang: Safdar Jang (1739-1754) war Großwesir und General des Mogulkaisers Mohammed Shah. Sein Mausoleum hatte ebenfalls das 200 Jahre früher gebaute Grab von Humayun zum Vorbild, erreicht aber bei weitem nicht dessen Perfektion. Die Fassade besteht aus poliertem Sandstein mit kunstvollen Stuckelementen und wie beim Vorbild wird das symmetrische Grabmal von einer Zwiebelkuppel gekrönt. Das Grab von Safdar Jang (Eintritt 100 RP) gilt als letzter Großbau der Mogulära und ist die letzte mit einer Gartenanlage verbundene Grabstätte in Indien. Die Gartenanlage ist besonders bei den Liebespärchen von Delhi beliebt, die hier die Ruhe genießen, denn die hohen Mauern rund herum lassen so gut wie nichts vom Großstadtlärm durch. Wer sich hier über die vielen Händchen haltenden Männer wundert, dem sei erklärt, dass dies in Indien ein Zeichen von Freundschaft und Zuneigung ist, welche aber keinesfalls als Homosexualität ausgelegt wird (diese stand bis Sommer 2009 unter hoher Gefängnisstrafe). Ein solches Verhalten zwischen Männern und Frauen wird hingegen jedoch niemals in der Öffentlichkeit gezeigt.


Rotes Fort (Lal Qila): Das Rote Fort ist das größte Bauwerk von Delhi und eine der touristischen Hauptattraktionen der Stadt (Eintritt 100 RP).Lahore Gate am Roten Fort Das monumentale Bauwerk wurde nach nur 9 Jahren Bauzeit im Jahr 1648 fertiggestellt und ist dem Fort in Agra nachempfunden. Es soll ungefähr 10 Millionen Rupien gekostet haben, wobei die Hälfte des Geldes für die prunkvollen Paläste verwendet wurde. Das imposante Fort misst ca. 900x550 Meter, ist von einer 2,4 km langen Mauer umgeben und hat - wie die meisten islamischen Bauwerke in Indien - eine achteckige Grundform. Bis zum Jahr 1857 diente es den Regenten als Wohnsitz. Man betritt das Fort durch das gewaltige Lahore Gate und schlägt sich zunächst durch eine Ansammlung von Souvenirläden, den Nachfolgern des Meena Bazar, der von den gesellschaftlich höherstehenden Frauen für den Mogulnhof betrieben wurde. Im Inneren der riesigen Anlage finden sich die verschiedensten Bauten, wie Kampfplätze für Elefanten, zahlreiche Paläste, ein Bad, bis hin zur Privatmoschee des Mogulen. Im Diwan-i-Khas, der Audienzhalle des Großmoguls, befand sich der berühmte Pfauenthron. Über dem Eingang steht geschrieben: "Wenn es ein Paradies auf Erden gibt, dann ist es hier, hier, hier". Man weiß, dass diese Worte des Erbauers, Shah Jahan, nicht übertrieben waren - auch wenn heute leere Wände und ausgeräumte Hallen die Besucher verwundern. Einfache Marmorkuppeln haben mittlerweile die Kupferplatten ersetzt und auch von den kostbaren Steinen und Juwelen, die einst die Wände schmückten, ist kaum etwas übrig. Die Paläste enthalten aber immer noch sehr schöne Marmorarbeiten. Grund für den Verfall waren unter anderem die Plünderungen 1739 durch den persischen Herrscher Nadir Schah und 1857 durch die britischen Soldaten. Jeden Abend findet auf dem Gelände des Roten Fort eine große Sound- and Light-Show statt. Zur Ehrung der indischen Unabhängigkeit wird die Nationalflagge am Roten Fort jedes Jahr am 15. August vom Premierminister persönlich gehisst.


