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Kurze Landesinformationen Ausführliche Beschreibungen von: Nationalpark Huascarán, Islas Ballestas, Nazca, Geheiligtes Tal der Inka, Cusco, Machu Picchu Einreise, Adressen, Gesundheit, Sicherheit, Feiertage, Hinweise Bildgalerie mit zahlreichen Fotos

Im Reich der Inka


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Machu Picchu


1906 war der Archäologe Hiram Bingham erstmals nach Südamerika gekommen, um Venezuela und Kolumbien auf den Spuren Simón Bolívars zu bereisen. Zwei Jahre später folgte er der alten spanischen Handelsroute durch die Anden von Buenos Aires nach Lima. 1911 kehrte er mit einer Expedition nach Peru zurück, um im Dschungel nördlich von Cusco nach der geheimnsivollen Stadt Vilcabamba zu suchen, das als letztes Versteck der Inka galt. Während Bingham im Juli 1911 mehrere Wochen land dem Rio Urubamba folgte, sprach er mit vielen Einheimischen in den Dörfern entlang des Flusses und einer von ihnen erzählte ihm schließlich in der Nähe des heutigen Aguas Calientes von Inka-Ruinen in den Bergen oberhalb des Urubamba. Er liess sich durch den undurchdringlichen Dschungel auf eine Höhe von 2400 m führen, wo er auf eine Vielzahl von überwucherten Gebäuderesten stiess, fest davon überzeugt, dass es sich um Vilcabamba handelte. Doch tatsächlich hatte er zufällig die ebenfalls verlorene Stadt Machu Picchu entdeckt, die vor dem Zugriff spanischer Eroberer bewahrt blieb, da diese von der Existenz einer Stadt im tropischen Bergland nichts wußten.
Der Camino Inca (Inka Trail)
Es gibt zwei Möglichkeiten, um nach Machu Picchu zu gelangen. Die einfachere ist eine Zugfahrt von Cusco aus über Ollantaytambo am Flußlauf des Río Urubamba entlang bis Aguas Calientes, von wo aus man mit Kleinbussen zur rund 400 m höher gelegenen Ruinenstadt gebracht wird. Die Zugfahrt führt dabei durch immer enger werdene tropische Schluchten mit dichtem Tropenwald und bunter Blütenvielfalt. Um die Besucheranzahl auf der Anlage von Machu Picchu zu limitieren, muss man bis zu einer bestimmten Zeit den Rückweg mit dem Zug angetreten haben (dies ist auf dem Ticket vermerkt), so dass eigentlich nie mehr als 500 Leute gleichzeitig in den Ruinen sind.

Die andere Möglichkeit ist der dreitägige Inka-Trail, zu dem jährlich ca. 5000 Wanderer aus aller Welt am Ufer des Río Urubamba aufbrechen. Tropische Schluchten, steile Pässe, schneebedeckte Berge, rauschende Flüsse und abgelegene Inka-Ruinen lassen keinen Moment Langeweile aufkommen. Er läßt sich als organisierte Tour (werden in Cusco zur Genüge angeboten) mit Trägern bewältigen. Wer den Pfad auf eigene Faust wandern möchte, kann sich in Cusco mit einer detaillierten Trekking-Karte ausstatten. Aus Sicherheitsgründen sollte man sich aber nie alleine auf den Inka-Trail begeben.Höhenverlauf des Inka-Trail Wichtig sind zudem eine gute körperliche Verfassung, viel Energie und natürlich Spass am Trekking. Wem der Inka-Trail zu bevölkert ist, der kann auch auf mehrere mögliche Alternativ-Routen ausweichen (z.B. Vilcabamba - Machu Picchu oder Salkanatay - Machu Picchu), die man ebenfalls bei verschiedenen Agenturen in Cusco buchen kann.
Seit 2005 sind spezielle Verordnungen bezüglich des Inka-Trail erlassen worden, die auch streng kontrolliert werden. Unter anderem ist die Trail-Teilnehmerzahl pro Tag auf 500 Personen beschränkt worden. Zusätzlich muss man eine gültige Inka-Trail-Berechtigungskarte (RED) erwerben (nur in Cusco erhältlich!). Diese Karte ist personenbezogen und die nötige Zahlung (50 USD) muss mindestens 30 Tage vor Trailantritt beglichen werden! Eine spontane Begehung des Trails ist dadurch leider nicht mehr möglich, weshalb die rechtzeitige Buchung über eine der vielen Tourveranstalter zu empfehlen ist (gebuchte Touren enthalten auch die RED-Karte). Wenn man wissen will, ob von den 500 Plätzen für einen bestimmten Zeitpunkt noch welche frei sind, dann findet man auf dieser Internetseite Inca Trail Permits Availability die nötige Auskunft. Sollte der Link mal nicht funktionieren gibt es hier noch eine Alternativseite.

