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Java: Borobudur + Prambanan


In der unmittelbaren Umgebug von YogyakartaUmgebung von Yogyakarta liegen die beiden bedeutensten Tempelkomplexe von Zentral-Java: Borobudur und Prambanan. Diese Tatsache spiegelt sich jedoch leider auch in den Eintrittspreisen wieder, die mit jeweils 10 USD weit über den normalen Eintrittspreisen in Indonesien liegen.

Borobudur im Herzen der Insel Java ist der größte buddhistische Tempel der Welt und lag über 1000 Jahre unbeachtet und vergessen im Dschungel. Der Tempel steht als Weltkulturerbe unter dem Schutz der Unesco und ist die Touristenattraktion der Region. Ob er aber den Ansturm der Heerscharen von Touristen weitere tausend Jahre übersteht, bleibt erstmal dahingestellt, doch wird heute alles zur Erhaltung dieses einmaligen und wunderbaren Beispiels menschlicher Schaffenskraft getan. Der 'verlorene Tempel', der mit seiner Erbauung alle bis dahin errichteten Tempelanlagen in den Schatten stellen sollte, wurde im 8. Jahrhundert in nur 80 Jahren errichtet. Zehntausende Arbeiter wirkten an dem gigantischen Bau mit, den Kunsthistoriker auch gerne als das Achte Weltwunder bezeichnen. Alles in allem wurden dafür rund 1,6 Millionen Basaltblöcke verbaut. An den Wänden der Stufen entlang ziehen sich fast fünf Kilometer lang Reliefs - alles in allem 1460 Platten. Sie zeigen neben vielen Szenen aus dem Leben Buddhas scheinbar aber auch einige Szenen aus dem Alltag der Erbauer. Die Qualität der Friese ist atemberaubend und die Details sind meisterhaft wiedergegeben. Desweiteren zieren den Tempel ganze 504 Buddhastatuen, wobei jede Einzelne von ihnen kunstvoll gearbeitet ist und das obwohl sich ein guter Teil von ihnen dem Auge des Betrachters entzieht, denn 72 dieser Statuen sitzen in den verzierten Stupas, die sich auf der obersten Ebene um das zentrale Heiligtum gruppieren. Der ganze Tempel schwelgt in Schmuck und viele Archäologen gehen sogar davon aus, dass das Heiligtum ursprünglich bemalt war.

Im BorobudurDer Tempel diente nur knapp 100 Jahre als Wallfahrtsort für buddhistische Pilger und wurde gegen 930 n.Ch. aus bisher noch nicht vollständig geklärten Gründen verlassen. Untersuchungen des Bodens haben ergeben, dass es im Jahre 928, also um die Zeit, als der Tempel aufgegeben wurde, einen, vermutlich sogar mehrere schwere Vulkanausbrüche auf Java gab. Zwar hat es nicht den Anschein, als sei die Bevölkerung in größerem Ausmaße betroffen gewesen, es könnte aber sein, dass ein in irgendeiner Form mit dem Tempel verbundenes heiliges Gebäude während eines dieser Ausbrüche beschädigt wurde. Ein solches Ereignis könnte als böses Omen und Zeichen der Götter gewertet und der Platz daraufhin aufgegeben worden sein. Neuere Ausgrabungen haben aber ergeben, dass der Tempel nicht ganz so plötzlich verlassen wurde, wie zunächst gedacht. Einige Menschen blieben in der Gegend und vielleicht benuzten sie auch den Tempel weiter. Vielleicht zog der Tempel also auch nach seiner Aufgabe Besucher an, genau festzustellen ist dies nicht. Sollte es jedoch noch irgendwelche Hoffnungen auf eine Wiederauferstehung des Tempels gegeben haben, so mussten diese mit dem Beginn des 15. Jahrhundert zu Grabe getragen werden, als der Islam seinen Siegeszug auch auf Java antrat und nach und nach die ganze Insel eroberte. Borobudur war damit endgültig in Vergessenheit geraten.

Stupas auf den höheren EbenenErst 1814 wurde der Tempelkomplex von H. C. Cornelius wiederentdeckt, der die Gegend um Prambanan auf Befehl des damaligen Gouverneurs von Java, Sir Stamford Raffles, erkundete. Er heuerte einen einheimischen Führer an, der ihn auf den sogennaten "Hügel der Statuen" führte. Seinen Namen hatte dieser wegen der zahlreichen Figuren, die zwischen dem dichten Buschwerk aus dem Boden zu wachsen schienen. Der so genannte Hügel war jedoch alles andere als natürlich gewachsen, sondern eine gewaltige von Menschenhand angelegten Struktur. Cornelius fertigte provisorische Zeichnungen an und schickte seinen Bericht an Raffles, welcher das Buschwerk entfernen und das Bauwerk freilegen liess. Zum Vorschein kam eine Art Stufenpyramide, reich verziert mit Figuren und Friesen - ein gewaltiger buddhistischer Tempel mitten im javanesischen Dschungel. Eine planmäßige Restaurierung fand jedoch erst ab 1907 statt.

