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Kurze Landesinformationen Ausführliche Beschreibungen von: Nationalpark Huascarán, Islas Ballestas, Nazca, Geheiligtes Tal der Inka, Cusco, Machu Picchu Einreise, Adressen, Gesundheit, Sicherheit, Feiertage, Hinweise Bildgalerie mit zahlreichen Fotos

Im Reich der Inka


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Das geheiligte Tal der Inka


Zwischen Pisac und Ollantaytambo erstreckt sich der zentrale Abschnitt des Urubamba-Tals, das wegen seiner fruchtbaren Böden von den Spaniern als "Valle Sagrado de los Incas" ("geheiligtes Tal der Inka") bezeichnet wurde.Das Boleto Turístico Die moderate Meereshöhe und die geschützte Lage bedingen ein recht ausgeglichenes Klima mit deutlich höheren Temperaturen als etwa in der Umgebung von Cusco. So wählten die Inka dieses ausgedehnte Tal zu ihrem landwirtschaftlichem Zentrum. Entlang der Flußufer bauten sie ihre Nutzpflanzen an und ließen deren Samen dann in alle Regionen des Landes verteilen.

Will man sich mehrere Attraktionen im Urubamba-Tal anschauen, so empfiehlt sich der Kauf eines speziellen Touristentickets - das Boleto Turístico - für 10 US$, mit dem man Zugang zu den meisten Ruinenanlagen des Tals und zudem noch zu einigen Museen in Cusco hat. Es ist jedenfalls deutlich billiger, als sich jedesmal die Einzeltickets zu kaufen und gilt für 10 Tage. Die bereits besuchten Orte werden auf dem Ticket abgestempelt, ein mehrfacher Besuch ist also nicht möglich.



Karte vom geheiligten Tal der Inka


Im Norden der Stadt Cusco erhebt sich als stummer Zeuge des goldenen Zeitalters der Inka-Herrschaft der ausgedehnte Ruinenkomplex von Sacsayhuaman. Mit dem Auto erreicht man die 200 m oberhalb von Cusco gelegene Stätte in wenigen Minuten, zu Fuss benötigt man von der Plaza de Armas eine halbe bis eine Stunde.Monumentale Inka-Mauern in Sacsayhuaman Blickt man von Sacsayhuaman hinunter über die Stadt, so überschaut man ein Meer von rotbraunen Dächern, aus dem die Kirchtürme emporragen und in dessen Mitte sich die Plaza de Armas befindet. Nicht weit entfernt breitet der Christo Blanco, eine haushohe, weiße Christus-Statue, ähnlich der auf dem Corcovado in Rio de Janeiro, seine Arme schützend über die Stadt. Bis heute liegen Baubeginn und Bauende der Inka-Anlage im Dunkeln, der größte Teil dürfte jedoch Mitte des 15. Jahrhunderts errichtet worden sein. Das massive Bauwerk besteht aus drei übereinanderliegenden Zickzackmauern, die ursprünglich doppelt so hoch gewesen sein dürften. In der Mythologie der Inka stellten diese die Zähne des imaginären Puma dar, dessen Körper die Stadt Cusco bildete. Die drei Mauern symbolisieren die drei Welten im Glauben der Inka (Welt der Menschen, Welt der Götter und Unterwelt). Die mannshohen Steinquader wurden - wie bei den Inkas typisch - ohne Mörtel übereinandergeschichtet und millimetergenau eingepaßt. Ein 5x5x2.5 m messender Monolith wiegt stattliche 200 t und soll einem Chronisten zufolge von 10.000 Indianern mit Hilfe langer Stricke hinaufgeschafft worden sein. Alljährlich zur Wintersonnenwende am 24. Juni findet in der Anlage von Sacsayhuaman das Fest Inti Raymi statt, das größte Fest der Region. Hunderte von Freiwilligen spielen vor Tausenden in- und ausländischer Besucher in farbenprächtigen Kostümen alte Zeremonien nach. In dieser Zeit platzt Cusco aus allen Nähten.

Die Opferrinne in KenkoAuf dem weiteren Weg in Richtung Pisac liegt der Kultort Kenko, ein Heiligtum der Erdgöttin Pachamama. Dort findet man an der Oberseite des zentralen Felsblocks eine lange Opferrinne in Form einer Schlange. Nach Vermutungen von Archäologen hatten hier die Inka-Priester geweihtes Wasser oder gar Menschenblut durchrinnen lassen. Im Inneren des durch Gletscherschliff geformten Felsens öffnet eine Spalte den Zugang zu einer künstlichen unterirdischen Plattform, die den Inka möglicherweise als Altar zur Einbalsamierung von Toten gedient hat.

Einige Kilometer weiter an der Strasse liegen die Überreste von Puca Pucara. Die sogenannte "Rote Festung" war aller Wahrscheinlichkeit nach eine von vielen fest eingerichteten Stationen, in denen die Stafettenläufer der Inka ausgetauscht oder Waren gelagert wurden. Zudem boten sie militärischen Trupps, reisenden Kaufleuten und Pilgern Unterkunft. Vielleicht diente Puca Pucara überdies als strategischer Kontrollpunkt des Zugangs zu den nahen heiligen Quellen von Tambo Machay. Diese ehemalige Tempelanlage war in der Inkazeit ein bedeutender Kultort des Wassers. Die beiden heiligen Brunnen werden von einer unterirdischen Quelle unbekannter Herkunft gespeist. Die Einheimischen nennen diesen Ort noch heute "Bad des Inka".

