Startseite Zurück zur Kontinentauswahl Reich der Schlösser und Burgen Die Wiege der Revolution Land der Mythen und Sagen Europas große Monarchie Pizza, Päpste und Palazzi Inseln der Glückseligen Die Blumeninsel im Atlantik Willkommen in der Alpenrepublik
Gefällt mir
 
 
Kurze Landesinformationen Ausführliche Beschreibungen von: Loro Parque + Jungle Park, Wandern, Teide-Nationalpark, Orotava-Tal, Anaga-Gebirge Genaue Reiseberichte Einreise, Adressen, Gesundheit, Sicherheit, Feiertage, Hinweise Bildgalerie mit zahlreichen Fotos

Inseln der Glückseligen


Teneriffa: Wandern Vorheriger Tipp Highlight-Übersicht Nächster Tipp Teneriffa: Orotava-Tal


Teneriffa: Teide-Nationalpark


Der Vulkan Pico del Teide ist mit seinen 3.718 m Höhe nicht nur der der höchste Berg Spaniens, sondern auch das optische Wahrzeichen und beliebtestes Fotomotiv von Teneriffa. Bereits 1954 wurde rund um den Vulkan und seine Caldera ein Gelände von ca. 136 km² zum Teide-Nationalpark ("Parque Nacional de las Cañadas del Teide") erklärt - übrigens damals erst der dritte Nationalpark in ganz Spanien. Die natürlichen Grenzen des Nationalparks sind im Norden der Teide selber und im Süden, Westen und Osten die steilen Felswände der "Caldera de las Cañadas", einem riesigen ehemaligen Kraterkessel mit einem Durchmesser von 16 km. Der Pico del Teide ist der dritthöchste Inselvulkan der Welt und es handelt sich bei ihm um einen sogenannter Schichtvulkan, der sich durch die Anhäufung von Material aufeinander folgender Eruptionen bildete. Er ist immer noch aktiv, jedoch liegt der letzte Ausbruch schon 100 Jahre zurück (1909).

Den Name verdankt der Vulkan übrigens den Guanchen, den Ureiwohnern von Teneriffa, die den Berg "Echeyde" nannten. In der hispanisierten Form blieb davon nur noch "El Teide" übrig. Den Legenden nach waren die Guanchen der Meinung, dass im "Echeyde" der böse Dämon "Guayota" lebte, der dort Sonnengott "Magec" gefangen hielt und die schlechten Taten der Menschen mit Vulkanausbrüchen rächte. Die Dunkelheit erschreckte die Guanchen zutiefst und sie baten ihren höchsten Gott "Achamán" um Hilfe. Dieser verjagte "Guayota", befreite den Sonnengott und verschloss die obere Öffnung des Echeyde mit einem Stopfen, dem sogenannten „Pan de Azúcar“ (Zuckerbrot) oder „Pitón“ (Zuckerhut).

Dieses Gebiet lockt nun jährlich weit über 3 Millionen Besucher an und ist damit der meistbesuchte Nationalpark Spaniens. 2007 wurde das 2.000 m über dem Meeresspiegel liegende Areal des Nationalparks von der UNESCO sogar zum Weltnaturerbe erklärt. Ein Besuch des Teide-Nationalparks gehört eigentlich für jeden Teneriffa-Reisenden zum absoluten Pflichtprogramm. Um bei den hohen Besucherzahlen auch den Schutz der einmaligen Natur zu gewährleisten, ist das Wander abseits der markierten Wege strengstens verboten und zahlreiche Ranger sorgen für die Einhaltung dieser Regelung. Aber egal ob nun zum aktiven Wandern oder nur zum Sammeln von Impressionen, der Nationalpark zeigt sich stets von verschiedenen Seiten und beeindruckt seine Besucher vor allem durch die vielen skurrilen Felsformationen und das ständig wechselnde Farbspiel der Gesteinsarten.

