Startseite Zurück zur Kontinentauswahl Reich der Schlösser und Burgen Die Wiege der Revolution Land der Mythen und Sagen Europas große Monarchie Pizza, Päpste und Palazzi Inseln der Glückseligen Die Blumeninsel im Atlantik Willkommen in der Alpenrepublik
Gefällt mir
 
 
Kurze Landesinformationen Ausführliche Beschreibungen von: Levada-Wanderungen, Gebirgs-Wanderungen, Küsten-Wanderungen, Funchal + Umgebung, Sonstige Sehenswürdigkeiten Genaue Reiseberichte Einreise, Adressen, Gesundheit, Sicherheit, Feiertage, Hinweise Bildgalerie mit zahlreichen Fotos

Die Blumeninsel im Atlantik


Highlight-Übersicht Nächster Tipp Gebirgs-Wanderungen


Levada-Wanderungen


Eine der interessantesten Möglichkeiten um Madeira kennenzulernen ist das Wandern entlang der seit dem 15. Jahrhundert gepflegten künstlichen Bewässerungskanäle - den Levadas, einer Besonderheit der Insel. Sie transportieren Wasser aus den regenreichen Bergen und dem Norden in den trockenen Süden, bewässern dort Felder und liefern Trinkwasser. Sie ziehen sich fast ohne jede Steigung - es genügt ein Gefälle von nur 1° - entlang der Berghänge und neben jeder Levada befinden sich schmale, öffentlich zugängliche Versorgungswege für Reparaturen u.ä.. Wegen der meist fehlenden Steigung gehören die Levada-Wanderungen auf diesen Versorgungswegen zu den einfachsten Wanderungen auf der Insel und sind auch ohne größere Anstrengungen für untrainierte Wanderer zu schaffen.Malerisch verwachsener Levadaweg Über 200 alte Wartungswege erstrecken sich über mehr als 2150 km Länge über die ganze Insel und bei Wanderungen entlang der Levadas durchwandert man innerhalb kürzester Zeit die verschiedensten Vegetationszonen (Orchideenwiesen, tropisch Feuchtgebiete, schroffe Steinlandschaften, etc.).

Neben dem Ausblick auf eine tolle Landschaft liegt der besondere Reiz einiger Levada-Wanderungen auch an den Durchquerungen von unterschiedlich langen Felstunneln, durch die die Bewässerungskanäle führen. Für die Durchquerung solcher Tunnel sollte man auf jeden Fall eine Taschenlampe mit sich führen und wegen des matschigen Untergrunds auch lieber mit festem Schuhwerk unterwegs sein. Bei einigen anderen Levada-Touren ist Trittsicherheit und Schwindelfreiheit angebracht, denn dort läuft man entlang sehr schmaler und ungesicherter Levadas, an deren Seite es steil bergab geht. Einige interessante Levada-Wanderungen möchte ich hier im einzelnen kurz vorstellen, wer sich aber genau über mögliche Wanderrouten inkl. Karte, Höhenprofil und Gehzeiten erkundigen möchte, dem empfehle ich den sehr guten und handlichen Rother Wanderführer. Die Tournummern die ich hier angebe beziehen sich alle auf diesen Wanderführer.

Für den individuellen Wanderer ergeben sich jedoch ein paar kleinere Probleme. Zum einen ist dies manchmal das Finden des "Einstiegs" zu einer Wanderung und zudem die oftmals fehlende Wegbeschilderung. Ein mögliches Verlaufen ist auf Madeira nicht besonders gefährlich, denn man kommt immer irgendwo an, jedoch ist es halt sehr ärgerlich und zeitraubend. Diese Probleme kann man jedoch sehr leicht mit einer guten Wanderliteratur (s. oben) aus der Welt schaffen. Ein weiteres Problem ist die Tatsache, dass es sich bei den wenigsten Levada-Wanderungen um Rundwanderungen handelt. Wenn man also nicht genau den gleichen Weg zurück zum Ausgangspunkt gehen möchte, muss man sich schon im Vorfeld Gedanken bzgl. des Transportes am Zielort machen. Das Busnetz deckt leider viele der markanten Wanderpunkte nicht ab, so dass man am einfachsten auf das Taxi ausweicht (Tel. 291-222500). Mit vielen Taxifahrern kann man auch schon vorher eine Abholung an einem vereinbarten Ort zu einer bestimmten Zeit vereinbaren. Von manchen Hotels werden auch Shuttle-Busse zu bekannten Wanderpunkten angeboten. Wem das alles zu kompliziert ist, der kann natürlich auch an einer organisierten und geführten Wanderung teilnehmen, welche so ziemlich von jedem Hotel auf Madeira angeboten werden.


