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Kurze Landesinformationen Ausführliche Beschreibungen von: Nationalpark Huascarán, Islas Ballestas, Nazca, Geheiligtes Tal der Inka, Cusco, Machu Picchu Einreise, Adressen, Gesundheit, Sicherheit, Feiertage, Hinweise Bildgalerie mit zahlreichen Fotos

Im Reich der Inka


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Nazca


In der Nähe der Provinzstadt Nazca durchquert die Panamericana die Pampa Colorada, eine ausgedörrte Ebene auf 550 m Höhe, in der es so gut wie nie regnet und auch kein Küstennebel für Feuchtigkeit sorgt. Kein Mensch würde sich in diese trostlose Gegend verirren, wären da nicht die höchst seltsamen Linien und Zeichnungen in den steinigen Wüstenboden eingegraben, die den Wissenschaftlern bis heute Rätsel aufgeben.

Auf zum RundflugDie als Nazca-Linien bekannten Scharrbilder bedecken eine riesige Fläche und sind in ihren enormen Ausmaßen nur aus der Luft zu erkennen. Mehrere Airlines in Nazca bieten vom Flughafen der Oasenstadt halbstündige Rundflüge in kleinmotorigen Propellermaschinen an. Wem dies zu abenteuerlich erscheint, der kann auch vom etwa 15 m hohen Aussichtsturm am Kilometer 425 der Panamericana, der seinerzeit von der Deutschen Maria Reiche errichtet wurde, einen Blick auf die Ebene wagen. Allerdings sind von hier aus nur drei der Scharrbilder (Baum, Hände und Eidechse) schemenhaft zu erkennen. Wer also schon einmal in Nazca ist, der sollte sich einen solchen Rundflug nicht entgehen lassen (es ist ja wohl auch niemand nach Peru gelaufen, oder?).

Übersicht der Scharrbilder auf der Nazca-EbeneVor dem Flug bekommt man eine kleine Übersichtskarte der Ebene, auf der die wichtigsten Figuren eingezeichnet sind, die von dem Piloten angeflogen werden. Um auch jedem in der Maschine einen Blick auf die Scharrbilder zu ermöglichen, werden diese jeweils in einer Links- und einer Rechtskurve überflogen. Man muss am Anfang schon ein bischen suchen, bevor man die ersten davon wirklich sieht. Die großen Figuren wie Affe, Spinne, Kolibri, Kondor, etc. sind aber in aller Regel recht einfach zu entdecken. Gerade diese Abbildungen sind es, die in aller Welt bekannt sind und Nazca zu globalem Ruhm verholfen haben. Dabei machen sie eigentlich nur einen winzig kleinen Teil der Nazca-Lininen aus, denn der Großteil der Ebene ist von unzähligen kilometerlangen Geraden durchzogen (die sind jedoch bei weitem nicht so medienwirksam). Um das zu verdeutlichen, habe ich hier mal eine Fotografie und eine graphische Darstellung eines Teils dieser Linien abgebildet. Die bereits angesprochenen Figuren sind hier so klein, dass sie kaum zu erkennen sind.




Fotografie einiger Nazca-LinienGraphische Darstellung einiger Nazca-Linien


Bereits 1926 haben zwei Archäologen seltsame Zeichen im Wüstensand bei Nazca entdeckt. Die eigentliche Erforschung begann jedoch erst 1939, nachdem der Amerikaner Paul Kosok auf einem Flug die erste Figur - einen Vogel - erkannte. Mit der Zeit kamen immer mehr Darstellungen zum Vorschein, verteilt auf einem 50 km langen und 20 km breiten Streifen.Der Kolibri, eines der Scharrbilder Maria Reiche, eine aus Deutschland emigrierte Mathematikerin und Geographin, kam durch ihre Tätigkeit als Übersetzerin mit Kosok zusammen. Sie begann später mit Besen und Zollstock die Ebene zu Fuss zu durchschreiten und alle Lininen zu vermessen. Abends fertigte sie in ihrem kleinen Lehmhaus maßstabsgetreue Abbildungen der Figuren an. Es wurde zu ihrer Lebensaufgabe und selbst im hohen Alter von 90 Jahren hielt sie noch allabendlich in verschiedenen Sprachen Vorträge über die Nazca-Linien. Maria Reiche vermutete als Entstehungszeit der Figuren die Periode zwischen 300 und 700. Doch ihre Bedeutung bleibt bis heute verborgen. Kosok interpretierte die Linien als das größte Astronomiebuch der Welt, Maria Reiche sprach in ihrem Buch von einem gigantischen Kalender.Grab auf dem Cementerio de Chauchilla Die Figuren waren den Menschen zur damaligen Zeit vermutlich kaum im Ganzen sichtbar, denn selbst von den nahen Hügeln sind sie kaum zu erkennen. Einzelne Anthropologen sehen in ihnen daher den Nachweis für die Existenz von Fluggeräten und Erich von Däniken bringt die Nazca-Linien sogar mit UFOs und Außerirdischen in Verbindung.

Rund 28 km südlich von Nazca liegt mitten in der Wüste der Cementerio de Chauchilla, ein weitläufiger vorspanischer Friedhof. Leider wurde der Großteil der Tausenden von Gräbern bereits geplündert, weswegen der Friedhof auch ständig bewacht wird. Überall liegen Knochen, Textilfragmente und Keramikscherben herum. In einem kleinen Rundgang zu einigen noch gut erhalten Gräbern kann man einen guten Einblick in die Begräbnisrituale der damaligen Zeit gewinnen. Die festgelegten Wege sollte man aus Respekt und Ehrfurcht nicht verlassen. Die Schädel der Mumien sind durch den Sand und die Sonne mittlerweile strahlend weiss geworden (auch wenn sie wie Gipskopien aussehen, hier liegen wirklich die Originalknochen). Die Toten wurden meistens in hockender Haltung verschnürt, in Körbe gesetzt und mit wertvollen Stoffen umwickelt. Einige Schädel sind sogar noch von Haaren bedeckt und auch Kinder liegen hier begraben.




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