Startseite Zurück zur Kontinentauswahl Im Land der Pharaonen und Pyramiden Diesseits von Eden Die Insel der Vielfalt Der Diamant Afrikas Das vergessene Paradies am Äquator Inseln des Überflusses Willkommen im Regenbogenland
Gefällt mir
 
 
Kurze Landesinformationen Ausführliche Beschreibungen von: Périnet-Naturrerservat, Buschhaus, Montagne d'Ambre, Tsingy, Nosy Be Einreise, Adressen, Gesundheit, Sicherheit, Feiertage, Hinweise Bildgalerie mit zahlreichen Fotos

Die Insel der Vielfalt


Tsingy Vorheriger Tipp Highlight-Übersicht


Nosy Be


Vor der Nord-Westküste liegt Nosy Be, der am besten entwickelte Urlaubsort Madagaskars. Die Insel, etwa so groß wie Rügen, hat insgesamt ca. 350 Gästezimmer, ist also vom Massentourismus zum Glück noch Lichtjahre entfernt. Im Vergleich mit den Seychellen (3.500), Mauritius (11.000) und Mallorca (700.000) nehmen sich die durchschnittlich 400 Gäste, die ständig auf Nosy Be verweilen, doch sehr bescheiden aus. Dennoch hat die Insel nicht die Ursprünglichkeit anderer Regionen Madagaskars. Wer sich jedoch bewusst ist, dass Nosy Be weder ein unberührtes Südseeparadies ist, in dem man mit fröhlichen Eingeborenen im Baströckchen bei Sonnenuntergang ums Lagerfeuer tanzt, noch eine perfekt durchorganisierte Urlaubsinsel, der wird den Aufenthalt genießen und zugeben müssen, dass man sich nur schwer einen schöneren Ferienort vorstellen kann. Auf jeden Fall ist es ein schöner Ausklang einer aufregenden Madagaskarreise.

Nosy Be hat primären Urwald im Lokobe-Naturreservat, kultivierte Zuckkerrohrfelder und Gewürzplantagen, von Krokodilen bevölkerte Kraterseen, eine wieder im aufstreben begriffene koloniale Hafenstadt und unberührte Trauminseln, nicht weit von der Küste entfernt. Die Kombination aller dieser Attraktionen macht den ungewöhnlichen Reiz von Nosy Be aus.

Sonnenuntergang auf Nosy BeZu erreichen ist die Insel entweder per Flugzeug oder mit einer der vielen Fähren vom Festland (Arikify und Antsahampano) aus. Rund um Nosy Be finden sich herrliche von Kokospalmen gesäumte Sandstrände. Einige von Ihnen sind Heimat von Fischern, vor deren Hütten große Edelholzpirogen mit Segeln und Auslegern liegen. Wer mit einem guten Geländewagen die schlechten Pisten in Richtung Osten fährt, findet abgeschiedene Traumbuchten, in denen man sich in eine unberührte Welt versetzt fühlt und malerische Sonnenaufgänge genießen kann.

In den Kratern von sieben Vulkanen haben sich Seen gebildet, in denen Krokodile unbehelligt leben, denn die Bewohner sehen in den Gewässern die Heimat ihrer Ahnen. Wer sich ihnen nähern will, muss barfuss gehen, darf nur mit einem Wickeltuch bekleidet sein und keine Kopfbedeckung tragen. Das Boden dort ist nicht nur verboten, sondern vor allem auch wegen der Krokodile lebensgefährlich.

Überall findet man ZuckerrohrplantagenAn der Westküste der Insel führt eine alte Eisenbahnstrecke entlang, die noch immer während der Zuckerrohr-Ernte von Mai bis August von eine fast 100 Jahre alten Lokomotive befahren wird. Der Diebstahl von Zuckerrohr wird auf Nosy Be übrigens schwer bestraft und man sieht immer wieder Wachleute entlang der Zuckerrohrfelder patrouillieren. Wer also unbedingt einmal Zuckerrohr probieren will, der sollte sich vorher gründlich umsehen, bevor er ein Rohr abschlägt und auslutscht. In der Nähe von Djamandjary befindet sich die große Zuckerfabrik. Man sollte versuchen sich die Zuckerproduktion anzusehen oder eine Flasche des hervorragenden und billigen Djamandjary-Rum zu ergattern. Eine Flasche zum Abfüllen muss man sich aber schon selber mitbringen.

Mit der Piroge zum Lokobe-NaturreservatDer Besuch des Mont Passot (329 m) gehört zum Pflichtprogramm auf Nosy Be. Man sollte sich am späten Nachmittag auf den Weg machen, denn die Ausblicke über die Insel sind traumhaft und die Beobachtung des Sonnenuntergangs vom Gipfel aus einzigartig. Es führt eine ausgewaschene Strasse durch vulkanische Hügellandschaft und an den sieben heiligen Kraterseen vorbei fast bis hinauf zum Gipfel. Mein Tip ist jedoch eine Wanderung zum Gipfel, die kurz hinter der Zuckerfabrik beginnt. Der Weg führt zunächst durch Zuckerrohrfelder und später sanft ansteigend durch weite Wiesen hinauf. Für die 8 km benötigt man ca. 2 Stunden. In Djamandjary kann man sich vorher ein Taxi bestellen, dass einen später am Gipfel abholt.