Hochebene von Rabacal: (Tour 44, 45 und 46)
Die kurzen Wandertouren auf der Hochebene von Rabacal eignen sich hervorragend als Einstiegswanderungen auf Madeira, welche mit Wasserfällen, Quellen und schönen Aussichten einiges zu bieten haben.Risco-Wasserfall Das Wetter in dieser Höhe ist jedoch sehr wechselhaft und es können schnell mal Hochnebel und Regen aufziehen, weswegen man auch immer eine Jacke dabei haben sollte. Ausgangspunkt hierbei ist der Parkplatz von Rabacal, von wo aus man für die ersten beiden Wanderungen erst ca. 30 Minuten hinunter bis zum Forsthaus laufen muss. Wem das zu müßig ist und wer einen Weg von jeweils ca. 30 Minuten einsparen möchte, der kann auch einen kleinen Shuttle-Bus vom Parkplatz bis zum Forsthaus nutzen (2 € einfache Fahrt, 3 € Hin und Zurück). Die erste Wanderung (Tour 45) führt entlang der Levada do Risco ohne großartige Steigung durch einen schönen Lorbeerwald und bei schönem Wetter hat man unterwegs einen tollen Blick auf die umliegenden bewaldeten Hügel. Am Ende des Weges erreicht man einen Aussichtspunkt direkt am Risco-Wasserfall, einem eindrucksvollen Wasserfall der aus über 100 m Höhe an einer Steilwand hinabstürzt. Von hier aus ist der weitere Weg entlang der Levada für Wanderer gesperrt. Auf dem gleichen Weg geht man zurück Richtung Forsthaus und kommt dabei einige hundert Meter vor dem Forsthaus an eine beschilderte Abzweigung,25 Quellen der man rechts zu den 25 Quellen folgen kann (Tour 46). Dieser Weg entlang der Levada das 25 Fontes enthält zwei kurze, aber steile Treppenabschnitte. Nach dem letzten Anstieg verläuft die Levada unter einen malerischen von Bäumen gebildeten Tunneldach und gibt anschließend wieder den Blick ins Tal frei, bevor man kurz danach auf der rechten Seite das Ziel, die 25 Quellen, erreicht hat. In dem kleinen Felsenkessel rieseln aus den schön gefärbten und reich begrünten Felswänden die unzähligen kleinen Quellen in ein Naturbecken - ein Anblick den man sich nicht entgehen lasen sollte. Hier tummeln sich auch unzählge handzahme Finken, die nur darauf warten, von den Wanderen gefüttert zu werden. Eine weitere schöne Wanderung, welche nur selten von den Touristen genutzt wird, führt vom Parkplatz Rabacal zum Wasserfall am Ribeira Grande (Tour 44). Vom Parkplatz aus folgt man nicht dem Weg hinunter zum Forsthaus, sondern geht weiter geradeaus, wo man nach ca. 100 Metern auf eine Levada trifft, welcher man entgegen der Fließrichtung oberhalb der anderen Touren entlang der Hügelflanken durch eine schöne Busch- und Waldlandschaft ins nächste Tal folgt. Die Levada do Paul passiert unterwegs einen Wassertank, in dem sich massenweise Forellen aufhalten, fließt zwischen markanten Felsen hindurch und überwindet an der sogenannten Himmelstreppe einen kleinen Höhenunterschied. Nachdem man in einer langen Rechtskurve den Hügel umrundet hat, zieht sich der restliche Weg recht lang durch das Hochland oberhalb des Flusses Ribeira Grande, der auch den Risco-Wasserfall speist, bis man am Ende des Weges das mit großen Felsen bestückte Flußbett des Ribeira Grande und einen kleinen Wasserfall erreicht hat - ein absolut traumhafter Platz zum Ausruhen bevor es wieder an den Rückweg geht.