Tughlaqabad Fort: Ghiyas-ud-Din Tughlaq (14. Jh.) war General in der Armee von Sultan Ala-ud-din Khalji und träumte davon seine eigene Stadt - Tughlaqabad - zu bauen.Ruinen vom Tughlaqabad Fort Als er das Areal südlich von Delhi sah, unterbreitete er dem Sultan seine Idee von einer neuen Stadt. Dieser soll jedoch geantwortet haben: "Wenn du selber König sein solltest, kannst du sie ja bauen." Das wurde er nach dem Tod von Ala-ud-din tatsächlich und so konnte er seinen Traum schließlich erfüllen. Tughlaqabad Fort (Eintritt 100 RP) wurde auf hohem Felsuntergund erbaut und war geradezu ideal, um Belagerungen zu widerstehen. Die 15-30 Meter hohen einfallslosen, aber gewaltigen Mauern waren ein ernstzunehmendes Hindernis für jede feindliche Armee. Der Wall hatte überall Schießscharten, von denen die Soldaten die Feinde schon frühzeitig erspähen und mit Pfeilen eindecken konnten. Die Festungsanlage konnte jedoch nie wirklich ihren Zweck erfüllen, denn die Stadt Tughlaqabad war eigentlich nie in einen Krieg verwickelt. Das äußere Fort hatte 13 Portale und die innere Zitadelle sogar noch drei mehr. Es ist schon beeindruckend, dass die komplette Anlage in nur 4 Jahren erbaut wurde. Der Stadt war jedoch nur eine kurze Lebenszeit vergönnt, denn mit der gleichen Geschwindigkeit wurde sie 1327 nach dem Tod von Ghiyas-ud-Din wieder aufgegeben, da sein Sohn (der für den Tod seines Vaters verantwortlich war) mit Jahanpanah seine eigene Stadt erbaute. Das nun von Affen (und manchmal Schlangen) bevölkerte Ruinenareal der einstigen Hauptstadt liegt 13 km südlich von Delhi und wird nur selten von Touristen besucht. Das erste was einem beim Betreten der Anlage auffällt ist die enorme Leere. Man kann sich nur schwer vorstellen, dass noch ein paar Hundert Jahre zuvor der ganze Komplex mit leben erfüllt war. Neben den imposanten Mauern ist auch noch immer das eindrucksvollen Grabmal von Ghiyas-ud-Din Tughlaq zu sehen. Verloren ist leider der Palast, den der arabische Weltreisende Ibn Battuta mit den Worten bestaunte: "Der große Palast, dessen Ziegel der Sultan vergolden liess. Im Sonnenlicht spiegeln sie so intensiv, dass man unmöglich hinschauen kann." Die Erkundung der Ruine hat schon ihren Reiz, jedoch sollte man dabei vosichtig vorgehen, da überall im Boden Spalten und Löcher zu unterirdischen Räumen sind und an manchen Stellen Einsturzgefahr droht.


Eingansportal zum Purana QilaPurana Qila (Old Fort): Das Fort Purana Qila (Eintritt 100 RP) wurde um 1530 vom Mogulkaiser Humayun auf einem alten Grabhügel erbaut, in dem man bei Grabungen Überreste aus der Zeit von 1.000 v.Chr. fand. Humayun wollte seine eigene Stadt bauen - Dinpanah - und entschliess sich als Lage für die Überreste der Stadt Indraprastha, des allerersten Delhi. Humayun war wahrscheinlich der einzige Herrscher, der eine Stadt in Delhi gebaut hat und diese nicht nach sich selbst benannt hat. Das Fort liegt direkt am Yamuna-Fluß, der es ursprünglich auch auf beiden Seiten umfloss. Heute hat man auf der Seite am Eingang die Möglichkeit mit Treetbooten auf einem kleinen See zu fahren. Die gewaltige Anlage aus rotem Sandstein wird von einer dicken, 2 km langen und 18 m hohen Mauer umgeben und hat 3 große Haupttore, von denen heute nur noch das Bara darwaza als Eingang benutzt wird. Die Festung bietet in ihrem Inneren mit der Qila-i-kuhna Moschee und der achteckigen Bibliothek (in der Humayun durch einen Treppensturz zu Tode kam) nur noch wenige Baudenkmäler. Die Moschee mit ihren 5 Eingängen sollte ursprünglich ganz aus Marmor gebaut werden, doch als dieser zu Neige ging mussten die Architekten auf roten Sandstein zurückgreifen. Dies geschah jedoch auf eine sehr kunstvolle Weise und nun bilden die beiden Baumaterialien einen schönen Kontrast zueinander. Die große Innenanlage des Purana Qila bildet heute eine wunderschöne Parkanlage mit blühenden Bäumen, in deren Schatten fast ausschließlich Liebespaare anzutreffen sind.India Gate


India Gate: Der 41 Meter hohe Triumphbogen - der Nachts übrigens beleuchtet ist - ist den Gefallenen Opfern des Ersten Weltkrieges gewidmet und trägt in seine Steine eingraviert die Namen von etwa 85.000 gefallenen indischen Soldaten (15.000 davon sind Opfer aus dem Afghanistan-Krieg von 1919). Das India Gate liegt am Ende der schnurgeraden 4 km langen Prachtstrasse Raj Path, die von der Rashtrapati Bhavan (Residenz des englischen Vizekönigs) bis hierher führt und auf der ab und zu Paraden stattfinden. Beiderseits des Boulevard stehen die im Kolonialstil erbauten Regierungsgebäude. Rund um das India Gate herrscht schon so etwas wie kleine Volksfeststimmung, denn da gibt es Getränke- und Essensbuden, Schlangenbeschwörer, dressierte Affen und sogar Gelegenheit zum Elefantenritt. Am Abend ist es ein beliebter Treffpunkt der Einheimischen.





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