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Kurze Landesinformationen Ausführliche Beschreibungen von: Sumatra: Gunung Leuser-Nationalpark, Komodo-Nationalpark, Java: Borobudur + Prambanan, Bali: Tempel + Heiligtümer, Affenwälder, Wasserfälle, Tauchen, Vulkanbesteigung Gunung Batur Genaue Reiseberichte Einreise, Adressen, Gesundheit, Sicherheit, Feiertage, Hinweise Bildgalerie mit zahlreichen Fotos

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Sumatra: Gunung Leuser-Nationalpark


Das Rückgrat von Sumatra, der zweitgrößten Insel von Indonesien, wird duch eine bis an dieRegion im Norden Sumatras Westküste reichende Gebirgskette mit tropischer Flora gebildet, die von Dutzenden, teils heute noch aktiven Vulkanen überragt wird. Unmittelbar an der Grenze zur Provinz Aceh liegt am gleichnamigen Vulkan der Gunung Leuser-Nationalpark, dessen Besuch ein absolutes Highlight während eines Aufenthaltes in Indonesien darstellt!

Bis heute haben in der völligen Abgeschiedenheit dieser Berg- und Tiefland-Regenwälder seltene Großtiere überlebt, die in anderen Regionen des Archipels schon längst ausgestorben sind. Neben den leider eher selten anzutreffenden Elefanten, Sumatra-Nashörnern und Königstigern hat man im Gebiet des Gunung Leuser-Nationalparks aber vor allem noch die sehr gute Chance freilebende Orang-Utans zu bestaunen. Neben einem schwer zu erreichenden Urwaldgebiet auf Borneo ist dies weltweit das letzte Rückzugsgebiet der vom Aussterben bedrohten Menschenaffen. Aber auch einige der anderen Affenarten (insgesamt gibt es acht verschiedene im Nationalpark) lassen sich hier fast genauso gut beobachten - wenn nicht sogar besser - wie im Zoo. Der Gunung Leuser-Nationalpark war einer der ersten Nationalparks in Indonesien und ist bis heute der größte in Südostasien. Die meisten Gebiete des Parks liegen allerdings in der Region von Aceh Tenggara mit der Provinzhauptstadt Kutacane. Das Gebiet um Bukit Lawang ist dagegen nur ein kleiner Teil des 9000 km² großen Nationalparks, dessen Regionen Höhen von 0 m bis 3500 m über dem Meeresspiegel aufweisen.

Hängebrücke über den BohorokDer Zugang zum Nationalpark erfolgt am einfachsten über den kleinen Ort Bukit Lawang an der Ostflanke des Bergrückens. Dorthin gelangt man relativ gut von Medan aus mit dem großen Bus von der Busstation Pinang Baris oder mit einem der vielen Minibusse via Binjai. Der Minibus ist mit 20.000 IDR auch definitiv die günstigste Variante. Auf Grund der üblen Straßenverhältnisse, sollte man sich allerdings auf eine unruhige 3stündige Fahrt über Rüttelpisten einstellen. Bukit Lawang liegt direkt am Bohorok-River und war einst ein von Touristen und Einheimischen gut besuchter Ort mit insgesamt 26 kleineren Hotels, die man größtenteils nur über abenteuerliche Hängebrücken (9 an der Zahl) erreichen konnte. Im November 2003 kam es aber leider nach heftigen Regenfällen zu einer verheerenden Flutkatastrophe (vergleichbar mit der Oder-Flut in Deutschland), bei der der Bohorok den größten Teil des Ortes mit sich riss (ca. 400 Häuser wurden weggespült) und mehr als 200 Todesopfer forderte. Von den ehemals 26 Hotels blieben nur noch 4 stehen und auch die meistens Brücken wurden zerstört (es gibt jetzt nur noch 2). Touristen verirren sich mittlerweile nur noch vereinzelt hierhin und so ist es eigentlich sehr einfach eine Unterkunft für die Nacht zu finden (z.B. im Wisma Bukit Lawang Indah).

