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Kurze Landesinformationen Ausführliche Beschreibungen von: Périnet-Naturrerservat, Buschhaus, Montagne d'Ambre, Tsingy, Nosy Be Einreise, Adressen, Gesundheit, Sicherheit, Feiertage, Hinweise Bildgalerie mit zahlreichen Fotos

Die Insel der Vielfalt


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Tsingy


Ebenfalls im Norden von Madagaskar befindet sich das Ankarana-Gebirge, an dem seit einigen Jahren sowohl Wissenschaftler als auch Touristen Interesse zeigen. Ankarana heißt übersetzt "wo es spitze Steine gibt" und dieser Name paßt wirklich gut, denn das Massiv ist überzogen mit karstigen Gebirgsstöcken, den messerscharfen Tsingy.

Die Anfahrt dorthin erfolgt über eine ziemlich holprige und verdammt staubige Piste, die wenige Kilometer nördlich von Marotaolana von der RN6 abzweigt und zum Parkeingang auf der Westseite des Gebirges führt. Auf der mehrere Stunden dauernden Fahrt wird man ordentlich durchgeschüttelt und selbst im optimal geschützten Gepäck findet sich hinterher überall der feine Staub. Hier sollte man vor allem auf die Kameraausrüstung acht geben. Vom Parkeingang aus organisiert man sich einen ortskundigen Führer und kann sich auf einem der drei Camps im Ankarana-Naturreservat einnisten. Ein kleiner Tip am Rande: Wer nicht so sehr auf Käfer steht, der sollte sein Zelt auf gar keinen Fall unter einem der dort vorhandenen Palmendächer aufbauen. In der Nacht lassen sich nämlich riesige Kakerlaken aus diesen Dächern auf den Boden bzw. dann auf das Zelt fallen. Wer diese Monsterkäfer trotzdem mal sehen will, kann tagsüber mal ein wenig zwischen den Palmwedeln stochern.

Das Ankarana-Massiv mit einer der Felsspalten bei SonnenuntergangUrsprünglich war das Gebirge eine riesige Korallenbank, die später aus dem Meer herausgehoben wurde. Im Laufe der Jahrmillionen haben Regenfälle, reißende Flüsse und Gletscher das weiche Kalkgestein geformt. Aufgrund der unterschiedlichen Härte des Gesteins wurden nadelspitze Felsen geschliffen, auf denen man nur sehr vorsichtig von einer Spitze zur anderen balancieren kann. Ein Sturz hätte hier schlimme Verletzungen zur Folge. Zwischen den Korallenblöcken von jeweils 5-6 km Durchmesser liegen etwa 300 m tiefe Täler, in welchen ein ursprünglicher, lichter Trockenwald wächst. Die Täler dienen in den Trockenmonaten als Zugang zu den Tsingy. In der Regenzeit (November-März) sind sie von reißenden Flüssen überschwemmt und machen einen Besuch der Gesteinsformationen unmöglich.

In einer Felsspalte zwischen den KorallenblöckenVom Camp aus kann man auf langen Wanderungen mit einem Guide zahlreiche Grotten, Höhlensysteme, Seen und natürlich die Tsingy besuchen. Eine Taschenlampe und gutes Schuhwerk mit starker Sohle sind ein unbedingtes Muss. In den zahlreichen kleinen Grotten am Rande des Gebirgsmassiv befinden sich oftmals kleine Seen, in denen man sich an heißen Tagen prima abkühlen kann. Einige Grotten bieten Zugang zu mehreren kilometerlangen Höhlensystemen unter den Tsingy, in denen totale Finsternis herrscht. Ohne Führer sollte man sich hier keinesfalls hereinwagen, ein Besuch lohnt sich aber schon alleine wegen der zahlreichen Tropfsteinen. Zur Regenzeit fließen hier die Flüsse durch. In den großen Höhlen der Felsspalten zwischen den Korallenblöcken leben unzählige Fledermäuse, deren Kot man besser nicht in die Augen bekommen sollte. Tote Tiere, die von der Decke auf den Boden fallen, werden von den zahlreichen Käfern und anderen Insekten vertilgt. Als ich im Sommer 2000 in diesen Höhlen war, hatte kurz zuvor eine Krankheit Tausende von Fledermäusen dahingerafft, was zu einem steilen Anstieg in der Insektenpopulation führte. Der ganze Boden bestand eigentlich nur aus einer einzigen Käfermasse. Wer Indiana Jones 2 kennt, weiss in etwa, wie das aussah. Bei nächtlichen Erkundungen kann man in diesen Grotten auch Skorpione und Schlangen bestaunen. Der Weg von den Felsspalten zurück zum Camp führt über einen steilen Abhang, den man selbst bei Trockenheit nur dank der zahlreichen Lianen bewältigt.

Tsingy mit nadelspitzen FelsenUm zu den bizarren Felsnadeln zu gelangen, wandert man vom Campement des Anglaises im Westen des Parks durch den Trockenwald bergauf (hier und da trifft man auf eine Gruppe von Lemuren) und erreicht nach ca. 2 Stunden das Hochplateau eines Tsingy. Abseits des Weges sollte man sich wegen der hohen Verletzungsgefahr nur vorsichtig bewegen, denn die Felsen sind wirklich messerscharf. Es ist schon erstaunlich, dass dort überhaupt irgendetwas wächst. Man kann sich dort bis zu einem 200-300 m tiefen Abgrund vorarbeiten, von dem aus ein dunkelgrüner, von Kalksteinwänden umgebener See zu bewundern ist.

Mokotra oder HirnfruchtNoch ein Tip für Feinschmecker. In den Trockenwäldern findet man häufig eine Frucht mit einer grünen bzw. gelben sehr harten, holzigen Schale. Es handelt sich hierbei um eine Mokotra-Frucht. Schüttelt man sie und es scheint sich darin eine Masse zu bewegen, so ist die Frucht reif (die Farbe der Schale spielt dabei keine Rolle). Die Schale knackt man am Besten an einem Stein (sie ist wirklich verdammt hart und es hört sich an als wenn Knochen splittern). Zum Vorschein kommt ein gelbliches Fruchtfleisch, das ein wenig wie süsses Pflaumenmus schmeckt. Wegen dem Geräusch beim Öffnen und dem seltsam aussehenden Fruchtfleisch hiess sie bei mir eigentlich immer nur Hirnfrucht. Sie eignet sich auch bestens zum Füttern von Lemuren!




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