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Kurze Landesinformationen Ausführliche Beschreibungen von: Nationalpark Huascarán, Islas Ballestas, Nazca, Geheiligtes Tal der Inka, Cusco, Machu Picchu Einreise, Adressen, Gesundheit, Sicherheit, Feiertage, Hinweise Bildgalerie mit zahlreichen Fotos

Im Reich der Inka


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Cusco


Wegen seiner Lage in den Anden, seiner entspannten Atmosphäre, der freundlichen Menschen und der vielen zu Fuss erreichbaren Sehenswürdigkeiten erleben viele Besucher Perus das rund 300.000 Einwohner zählende Cusco als die schönste Stadt des Landes. Unter all den Städten die ich auf meinen vielen Reisen bisher gesehen habe, halte ich sie persönlich sogar für die schönste (auf jeden Fall ist Cusco eine der lohnenswertesten Städte der Welt). Eingebettet in ein ausgedehntes Tal liegt die Hauptstadt des gleichnamigen Departamento auf einer Höhe von 3340 m. Die spätere Hauptstadt des mächtigen Inka-Reiches wurde erst um das Jahr 1200 gegründet, als der Entstehungslegende der Inka zufolge das Geschwisterpaar Manco Capac und Mama Ocllo auf seinem Weg von der Sonneninsel im Titicacasee hier den vom Sonnengott prophezeiten Ort fand, an dem sich dessen Stab leicht in den fruchtbaren Boden hineintreiben liess. Manco Capac nannte den Ort Quosqo - Nabel der Welt. Seine Nachfolger bauten in den nächsten 300 Jahren Cusco in jeder Hinsicht zum Zentrum aus. Hier kreuzten sich die beiden Hauptachsen des Inka-Reiches, hier errichtete man die wichtigsten Heiligtümer und Paläste und hier befand sich auch die Residenz der wichtigsten Adelsfamilien und des Obersten Inka-Fürsten.

Rundgang durch die Altstadt von Cusco Archäologen vermuten, dass die Inka ihre Hauptstadt in Form eines gigantischen Pumas anlegten. Der höher gelegene Komlex von Sacsayhuaman bildete dabei den Kopf, die Stadt selbst den Körper und der Rio Huatanay markierte den Schwanz der Raubkatze. Um 1450 jedoch, nach der erfolglosen Belagerung Cuscos durch Chancas-Indianer, ordnete der Inka Pachacutec Yupanqui den vollständigen Abriss und Neuaufbau der Stadt an. 50.000 Fronarbeiter errichteten in wenigen Jahren das neue Cusco, dass nun sogar über gepflasterte Strassen, eine für damalige Zeiten überaus moderne Wasserversorgung und anstelle der alten Strohhütten jetzt über Steinhäuser verfügte. Vor der spanischen Eroberung zählte die Hauptstadt rund 15.000 Einwohner.

Um eine Stadt wie Cusco zu erleben, reicht es nicht aus, die zahlreichen Sehenswürdigkeiten abzuklappern, was ohne weiteres an einem Tag möglich ist. Vielmehr braucht man Zeit, um das einmalige Ambiente und die Leute auf sich wirken zu lassen, indem man ohne Eile durch die Gassen schlendert. Empfohlen sei noch einmal der Kauf des speziellen Touristentickets (Boleto Turístico), das in einem Zeitraum von 10 Tagen den Besuch von 16 der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in und um Cusco erlaubt. Auf belebten Plätzen und in vielbevölkerten Gassen sollte man sorgfältig auf seine Sachen aufpassen, da hier Diebstähle an der Tagesordnung sind (jedoch bei weitem nicht so extrem wie in Lima).

