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Kurze Landesinformationen Ausführliche Beschreibungen von: Loro Parque + Jungle Park, Wandern, Teide-Nationalpark, Orotava-Tal, Anaga-Gebirge Genaue Reiseberichte Einreise, Adressen, Gesundheit, Sicherheit, Feiertage, Hinweise Bildgalerie mit zahlreichen Fotos

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Teneriffa: Orotava-Tal


Das grüne und fruchtbare Orotava-Tal an der Nordwestküste Teneriffas verläuft vom Meer bis auf ca. 2000 m hinauf (bis kurz vor den Teide-Nationalpark) und besteht aus den Gemeinden Los Realejos, La Orotava und Puerto de la Cruz. Bei den enormen Ausmaßen von etwa 10x11 km kann man aber eigentlich schon gar nicht mehr von einem "Tal" sprechen. Es handelt sich bei diesem Gebiet um eine tektonisch gesenkte Zone, die an drei Seiten von steilen Berghängen und Bruchzonen begrenzt wird. Das Zusammenspiel vom blauen Atlantik, den grünen Steilhängen und dem von überall sichtbaren Gipfel des Vulkan Teide im Hintergrund bildet einen landschaftlich besonders reizvollen Rahmen. Bereits 1799 beeindruckte die Schönheit des Tals den Naturforscher Alexander von Humbolt, seine Euphorie für die außergewöhnliche Flora sind am Mirador de Humbolt Stein in verewigt worden. Um das nachvollziehen zu können, muss man selber einmal dort gewesen sein. Wegen seiner Naturvielfalt wird das Tal auch "Garten Teneriffas" genannt.

Durch unterirdische Stollen fließendes Wasser macht das Orotava-Tal besonders fruchtbar und bietet ideale Bedingungen für den Anbau von Bananen und Wein. Das spiegelt sich auch im Landschaftsbild wieder, denn der Kiefernwald in den höheren Lagen wird auf dem Weg hinunter zum Atlantik von Weinberge und weitläufigen Bananenplantagen abgelöst. Die Erträge vom landwirtschaftlichen Anbau und der Weinerzeugung brachten den Grundbesitzern großen Reichtum, der sich im Orotava-Tal in prunkvollen Herrenhäusern und schönen Kirchen aus dem 17. und 18. Jahrhundert äußert. La Orotava hat eine der schönsten Altstädte der ganzen Kanaren und ist an sich schon eine Art Freilichtmuseum (s.u.).

Obwohl Puerto de la Cruz an der Küste eine Touristenhochburg von Teneriffa ist, bleibt der Rest vom Orotava-Tal weitestgehend unberührt, ruhig und einsam. Oberhalb vom Touristenrummel findet man in den höheren Lagen noch viele kleine und verträumte Dörfer. Wegen der beinahe immer optimalen Windbedingungen, ist das Orotava-Tal besonders bei Paraglidern und Drachenfliegern beliebt, die man daher oftmals am Himmel ihre Kreise ziehen sieht. Die zahlreichen Wege durch die bewaldete Landschaft sind hingegen das Revier der Mountainbiker und der vielen Wanderer. Das grüne Tal bietet viele Wandermöglichkeiten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Wer sich genau über mögliche Wanderrouten inkl. Karte, Höhenprofil und Gehzeiten erkundigen möchte, dem empfehle ich den sehr guten und handlichen Rother Wanderführer. Die Tournummern die ich hier angebe, beziehen sich auf diesen Wanderführer.

Tour 1: (Tour XX)
Einer der schönsten Wanderungen von ganz Teneriffa ist sicherlich die Umrundung der "Orgelpfeiffen" Los Organos.