Gunung Leuser-NationalparkDer Ort ist aber trotzdem immer noch der ideale Ausgangspunkt für Wanderungen in den Gunung Leuser-Nationalpark, der jedoch nur mit einer speziellen Genehmigung der staatlichen Naturschutzbehörde PHPA und in Begleitung von einem offiziellen Guide (ich empfehle Thomas und Mustafa) betreten werden darf. Die Guides findet man problemlos an den wenigen Hotels in Bukit Lawang und sie kümmern sich auch kurzfristig (z.B. über Nacht) um das nötige Permit. Wichtig: Kein guter Guide würde auf die Idee kommen die Orang-Utans mit Futter anzulocken oder sie sogar von den Touristen anfassen lassen! Bei der Wahl des Guides fragt man also einfach mal nach, ob man denn auch die Affen anfassen kann. Wenn einer Ja sagt, dann solltet man sich besser einen anderen Guide suchen. Es gibt übrigens eine offizielle Preisliste der Nationalparkverwaltung bzw. der Guide-Association, an die sich jeder Guide halten muss (ca. 25 USD/Tag). Man braucht daher also gar nicht erst anfangen zu feilschen. Neben den typischen Tagestouren in den Regenwald gibt es auch die Möglichkeit mehrtätige Erkundungen des Nationalparks zu unternehmen, wobei dann mitten im Dschungel oder am Fluss übernachtet wird. Ein Abenteuer der unvergesslichen Art, welches ich übrigens jedem nur empfehlen kann! Der Nationalpark ist so riesig und hat so viele Pfade, dass es - laut Aussage von den Guides - kein Problem ist, mehrere Wochen durch den Regenwald zu wandern ohne zweimal den gleichen Weg zu benutzen. Festes Schuhwerk ist dabei selbstverständlich unabdingbar, denn die teilweise sehr steilen Wege die Berge rauf und runter sind durch den ständigen Regen extrem rutschig und man klettert teilweise nur noch an Lianen und Wurzeln entlang. Der Rückweg nach Bukit Lawang erfolgt in den meisten Fällen mit einem selbstgebauten Rafting-Boot (aus alten Autoreifen) auf dem Bohorok-River :-) Ein Mordsspass, welcher quasi die abenteuerliche Krönung einer solchen Dschungeltour darstellt.

Orang-Utan im RegenwaldObwohl der vom Aussterben bedrohte Orang-Utan heute unter Naturschutz steht, werden immer noch Tiere gejagt und gefangen. Ganz bewußt werden vor allem Muttertiere geschossen, um in den Besitz von Jungtieren zu kommen, die zu hohen Summen ins Ausland verkauft werden.Ganz entspannt In Bohorok, nahe Bukit Lawang, gibt es ein Orang-Utan-Rehabilationszentrum. In der mit der Unterstützung des WWF eingerichtete Auswilderungsstation wird solchen illegal gefangenen jungen Orang-Utans ihr natürliches, zum Überleben im Dschungel notwendiges Verhalten antrainiert, damit sie später in der Wildnis ausgesetzt werden können. Mehr als 250 Orang-Utan-Jungtiere wurden bisher - meist nach Beschlagnahmungen - zur Station gebracht und immerhin mehr als 180 Tiere konnten erfolgreich in ein freies Leben im Urwald entlassen werden (einige starben während des Umgewöhnungsprozesses, oft infolge einer Lungenentzündung oder anderer Erkrankungen). Zu den Fütterungszeiten (8 und 15 Uhr) kann man an speziellen Fütterungsplattformen die halbwilden Menschenaffen in Freiheit beobachten. Informativ ist auch der Besuch des Visitor Centre Bukit Lawang, wo man alles über die Auswilderungsstation sowie Flora und Fauna des Gunung Leuser-Nationalparks erfährt.

Wer die Orang-Utans ('Menschen des Waldes') jedoch in ihrer wirklich natürlichen Umgebung beobachten will, der muss sich schon tiefer in das Gebiet des Nationalparks begeben. Der Großteil der älteren Tiere fand ebenfalls durch die Auswilderungsstation ihren Weg von der Gefangenschaft zurück in den Dschungel, die meisten jüngeren Affen wurden jedoch schon in Freiheit geboren.Freilebender Orang-Utan Nach einer Tragzeit von knapp acht Monaten wird das Junge in hilflosem Zustand geboren und von der Mutter in den nächsten 4 Jahren gestillt und aufgezogen. Während dieser Zeit werden die Affenbabies auf ihr selbstständiges Leben vorbereitet, denn ein Orang-Utan-Kind muss viel lernen und handelt nicht nur instinktiv. In den Urwaldgebieten von Borneo und Sumatra leben höchstens noch 3000 dieser Menschenaffen, die als einziger Baumbewohner unter den Primaten perfekt an das Kletterleben angepaßt sind. Mit einer Spannweite von 2,50 m hat er die längsten und kräftigsten Arme aller Menschenaffen, dagegen sind die Beine relativ unterentwickelt. Bei Begegnungen mit diesen Tieren kann man sich nicht nur von ihrer Sanftheit überzeugen, sondern auch von ihrer Fähigkeit sich gelassen und elegant durch das Baumdickicht zu bewegen. Sie bauen sich in bis zu 30 m Höhe zweimal am Tag (für den Mittagsschlaf und für die Nacht) ein frisches Schlafnest aus Zweigen und Blättern.

Neben einer Begegnung mit den sanften Riesen - welche natürlich das absolute Highlight beim Besuch des Nationalparks ist - kann man meistens aber auch noch einige der anderen acht Affenarten aus nächster Nähe beobachten, darunter zwei Gibbonarten , Makaken und Thomas-Leave-Monkeys. Aber auch Hornvögel und weitere exotische Tiere stehen auf der Liste der dort vorkommenden Tiere.




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