Blick über den Plaza de Armas mit der Kathedrale und der Iglesia La CompaníaStarten wir nun zu einem kleinen Rundgang durch die Altstadt von Cusco (hellblaue Route). Heute wie damals bildet der Plaza de Armas das geographische und kulturelle Zentrum der Stadt. Zur Inka-Zeit hiess der damals doppelt so große Platz Huacaypata (Ort der Freude). Im Zentrum der Plaza wehen auch heute noch die Regenbogenfahnen des Inka-Reichs. Wer genügend Zeit hat, der sollte dem bunten Treiben auf dem Platz mal einige Zeit lang von einer Parkbank oder von den Treppen der Kathedrale zuschauen. Ich selber habe es immer genossen 1-2 Stunden am Tag nur so dazusitzen und die Leute zu beobachten. Allerdings wird man auch ständig von den Kindern angesprochen, man solle ihnen etwas schenken (Kugelschreiber, Sonnenbrillen und Uhren standen ganz oben auf ihrer Liste). Der Plaza de Armas ist zudem ein beliebter Treffpunkt von Globetrottern aus der ganzen Welt und eine gute Möglichkeit internationale Kontakte zu knüpfen und Erfahrungen auszutauschen. In einem kleinen Restaurant an der Nordwest-Seite des Platzes kann man sich wunderbar davon überzeugen, dass Cusco auf den alten Inka-Mauern aufgebaut wurde.

Die KathedraleAuffälligstes Bauwerk am Plaza de Armas ist die mächtige Kathedrale, deren Bauphase sich über mehr als 100 Jahre erstreckt hat. Sie ist auf den Grundmauern des alten Inka-Tempels für den Gott Huiracocha erbaut worden und ist nicht nur das größte Gotteshaus der Stadt, sondern zählt auch zu den größten Kirchenbauten Amerikas. Im linken der beiden 33 m hohen Glockentürme erschallt an Feiertagen die größte und mit 6 t schwerste Glocke Südamerikas, deren Klang bei günstigen Windverhältnisen noch in einer Entfernung von 40 km zu hören sein soll. Im Innern kann man eine Reihe von Heiligenfiguren (darunter den "Herrn der Erdbeben", der alljährlich durch die Straßen Cuscos getragen wird), einen fein geschnitztes Chorgestühl und zahlreiche Gemälde mit biblischen Szenen bewundern.

Iglesia La CompaníaIm Südosten der Plaza erhebt sich die prachtvolle Barockfassade der 1571 von Jesuiten erbauten Iglesia La Companía. Nach ihrem Zusammensturz beim großen Erdbeben von 1650 wollten die Jesuiten hier die großartigste Kirche der Stadt bauen, welche im Glanz sogar die Kathedrale übertreffen sollte. Es entbrannte ein heftiger Streit zwischen dem Orden und dem Bischof der Stadt, den schließlich der Papst schlichten musste und den Jesuiten den Bau untersagte. Als das päpstliche Urteil Cusco erreichte, waren die Bauarbeiten jedoch schon abgeschlossen.

Unsere Tour führt uns vorbei am Plaza Regocijo, auf dem zu Inka-Zeiten die siegreich heimkehrenden Soldaten empfangen wurden. An der Südseite steht das Geburtshaus von Garcilaso de la Vega, dem ersten einheimischen Historiker. Heute befindet sich hier das Regionalmuseum, in dem neben Zeugnissen aus dem Leben des Chronisten einige Gemälde der Cusco-Schule und feine Kolonialmöbel ausgestellt sind.

Glockenturm der Iglesia La MercedVon hier ist es nicht weit zu einem weiteren sakralen Schmuckstück von Cusco. Die Iglesia La Merced ist das einstige südamerikanische Mutterhaus des Mercedarierordens und gilt als älteste Kirche der Stadt. Ein schmucküberhäufter Hauptaltar, wertvolle Heiligengemälde und das fein geschnitze Chorgestühl aus Zedernholz sind nur einige Beispile für den einstigen Reichtum der Mercedarier. Links vom Hauptportal führt eine Tür zum angegliederten Kloster. Im kleinen Museum fällt vor allem eine um 1720 gefertigte Monstranz aus purem Gold ins Auge. Mit einer Höhe von 1.30 m und einem Gewicht von über 22 kg gilt sie als einer der wertvollsten sakralen Gegenstände des Landes. 1518 Diamanten und 615 Perlen (die größte mit einem Durchmesser von 10 cm) und Edelsteine schmücken diesen Hostienbehälter.