Das Tal ist nach der schönen Stadt La Orotava benannt (meiner Meinung nach übrigens die schönste Stadt auf Teneriffa), einem historischen und architektonischen Edelstein. Die Stadt oberhalb von Puerto de la Cruz besticht durch ihren unvergleichlichen Charme. Die Neubausiedlungen der Randbezirke fressen sich zwar immer weiter in das Tal hinein, aber im historischen Kern der Stadt, mit seinen vielen denkmalgeschützen Gebäuden, blieb die romantische und malerische Atmosphäre aus längst vergangener Zeit vollkommen erhalten - Zeugnisse des auf den Weinexport basierenden enormen Reichtums der ehemals einflussreichen Handelsstadt. Als ortsunkundiger Autofahrer kann man aber gerade in diesem Teil der Stadt auf Grund der kleinen Gassen und der vielen Einbahnstrassen schnell die Orientierung verlieren. Ein guter Ausgangspunkt für einen Stadtrundgang ist die zentral gelegende Plaza de la Constitucion, ein beliebter Treffpunkt der Einheimischen, an dem man im Schatten der Bäume gemütlich sitzen kann. Vom terrassenartigen Platz aus kann man über die Dächer der Stadt bis zur Küste schauen. Am Nordende der Plaza liegt die ehemalige Klosterkirche San Augustin, die heute Kunstakademie beherbergt. Von hier aus kann man unterhalb der Plaza de la Constitucion der Carreterra Escultor Estevez nach Südwesten in Richtung Rathaus folgen, wobei man viele schönen alten Häusern mit prunkvollen Balkonen passiert, in denen inzwischen Bars und Modegeschäfte untergebracht sind. Das 1895 erbaute Rathaus (Palacio Municipal) an der Plaza General Franco erstreckt sich über die gesamte Breite des Platzes und ähnelt mehr einem richtigen Palast. Auf dem großen Platz mit seinen Palmen findet kurz vor Fronleichnahm ein ganz besonderes traditionelles Ereignis statt, für das La Orotava bekannt ist. Dann gestalten ortsansässige Künstler aus buntem gemahlenen Vulkangestein (aus dem Teide-Nationalpark) einen farbenfrohen Sand-Bilderteppich mit biblischen Motiven. Damit die Kunstwerke nicht bereits während der wochenlangen Gestaltung schon frühzeitig zerstört werden, wird der ganze Platz überdacht. Am Morgen der Fronleichnamsprozession werden alle Strassen der Marschroute zusätzlich mit Tausenden von farbigen Blüten in Form riesiger Blumenteppiche geschmückt. Nachdem die Prozession den Platz und die Strassen passiert hat, ist von den Kunstwerken jedoch nicht mehr viel übrig. Wer also zu dieser Zeit auf Teneriffa ist, der sollte sich dieses Highlight keinesfalls entgehen lassen! Hinter dem Palacio Municipal trifft man auf eine der grünen Oase inmitten der Stadt. Die Hijuela del Botanico, eine Außenstelle des Botanischen Gartens in Puerto de la Cruz, lädt mit seinen liebevoll angelegten Blumenrabatten mit üppig blühenden Strelizien, Lilien und anderen subtropischen Gewächsen zum Träumen und Entspannen ein. Folgt man der Carreterra Escultor Estevez weiter am Rathaus vorbei, stößt man em Ende auf die Calle Colegio. Hier findet man die alte Kaufmannsvilla Casa Lercaro. Etwas weiter im Süden gelangt man zu einem wahren Tourismusmagnet, die Casa de Los Balcones und die Casa de la Molina. Die herrschaftlichen Häuser aus dem 16. Jahrhundert mit ihren prunkvollen Balkonen beherbergen heute ein Lokal und ein Geschäft, welches lokales Kunsthandwerk anbietet. Geht man die Straße weiter nach Südwesten, so trifft man an der kleinen palmengesäumten Parkanlage Plaza Casañas auf die Kirche Nuestra Señora de la Concepcion - das Zentrum der historischen Altstadt von La Orotava. Seit Anfang des 16. Jahrhunderts steht hier bereits ein Kirchenbau, welcher aber bei einem Erdbeben 1705 zerstört wurde. Auf den alten Grundmauern wurde die Kirche schließlich von 1768 bis 1788 wiedererrichtet. Das Innere dreischiffigen Hallenkirche besticht vor allem durch seinen prunkvoll verzierten Hauptaltar und die vielen filigranen Schnitzereien.




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