Eine Madagaskar-Boa auf der Lokobe-HalbinselEin wahres Erlebnis ist der Besuch des 740 ha großen Lokobe-Naturreservats, das den Großteil der östlichen Halbinsel einnimmt und nur über den Wasserweg zu erreichen ist. Lokobe wurde 1923 von der Kolonialverwaltung unter Schutz gestellt und war jahrelang unerreichbar, so dass Flora und Fauna nahezu unberührt erhalten sind. Für den Ausflug ist auf passende Kleidung und reichlich Mückenschutz zu achten, den von den Viechern wimmelt es nur so im Regenwald der Halbinsel. Man fährt über eine kleine Piste bis zu dem kleinen Dorf Ambatozavavy im Osten von Nosy Be. Nach einer kleinen Wanderung durch ein Mangrovengebiet geht es bei einer Flussmündung mit Auslegerbooten weiter. Hier ist man als zusätzlicher Paddler herzlich willkommen. Nach ca. 1 Stunde kommt man im Dorf Ampasipohy inmitten des Naturreservats an. Hier ist auch der Start- und Endpunkt der Dschungelwanderung, auf der von einem Führer viele Pflanzen des Waldes erklärt werden. Im dichten Regenwald finden sich desweiteren Hunderte endemischer Pflanzenarten, zahlreiche Vögel und natürlich weitere Lemuren. Mit etwas Glück bekommt man auch eine Madagaskar-Boa zu sehen, von denen hier etliche Exemplare leben. Bei der Rückkehr in das Dorf ist bereits ein üppiges Essen in einem einfachen Unterstand zubereitet worden. Empfehlen kann ich auch den selbstgebrannten Rum, der mit eingelegten Wurzeln oder Früchten verfeinert wird. Man kann sich zu Hause auch selber solch einen Rum - geht aber noch besser mit reinem, geschmacksneutralem Wodka - herstellen (ich empfehle zum Einlegen Ingwer oder Ananas). Am Nachmittag geht es dann mit der Piroge zurück nach Ambatozavavy.

Gierige Mohrenmakis auf Nosy KombaDie wichtigste der bewohnten Inseln nahe Nosy Be ist Nosy Ambariovato. Sie wird im allgemeinen auch als Nosy Komba bezeichnet, was im örtlichen Dialekt Lemureninsel bedeutet. Man kann sie nur mit einem Charterboot erreichen, welches man sich problemlos in Andoany mieten kann. Die Insel besteht aus einem kreisrunden Vulkan, der 621 m aus dem Meer aufragt und nahezu vollständig mit Wald und Plantagen bedeckt ist. Am Rande des Dorfes Ampangorina haben Fischer einen Garten angelegt, in de sie früher die Mohrenmakis der Insel fütterten. Inzwischen müssen sie das aber nicht mehr tun, denn täglich kommen Touristen von Nosy Be herüber, die diese Aufgabe übernommen haben. Die Lemuren konnten auf der Insel überleben, weil das fischreiche Meer genügend proteinreiche Nahrung liefert und ein Dorfältester einst den Verzehr der Mohrenmakis zum Tabu erklärte. Die begrenzte Population führt aber inzwischen zu degenerativen Erscheinungen (z.B. Blindheit). Bei der Fütterung der Lemuren sollte man auf einiges gefasst sein, denn die Tiere sind ziemlich gierig. Hat man ersteinmal eine Banane hervorgeholt, wird man direkt von mehreren Makis angesprungen, die auch nicht davor zurückschrecken, sich alles eßbare direkt aus den Taschen zu klauen.Mit dem Segelboot unterwegs vor Nosy Be Von Ampangorina aus führt ein Pfad an einer Missionsstation vorbei, durch Ylang-Ylang-Pflanzungen und Urwald, bis auf den Gipfel des Vulkans (621 m). Es empfiehlt sich für den ca. 4stündigen Trip am frühen Morgen aufzubrechen, denn gegen Mittag wird es zunehmend heisser. Wegen der vielen Stechmücken ist auf entsprechenden Schutz zu achten.

Nosy Tanikely ist ein wahres Schnorchelparadies mit klarem, türkisem Wasser und gut erhaltenem Korallenriff unmittelbar vor dem weißen Sandstrand. Von Andoany fahren regelmäßig Ausflugsboote an den großen Strand im Süden der Insel. Hier hat man dann genügend Zeit ausgiebig zu baden und zu schnorcheln, bevor ein Picknick unter Bäumen serviert wird. Die Unterwasserwelt steht unter strengem Naturschutz und das sonst in den Gewässern Madagaskars noch übliche Harpunieren ist hier streng verboten. Dadurch ist die große natürliche Vielfalt an Fischen erhalten geblieben.




Tsingy Vorheriger Tipp Highlight-Übersicht