Im Innern der CoricanchaNun folgt man rechts herum der Avenida Sol, vorbei an zwei Museen und dem neoklassischen Justizpalast und erblickt bergab schon an der Ecke links die Klosterkirche Santo Domingo, die auf den Ruinen des Inka-Sonnentempels Coricancha erbaut wurde. Beim Erdbeben von 1650 weitgehend zerstört und wenig später wiederaufgebaut, stürzte die Ordenskirche 1950 erneut ein. Dabei traten an einigen Stellen die alten Inka-Grundmauern zutage. Archäologen legten die von den Spaniern verschont gebliebenen Reste des Inka-Heiligtums frei und richteten das heutige Coricancha-Museum ein. Die Architektur des Coricancha war die vollendeteste aller Inka-Bauten. Die Steine waren perfekt gemeißelt, die Maße stimmten millimetergenau, jede Mauer war erdbebensicher und die Formen (Trapeze, Quader, Kreise) schlichtweg unübertreflich. Das Prunkstück ist eine 6 m hohe, runde Mauer, die bislang allen Erdbeben standgehalten hat. Die Wände des Coricancha (Goldener Hof) müssen zu Zeiten der Inka übersät mit Gold gewesen sein, denn das war dem Glauben nach von der Sonne geweinte Tränen. Im Coricancha pflegte man die Mumien früherer Inka-Herrscher, er diente den Priestern für religiöse Zeremonien und den Sterndeutern als Observatorium.

Zwölfeckiger Stein von CuscoVon hier aus führt der Rundgang zurück in Richtung Plaza de Armas, vorbei an der Convento Santa Catalina und der Strasse nach rechts folgend zur Casa Concha, deren Mauern größtenteils aus Inka-Fundamenten bestehen. Heute fungiert das "Muschelhaus" als Polizeiwache und ist ein schönes Beispiel für die während der Kolonialzeit so beliebten holzgeschnitzten Balkone. Links herum gelangt man nun zum Museo de Arte Religioso, das einen guten Überblick über die koloniale Kunst Cuscos bietet. In der angrenzenden Gasse Hatun Rumiyoc (Strasse des großen Steins), die von Bettlern, Musikanten und zahlreichen Händlern bevölkert wird (Sachen festhalen!), kann man sich auf die Suche nach dem legendären Zwölfeckigen Stein machen. Dieser auf der rechten Seite in Bauchhöhe in die hohe Mauer eingepaßte, tonnenschwere Felsblock beweist einmal mehr die hohe Kunst der Inka-Steinmetze und Architekten. Diese Fertigkeiten wurden von keiner anderen Kultur zu jener Zeit erreicht. Zwischen die mörtellosen Fugen kann man nicht einmal eine Rasierklinge stecken.

Der weitere Weg bietet sich für einen gemütlichen Bummel durch die engen Gassen nach San Blas an, dem Künstlerviertel von Cusco. Dort finden sich zahlreiche Galerien, Ateliers und Kunsthandwerklädchen. Zentrum dieses alten Stadtteils ist die Iglesia San Blas aus dem 17. Jahrhundert. Die aus Zedernholz bestehende, im Barockstil wahrhaft filigran geschnitzte Holzkanzel gilt als eines der weltweit besten Kunstwerke seiner Art. Aus Dankbarkeit für die Errettung vor einer tödlichen Krankheit soll der indianische Künstler fortan 40 Jahre lang an diesem Meisterwerk gearbeitet haben. Man sagt, der Erzbischof von Cusco habe ihn daraufhin umbringen lassen, um die Vollendung eines weiteren vergleichbaren Kunstwerks zu verhindern. Angeblich bildet der Schädel des Meisters heute die Spitze der Kanzel.

Auf dem Weg zurück zum Plaza de Armas passiert man an der Plazoleta de las Nazarenas das Cabrera-Haus, in dessen Innenhof wechselnde Ausstellungen zu begutachten sind. Der Strasse weiter folgend gelangt man kurz vor dem Hauptplatz zum Museo Inka, welches eine sehenswerte Sammlung präkolumbianischer Artefakte beherbergt. Neben ausgesuchten Exponaten älterer Kulturkreise, darunter fein gewebte Textilien der Paracas-Kultur, bilden Beispiele aus der grandiosen Handwerks- und Ingenieurkunst der Inka, aus deren Medizin- und Kriegswesen sowie mehrere gut erhaltene Mumienbündel und Knotenschnüre den Schwerpunkt der Sammlung.




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