Ein Erlebnis an sich ist bereits schon die Anfahrt zum Teide-Nationalpark, denn egal aus welcher der 4 möglichen Richtung man kommt, die Straßen führen von Meereshöhe an der Küste bis hinauf auf über 2.000 m. Dabei passiert man eigentliche alle erdenklichen Vegetationsarten und stößt nicht selten durch die Wolkendecke um in höheren Lagen strahlenden Himmel genießen zu können. Besonders reizvoll ist die Anfahrt auf der TF-21 von La Orotava aus, bei der man auf Serpentinen nicht nur durch einen dichten Kiefernwald fährt, sondern auch die interessante Gesteinsformation "*** Basaltrose *** bei km ** passiert. Wer lieber auf einer halbwegs geraden Strecke mit vielen tollen Aussichtspunkten in alle Himmelsrichtungen unterwegs sein möchte, dem empfehle ich die Anfahrt von La Laguna aus über die TF-24. Auf dieser Strecke stößt man auch bei km ** auf die "*** La Torta ***", eine Kurve bei der man die mehrfarbigen Gesteinsschichten des vulkanischen Bodens besonders gut sieht. Vor allem im Licht der Abenddämmerung ist dies ein absolutes Highlight. Man passiert bei der weiteren Fahrt auch den Berg Izaña, auf dem sich die Gebäude des astrophysische Observatoriums befinden. Das "Observatorio Astronómico" wurde 1985 eröffnet und ist ein europäisches Gemeinschaftsprojekt zur Erforschung des Weltraums. Es liegt auf einer Höhe von 2.392 Metern und zählt heute zu den bedeutesten Observatorien der Erde. An der Einmündung der TF-24 in die TF-21 befindet sich das Besucherzentrum des Nationalparks, das allgemeine Informationen und insbesondere für erfahrene Wanderer spannende Tourenvorschläge bereithält. Wenige Kilometer weiter auf der TF-21 passiert man schließlich den Kraterrrand der riesigen Caldera. Egal welche Route man auch wählt, am Rande des Nationalparks ändert sich Vegetation beinahe schlagartig. Der Baumbestand nimmt drastisch ab und von da an überwiegen die Erdtfarbtöne der typischen vulkanischen Landschaft mit seinen eindrucksvollen Lavageröll- und Bimssteinfeldern. Über der meist sehr kargen Landschaft thront majestätisch der Vulkankegel des Teide, der im Winter auch meistens mit Schnee bedeckt ist.

Der Gipfel des Teide kann in einer ca. 4stündigen Tour über einen gut markierten Wanderweg bezwungen werden. Man sollte zu dieser Wanderung so früh wie möglich aufbrechen, denn dann steigen auch die Chancen auf eine klare Sicht an den Aussichtspunkten und vor allem am Gipfel. Bereits gegen Mittag hüllt sich der Vulkan nämlich gerne in Wolken. Zunächst verläuft der Weg entlang eines steilen Schotterweges mit Blick auf die typischen Felder aus Lavageröll und Bimsstein. Am Montaña Blanca hat man die Wahl zwischen einer anstrengenden Abkürzung und dem normalen Serpentinenweg. Auf etwa 3.250m trifft man auf die Schutzhütte Alta Vista, wo man im Sommer nach Voranmeldung auch übernachten kann. In der Nähe befindet sich die Eishöhle (Cueva del hielo), in der sich selbst bei hohen Außentemperaturen ein stets zugefrorener See und viele Eiszapfen bewundern lassen. Kurz darauf erreicht man schließlich die Bergstation der Seilbahn. Die anschließende Erklimmung der 150 letzten Gipfelmeter erfordert allerdings eine spezielle Genehmigung, welche man vorher im Büro der Nationalparkverwaltung in Santa Cruz beantragen kann. Wer, wie die meisten Touristen, keine Lust auf die Strapazen des langen Aufstiegs hat, der kann sich auch vom Fusse des Vulkans mit der modernen Seilbahn "Teleférico de Teide" in knapp 8 Minuten bis kurz vor den Gipfel bringen lassen (einfache Fahrt ca. 11 €). Bei starkem Wind ist die Seilbahn jedoch nicht in Betrieb. Auch bei dieser Variante sollte man unbedingt an geeignete Kleidung (Windjacke!) denken. Von der oberen Seilbahnstation hat man bei schönem Wetter bereits einen beeindruckenden Ausblick auf die Nachbarinseln Gran Canaria, La Palma, La Gomera und El Hierro.