'Lucky Buddha' in einer der StupasDie beste Zeit für eine Besichtigung ist der frühe Morgen (geöffnet ab 6 Uhr), weil man dann noch relativ ungestört ist und das Licht die feinen Details gut zur Geltung bringt. Rund um die Tempelanlage hat die Regierung einen Archäologischen Park eingerichtet, in dem sich auch ein Museum mit Informationen über die Restaurierung des Borobudur-Tempel befindet. Borobudur umschließt keinen Raum, sondern einen natürlichen Hügel. Der Tempel war jedoch auf Grund von Erosion, Sonne und Wind in erbärmlichen Zustand und so begann 1973 ein gigantisches Restaurierungsprojekt, bei dem für ca. 20 Mio. Dollar die Steinblöcke, Reliefs und Statuen abgetragen, katalogisiert, konserviert und wieder zusammengesetzt wurden. In Verbindung mit der religiösen Auffassung des Mahayana-Buddhismus hat der Borobodur im wesentlichen symbolische Bedeutung. Das Universum wirkt hier durch das Quadrat (Sockel und Galerien) und den Kreis (in den runden Terrassen) visualisiert, ersteres steht für die Erde, letzterer für den Himmel. Die neun Ebenen sind nach dem buddhistischen Kosmos gestaltet, welcher aus drei Welten besteht: Kamadhatu (die untere Sphäre der menschlichen Sehnsüchte), Nupadhatu (die Übergangssphäre der Gestalt) und Arupadhatu (die Sphäre der Gestaltlosigkeit und der himmlischen Erleuchtung). Das erste Stadium ist am Sockel des Tempels in Tafeln veranschaulicht, verborgen durch eine Steinplattform. Es gab nur eine kleine Öffnung an der Südseite. Darüber erhoben sich vierstufige Formationen, an beiden Vorderseiten befinden sich Reliefs, die buddhistische Texte und Buddhas Leben darstellen. Die fünfte Formation verbindet die Sphäre der Gestalt mit der der Gestaltlosigkeit.



Tempelanlage von PrambananPrambanan ist die größte hinduistische Tempelanlage Indonesiens und einer der größten hinduistischen Tempel in Südostasien. Sie wurde 1991 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Charakteristisch ist die hohe und spitze Bauform, die typisch für hinduistische Tempel ist, sowie das 47 m hohe Hauptgebäude, das sich in der Mitte einer weitläufigen Gruppe von Einzeltempeln befindet. Der kolossale Tempelkomplex wurde um das Jahr 850 errichtet, kurz bevor sich die Herrscher aus Zentral- nach Ost-Java zurückzogen. Wegen der mysteriösen Verlegung des Dynastiesitzes nach Ost-Java wurde auch der Prambanan wenige Jahrzehnte nach seiner Fertigstellung verlassen und begann zu verfallen. Ein Erdbeben zerstörte 1549 obendrein fast vollständig die ursprünglichen Bauten der Anlage und drei Jahrhunderte lang diente der Prambanan als Steinbruch für den Bau von Straßen und Häusern.

Riesige Schreine in PrambananDer Wiederaufbau des Komplexes begann 1918 und während die Rekonstruktion der Hauptheiligtümer 1993 abgeschlossen wurde, dauern die Bauarbeiten an den Nebentempeln bis heute an. Vor allem das Wiederauffinden des ursprünglichen Baumaterials bereitet Probleme, da oftmals Material entwendet und an weit entfernten Bauten wiederverwendet wurde. So werden nur Gebäude wiederaufgebaut, wenn mindestens 75% der ursprünglichen Steine vorliegen, und von vielen der kleineren Schreine kann man immer noch nicht viel mehr als die Grundmauern sehen.

In der TempelanlageDer Prambanan Tempelbezirk ist ein Glanzstück hinduistischer Architektur und gehört zu den schönsten Tempelanlagen in ganz Südostasien. Der Komplex des Zentraltempels, "Lara Jonggrang" (nach einer Prinzessin benannt, welche einer Legende nach in Stein verwandelt wurde, nachdem sie sich geweigert hatte, einen Riesen zu ehelichen) umfaßte ursprünglich nicht weniger als 232 Tempel. Die drei größten Schreine, Trisakti ("drei heilige Orte") genannt, sind exakt auf einer Nord-/Südachse ausgerichtet und den drei Göttern Shiva dem Zerstörer, Vishnu dem Bewahrer, und Brahma dem Schöpfer geweiht. Das entspricht der Grundstruktur der Trimurti - der Hindu-Göttertrinität -, die sich in vielen hinduistischen Tempelanlagen, auch in Indonesien (z.B.: Besakih in Bali), wiederfindet. Im Norden Lara Jonggrangs führt ein Weg über eine Grasfläche in ein schön gestaltetes Museum. Ausgestellt ist ein große Auswahl von Kunsgegenständen, Stauen, Ritualtabletts und Keramik, sowie Abbildungen der Restaurierungsarbeiten.




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