Encumeada-Pass nach Rabacal: (Kombination aus Tour 39 Variante + Tour 42 rückwärts + Tour 43)
Die Kombination aus diesen drei Touren im zentralen Hochland ergibt eine schöne Tageswanderung durch die unterschiedlichsten LandschaftenLevada das Rabacas von Madeira und bietet bei schönem Wetter herrliche Ausblicke. Hierbei wird auch einer der längsten Levadatunnel (ca. 2,5 km) der Insel durchlaufen, weswegen neben festem Schuhwerk (matschig!) auch unbedingt eine Taschenlampe mitgenommen werden muss. Für Leute mit Platzangst ist diese Tour wohl eher nichts. Ausgehend von der Snackbar am Encumeada-Pass folgt man der breiten Levada das Rabacas in Richtung Westen. An der Levadagabelung, die man bereits nach wenigen Minuten an einem Tunneleingang erreich, folgt man der Levada das Rabacas weiter geradeaus (nach rechts durch den Tunnel führt die normale Tour 39). Entlang der schmalen Levada hat man die ganze Zeit einen schönen Blick über das Tal auf die gegenüberliegenden Berggipfel.Felsenkessel Cascalho Nach ca. 35 Minuten (seit Start) erreicht man an einem kleinen Wasserfall den ersten kleinen Tunnel, der auch schnell durchquert ist und bereits 10 Minuten später befindet man sich am Eingang zu dem 2,5 km langen Levadatunnel, für dessen Durchquerung man ca. 30 Minuten benötigt (auf den Kopf aufpassen!). In dem engen Tunnel ist es wirklich stockdunkel und wenn man das Licht ausschaltet, sieht man nicht mal mehr die Hand direkt vor den Augen (Taschenlampe mit ausreichend Batterien!). Da es im Innern des Tunnels ziemlich staubig ist, empfehle ich für den Weg hindurch die Mitnahme von Kaugummis. Am Ausgang des langen Tunnels finden wir uns schließlich in einem schönen Talkessel wieder, von wo aus der Weg zur Christusstatue Christo Rei führt (Tour 42 rückwärts, ca. 1,5 Stunden). Der Levada weiter durch den Talkessel und um den nächsten Berg herum folgend erreicht man nach kurzer Zeit den Cascalho, einen hohen und wirklich imposanten Felsenkessel,Entlang der Levada do Paul von dessen senkrechten Wänden zahlreiche Wasserfälle hinabstürzen. Beim Passieren des Kessels kommt man sich irgendwie richtig klein vor. Kurz nach dem Cascalho beginnt nun mit dem Aufstieg der knapp 500 Höhenmeter das anstrengendste Stück der ganzen Tour, denn der nun breitere Pfad wird merklich steiler, führt schließlich durch einen kurzen und geräumigen Tunnel, an einer Hüttenruine vorbei und immer weiter stetig den Berg hinauf. Ein Stück unterhalb des Gipfels kreuzt die Levada da Bica da Cana den breiten Schotterweg und man kann nun entweder der Levada nach links bis zur Straße unterhalb des Cristo Rei oder dem Weg weiter geradeaus über den Gipfel bis zur Straße oberhalb der Statue folgen. Dort hat man sich dann eine Pause auch redlich verdient. Vom Cristo Rei aus führt ein erholsamer Weg ohne merkliche Steigung nach Westen entlang der Levada do Paul in ca. 1 Stunde bis zum Parkplatz Rabacal (Tour 43). Dabei wandert man durch eine malerische und farbenfrohe Farn- und Gestrüpplandschaft, die sich vollkommen von den anderen beiden Teilabschnitten unterscheidet. Hier sieht man auch immer mal wieder Kühe an der Levada weiden und hat einen schönen Blick über das Hochland bis hin zur Küste im Süden.


Tal der Ribeira da Ponta do Sol: (Tour 7)
Diese ca. 3 Stunden dauernde Tour ist nur etwas für schwindelfreie Wanderer, denn der schmale Weg entlang der Levada Nova ist größtenteils ungesichert und an vielen Stellen fällt der Berg seitlich der Levada steil ab.Levada Nova Dafür entschädigt diese Wanderung aber mit traumhaften Ausblicken, einem kleinen Levadatunnel und vor allem einem Wasserfall, der über den Weg hinwegrauscht. Festes Schuhwerk, eine Taschenlampe und ggf. eine Regenjacke sollte man auf dieser Tour mit im Gepäck haben.Wasserfall Der Einstieg zur Levada Nova ist nicht ganz leicht zu finden. Man startet von der Kirche im Ort Lombada da Ponta do Sol, folgt der Straße ein kurzes Stück bergauf und biegt nach links in die Seitenstraße, der man ebenfalls eine ganze Weile immer weiter steil bergauf folgt. In Scheitelpunkt einer etwas längeren Rechtskurve nimmt man den kleinen Weg nach links (bzw. geradeaus) zwischen den Häusern hindurch und stößt so auf die Levada Nova. Der Weg entlang der Levada durch das enge Tal verläuft auf der schmalen und ungesicherten Mauer, wobei an vielen Stellen der Hang zur Linken steil abfällt. Nach ca. 1 Stunde durchquert man einen kurzen Tunnel und auf der anderen Seite erwartet einen auch schon der tolle Anblick des Wasserfalls, der quer über die Levada hinabstürzt. Der Wasserfall wird rückseitig umgangen und der Levada Nova weiter folgend erreicht man nach einigen Minuten ein kleines Wasserbecken und kurz darauf auch schon an einem steinigen Flussbett die Quelle der Levada und damit den Endpunkt der Wanderung. Um nicht den gleichen Weg zurückgehen zu müssen, kann man kurz nach dem kleinen Wasserbecken einem kurzen, aber sehr steilen und meist rutschigen Pfad nach rechts durch die Büsche hindurch hinunter zur tieferliegenden Levada do Moinho nehmen, welche parallel zur Levada Nova verläuft. Der Weg entlang dieser Levada ist - anders als an der Levada Nova - überall mit Geländern gesichert, dafür aber oftmals mit Büschen verwachsen (lange Hose!). Der Levada do Moinho folgt man nun zurück bis zum Ort Lombada da Ponta do Sol und kommt so direkt an der Rückseite der Kirche wieder heraus.




Highlight-Übersicht Nächster Tipp Gebirgs-Wanderungen