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Kurze Landesinformationen Ausführliche Beschreibungen von: Périnet-Naturrerservat, Buschhaus, Montagne d'Ambre, Tsingy, Nosy Be Einreise, Adressen, Gesundheit, Sicherheit, Feiertage, Hinweise Bildgalerie mit zahlreichen Fotos

Die Insel der Vielfalt


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Périnet-Naturreservat


Das Périnet-Analamazaotra-Naturreservat im Osten von Madagaskar ist ein absoluter Höhepunkt jeder Madagaskarreise, denn kaum sonst irgendwo findet man auf kleinem Raum eine derartige Vielfalt an seltenen Tieren und Pflanzen wie hier. Der nahe Regenwald ist voller Orchideen, Lemuren und seltenen Schmetterlingen. Nur hier kann man noch den größten Lemuren der Welt - den Indri - in seinem natürlichen Lebensraum beobachten.

Von Antananarivo aus folgt man der Hauptstraße Richtung Osten nach Moramanga ("wo die Mangos billig sind"), dem wichtigsten Ort zwischen der Hauptstadt und Toamasina. Etwa 20 km weiter, kurz hinter dem Ort Andasibe, liegt das Périnet-Naturreservat. Da die Zufahrt von Tana aus so einfach ist, einige gute Hotels direkt am Park die Übernachtung angenehm machen und ursprünglicher tropischer Regenwald zu finden ist, gehört dieses Naturreservat trotz seiner vergleichbar geringen Größe (810 ha) zu den beliebtesten auf Madagaskar.

Dickicht im Périnet-NaturreservatDas Reservat liegt in einem Bergmassiv mit tropischer Vegetation. Von April bis September ist es hier vor allem am Abend kühl und es fällt nur gelegentlich feiner Regen. Den Rest des Jahres über ist es allerdings feuchtheiss mit starken, gewittrigen Regenfällen und Stürmen.

Panther-ChamäleonDer Besuch des Reservats muss mit einem der ausgebildeten Führer durchgeführt werden, die man am Parkeingang findet. Die meisten von Ihnen können ausreichend Englisch, so dass der Wissensdurst zur Genüge gestillt wird. Man sollte versuchen, das Reservat mehrmals zu verschiedenen Tages- bzw. Nachtzeiten zu erkunden, um wirklich einen Einblick in die Tierwelt Madagaskars zu bekommen. Das Mitnehmen eines Führers empfiehlt sich nicht nur wegen der fehlenden Orientierung im Park (es geht meist eh abseits der wenigen Wege quer durch den Regenwald), sondern besonders wegen seiner geschulten Augen und Ohren. Sie können Dinge entdecken, wo unser einer nicht einmal im Traum ein Lebewesen vermuten würde. Denn davon gibt es hier reichlich. Dutzende von Chamäleonarten, nachtaktiven Lemuren und seltenen Vögeln. Wer spezielle Vorlieben bezüglich der Flora und Fauna hat, sollte dies dem einheimischen Guide mitteilen, der dann verstärkt sein Augenmerk darauf richtet.

Der IndriDas Hauptinteresse im Périnet-Naturreservat liegt aber vor allem bei den Indris, dem mit 70 cm größten aller Halbaffen. Charakteristisch für den Indri ist sein durchdringender Schrei, mit dem er sein Revier abgrenzt und der schon über mehrere Kilometer zu hören ist. Aber auch sein Stummelschwanz ist einmalig unter den Lemuren. Wie der Mensch, lebt auch der Indri in Einehe (na gut, stimmt nicht für alle Menschen) und engem Familienverbund. Die Weibchen bekommen nur etwa alle drei Jahre ein Baby, was die Gefahr ihres Aussterbens in dem kleiner gewordenen natürlichen Lebensraum erhöht (es ist im übrigen bisher noch nicht gelungen, den Indri in Gefangenschaft zu halten). Zwei Drittel des Tages liegen die Indris schlafend in einer Astgabel, das aktive Drittel verbringen sie auf der Suche nach Nahrung.Vom Aussterben bedroht Morgens zwischen 6 und 9 Uhr sind sie hungrig und man kann ihre lauten Rufe durch den ganzen Regenwald hören. Die Wahrscheinlichkeit einen Indri zu Gesicht zu bekommen, ist mit einem guten Führer ziemlich gross. Die Frage ist halt nur, wie nahe man an diese Lemuren herankommt. Wenn sie sich gestört fühlen, können sie doch recht schnell im Dickicht des Regenwaldes verschwinden. Die Mitnahme von einem Fernglas lohnt sich auf jeden Fall.

Der Indri verdankt sein Überleben übrigens dem Umstand, dass es für die Einheimischen ein religiöses Tabu ist, ihn zu töten. Die Legende besagt, dass einst eine Familie mit vielen Kindern im Wald lebte. Als die Kinder gross geworden waren, begann ein Teil von ihnen, den Wald zu roden, Hütten zu bauen und Reis zu pflanzen. Die anderen sammelten Früchte, Blätter und Nüsse. Sie sind die Ahnen der Indris und Ahnenkult ist auf Madagaskar heilig.




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