Ruinenanlage von PisacHat man den Boden des Valle Sagrado erreicht, gelangt man über eine Stahlbrücke in das Zentrum des kleinen Dorfes Pisac auf knapp 3000 m Höhe. Der gigantische Korallenbaum in der Mitte der Plaza, von Moosen und Flechten fast überwuchert bietet einen grandiosen Anblick. Dienstags, donnerstags und sonntags bauen Händler aus der gesamten Umgebung ihre Stände auf dem Platz auf und bieten auf dem großen Markt von Pisac Kunsthandwerk und Nahrungsmittel an. In den Bäckereien wird in alten Lehmöfen traditionelles pan dulce (süßes Brot) gebacken und eine aus einem Fenster hängende rote Fahne lädt zu frischem Maisbier (chicha) ein. Auf einem schmalen Felssporn rund 600 m oberhalb des Dorfes erheben sich die Reste eines Inka-Zeremonialzentrums, umgeben von landwirtschaftlichen Terrassen, die allesamt seit Jahrhunderten mit ausgeklügelter Bewässerung fruchtbar gemacht werden. Man kann entweder mit dem Auto über eine 10 km lange Straße bis zum oberen Parkplatz fahren oder zu Fuss vom Marktplatz aus den steilen, aber interressanten Aufstieg durch die Inka-Terrassen zu den Ruinenanlagen wagen. Im Tempelzentrum sind die Wände mehrerer Gebäude erhalten geblieben. In einem halbrunden Bauwerk erblickt man einen runden Felsblock mit einer exponierten Felsnadel. Aller Wahrscheinlichkeit hat er als Teil eines Observatoriums zur Vermessung der Sonnenbahn und zur Überprüfung des Sonnenkalenders gedient. Archäologen werten diese Struktur als Pendant zum Intihuatana von Machu Picchu - dem "Stein, an dem man die Sonne anbindet".

Die Inka-Festung von OllantaytamboDie Hauptstraße führt weiter bis nach Urubamba, wo es eine Abzweigung zurück nach Cusco gibt. Folgt man jedoch der Straße weiter durch das Tal, so erreicht man nach rund 20 Kilometern das Ende des geheiligten Tals in dem kleinen Ort Ollantaytambo. Das Dorf liegt zum Schutz vor den Fluten des Rio Urubamba einige hundert Meter vom Ufer des Flusses entfernt auf einer Anhöhe. Der Name der hoch über der Stadt thronenden Festung erinnert an General Ollantay, einen besonders tapferen Feldherrn des Inka Pachacutec Yupanqui. Während der Eroberung der Inka-Reichs durch die Spanier spielte die Festung eine wichtige Rolle, denn die Inka fügte den Europäern hier eine herbe Niederlage bei. Zum Besuch der Ruinen muss man allerdings zuerst die steilen Treppen hinaufsteigen. Oben angekommen erblickt man auf der gegenüberliegenden Talseite den Steinbruch, aus dem die riesigen Felsblöcke stammen. Der große Haupttempel ist allerdings nie vollendet worden, denn überall liegen gewaltige Steinblöcke herum. Neben der Funktion als Festung vermuten Archäologen Ollantaytambo auch als Begräbnisplatz, wo die Inka die Herzen ihrer verstorbenen Fürsten bestattet und in regelmäßigen Zeremonien verehrt haben. Wer nicht von Cusco aus losfährt, hat am Bahnhof von Ollantaytambo die letzte Möglichkeit zum Zustieg in den Zug nach Machu Picchu.

Arbeiter auf den SalzterrassenEtwa 6 km flussabwärts von Urubamba befindet sich das kleine Dorf Tarabamba, von wo aus man zu den oberhalb in den Hügeln liegenden Salinas gelangt. Eine anstrengende, etwa 3 km bergauf verlaufende Wanderung führt zu Hunderten von Salzpfannen, die noch heute eine wichtige Lebensgrundlage für die Bewohner darstellen. Durch ein ausgeklügeltes Kanalsystem werden die Salzbecken gezielt mit dem stark salzhaltigen Wasser aus dem Berg gefüllt. Beim Verdunsten des Wassers bleibt das Salz zurück, dass per Hand gesammelt und verpackt wird. Wem der Weg bergauf zu anstrengend erscheint, der kann auch in Moray starten und immer entlang des Hangs, an den Salzterrasen vorbei, bergab bis nach Tarabamba gehen.

Etwa auf halber Strecke zwischen Urubamba und Cusco liegt in stattlichen 3760 m Höhe Chinchero, die Stadt des Regenbogens. Wegen des paradiesischen Ausblickes einst Sommersitz mehrerer Inka, machen heute die jahrhundertealten Häuser, die traditionell gekleideten Bewohner und vor allem die auf Inka-Fundamenten erbaute Dorfkirche den Ort sehr besuchenswert. Landesweit bekannt ist der farbenprächtige Sonntagsmarkt, der vorwiegend auf die Bedürfnisse der Einheimischen ausgerichtet und damit weniger touristisch als der von Pisac ist. Aber gerade das macht ihn ja interressanter.




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