Etwa 3,5 km südlich der Seilbahnstation befindet sich direkt an einem großen Parkplatz eine bei Touristen äußerst beliebte Felsformation - die "Los Roques de García". An diesen schroffen und bizarren Felsnadeln herrscht eigentlich immer starker Besucherandrang, bieten sie doch auch immer wieder schöne Fotomotive mit dem Teide im Hintergrund und in der Umgebung findet man gute Wandermöglichkeiten. Dazu gehört auch der bekannte "Dedo de Dio" (auch "Roque Chinchado" genannt), der "Finger Gottes", der auf vielen Postkarten zu sehen ist und früher die Rückseite der 1.000-Peseten-Scheine zierte. Eine weitere interessante Felsformation nennt sich Kathedrale. Von dieser Felsformation blickt man auf die weite Ebene "Llano de Ucanca". Dort befindet sich der Felsen "Zapato de la Reina" (Schuh der Königin), der seinen Namen der Form eines hochhackigen Damenschuhs verdankt. Direkt gegenüber auf der anderen Seite der TF-21 liegt mit dem "Hotel Parador Nacional de Cañadas del Teide" ein staatlich betriebenes und exklusives Premiumhotel mitten im Teide-Nationalpark. Die komplette Caldera gleicht einer urtümlichen Gesteinswüste mit einer Mischung aus erkalteten Lavaströmen, Vulkankegeln, Bimssteinfeldern und wundersamen Felsformationen. Die Gesteinsfarbpalette reicht von schwarz bis rötlich ("die sieben Farben des Teide"). Zum Beispiel gibt es eine Steinformation, die sich "Los Azulejos" nennt, da sie in einem wundervollen, fast unnatürlichem Jadegrün erscheinen. Diese Färbung entsteht durch das Eisenhydrat in dem Gestein. Sie befindet sich südöstlich von der Felsformation "Los Roques". Die Steine und der Sand werden auch alljährlich im Juni für die wundervollen "Sandteppiche" an Frohnleichnam in La Orotava genutzt.

Der Teide-Nationalpark ist ein wahres Paradies für Wanderfreunde, denn hier gibt es viele gut ausgeschilderte Wanderwege mit unterschiedlichen Längen und Schwierigkeitsgraden. So existieren alleine drei Rundwanderwege (Los Roques, El Portillo und beim Parador), die 4 bis 11km lang sind. Weitere Wanderwege führen von El Portillo nach Parador, Rambleta (Teide) und la Fortaleza (5 bis 15 km einfache Strecke). Informationen dazu gibt es in dem "Centro de Visitantes", "El Portillo de las Cañadas" oder im Hotel Parador. Das dortige Informationszentrum bietet neben Informationen für Wanderer auch Filmvorführungen in deutscher Sprache, die einen Vulkanausbruch und die damit verbundene Kraft der Natur demonstrieren und somit die Entstehung der kanarischen Inseln zeigen. Das Informationszentrum "El Portillo de las Cañadas" bietet darüber hinaus geführte Wanderungen, auf Wunsch auch in deutsch. In den Shops der Besucherzentren erhält man außerdem umfangreiches Informationsmaterial und Literatur.

Das Klima im Nationalpark ist deutlich anderes als auf dem Rest der Insel. Eine intensive Sonneneinstrahlung sorgt im Sommer für Temperaturen über 40° C, nachts erfolgt aber wieder eine starke Abkühlung. Im Winter herrschen Minustemperaturen und Schnee, so dass die Seilbahn ihren Betrieb einstellt, der Aufstieg zum Teide untersagt und die Zufahrtsstraßen zum Teide-Nationalpark gesperrt sein können. Doch auch bei niedrigeren Temperaturen hat die tropische Höhensonne eine unvorstellbare Kraft. Nicht wenige unterschätzen die starke UV-Strahlung und ziehen sich teilweise schwere Sonnenbrände zu. Man sollte also unbedingt auf ausreichenden Sonnenschutz und Trinkwasser achten. Im Teide-Nationalpark kann es auch zu raschen Wetterwechseln und großen Temperaturschwankungen kommen, so dass man leichte und wärmere Kleidung mitnehmen sollte. Das einzigartige Klima hat eine Flora mit vielen edemischen Arten geschaffen, die sich auf unvorstellbare Weise an starke Sonneneinstrahlung, die tiefen Nachttemperaturen und die Trockenheit gewöhnt haben. Mindestens 30 verschiedene Arten gibt es nur im Teide-Nationalpark. Besonders auffällig ist die "Tajinaste", der Teide Natternkopf (Echium wildpretii), der eine Höhe von drei Metern erreichen kann. Während der Blütezeit im Mai/Juni sind die Dolden mit unzähligen kleinen roten oder blauen Blüten besetzt. Diese Pflanze wird auch der "Stolz von Teneriffa", "Orgullo de Tenerife", genannt. Allgegenwärtig ist der Teideginster (Spartocytisus supranublus), der mit für die charakteristische Prägung der Landschaft verantwortlich ist.




Teneriffa: Wandern Vorheriger Tipp Highlight-Übersicht Nächster Tipp Teneriffa: Orotava-Tal