Der Ausgangspunkt der Wanderung liegt am Kilometer 88 der Bahnlinie von Cusco nach Machu Picchu, an dem man früh morgens aufbrechen sollte. Nach Überquerung des Urubamba beginnt auch gleich ein recht steiler Anstieg und man erreicht gegen Nachmittag Wallabamba, das einzige Dorf auf dem Camino Inca. Etwas weiter oben auf der Lichtung Lullucha Pampa kann man ausgezeichnet campieren. Gut erholt nimmt man am nächsten Tag den ersten und zugleich höchsten Pass des Inka-Trail, die Warmiwanusca (4198 m) in Angriff. Am Ende des Abstiegs gelangt man zum Rio Pacamayo, an dessen Ufer man ebenfalls gut sein Zelt aufschlagen kann. Nun erfordert der zweite Pass, der Runkuracay (3998 m), die volle Aufmerksamkeit.Ruinen von Runkuracay Vorbei an drei kleinen Seen, über in den Fels geschlagenen Treppen, kommt man zu den Ruinas Sayacmarca, dann zu einer weiteren Zeltmöglichkeit bei den Ruinas Phuyupatamarca. Es geht am nächsten Tag weiter zu den malerisch gelegenen Ruinen von Winay Wayna und dann weiter zu Intipunku, einem ehemaligen Kontrollposten auf einem schmalen Bergrücken. Der Blick von hier aus auf Machu Picchu gehört zu den spektakulärsten der gesamten Anden. Von hier an dauert es noch etwa eine halbe Stunde, bis man erschöpft ankommt.

Es gibt mittlerweile auch eine Kurzvariante des Inka-Trail, den Camino Sagrado. Er beginnt bei Kilometer 104 der Bahnlinie und führt, nicht zu steil ansteigend, am Hang entlang nach ca. 3 Stunden zu den Ruinen von Winay Wayna (2700 m) und von da aus auf dem letzten Abschnitt des Camino Inca nach Machu Picchu.

Blick über Machu PicchuDie meisten Besucher bevölkern entsprechend dem Zugfahrplan zwischen 10 und 14 Uhr die Anlage von Machu Picchu. Nur die Wanderer vom Inka-Trail und die Besucher der Hotels sind nicht an diese Hauptbesuchszeit gebunden. Wer die Anlage in gut zwei Stunden ohne Hast studieren möchte, sollte seinen Rundgang mit einem herrlichen Blick über die Ruinenstadt beginnen. Dazu hält man sich kurz nach dem Eingang links und folgt einem Pfad bergauf zur Hütte des Verwalters vom Grabfelsen. Von hier bietet sich der klassische Postkartenblick über Machu Picchu mit dem eindrucksvollen Gipfel des Huayna Picchu (Junger Berg) im Hintergrund. Auf der gegenüberliegenden Seite erhebt sich der namengebende Machu Picchu (Alter Berg) und links davon die Zinnen des Intipunku. Wer sich für die 45minütige Wanderung dorthin entscheidet, sollte die intensive Wirkung der Tropensonne nicht unterschätzen.

Übersicht über die Anlage von Machu PicchuWar es ein astronomisches oder zeremonielles Zentrum, wie geheim war der Ort, war es der Landsitz des Inka Pachacutec oder diente die Stadt als Vorbereitung für die Sonnenjungfrauen? Machu Picchu gehört bis heute zu den größten Mysterien der archäologischen Welt. Es existieren zu jedem Punkt in dieser Anlage unterschiedliche Theorien und Interpretationen. Am besten macht man sich einfach selber ein Bild davon. Unterhalb des Friedhofs betritt man durch ein gut erhaltenes Tor, das sogenannte Huaca Punku, den eigentlichen Stadtbereich. Vorbei an Gebäuden kommt man über Treppen hinunter zum Steinbruch, wo noch mehrere unvollendete Felsblöcke liegen. Dahinter erhebt sich das sakrale Zentrum der Stadt. An der Ostseite des heiligen Platzes steht der Tempel der drei Fenster. Daneben befindet sich der Haupttempel und die Sakristei (alles Namen von Bingham). Über Treppen erreicht man einen exponierten Hügel, auf dem der 1.80 m hohe Sonnenstein (Intihuatana), der wohl das wichtigste religiöse Heiligtum der Anlage darstellte, in den Himmel ragt.Das Handwerkerviertel Hier bestimmten die Astronomen den Beginn der regenzeit und damit den Zeitpunkt der Aussaat. Die lange Kante des Steins zeigt exakt nach Norden. Der Abstieg auf der gegenüberliegenden Seite führt hinunter zum Versunkenen Platz, an dem möglicherweise landwirtschaftliche Experimente durchgeführt wurden. Vom etwas höher gelegenen Monolith (sieht aus wie ein Fisch oder Meerschwein) und dem dazugehörigen Tempel des heiligen Felsens beginnt der Aufstieg zum Huayna Picchu. Wer ihn wagen möchte, der muss sich bis mittags in das Buch am Kontrollpunkt eingetragen haben. Es folgt ein steiler und anstrengender Pfad zum 350 m höheren Gipfel, den man nach etwa 1 Stunde erreicht. Der Blick vom Gipfel über die steilen Terrassen und die umliegenden Berge ist atemberaubend (soweit man denn freie Sicht hat).

El Torreón, der SonnentempelAuf dem Rückweg in Richtung Ausgang durchquert man zunächst ein einfaches Wohnviertel, das früher als Ostviertel bezeichnet wurde und heute Viertel der drei Türen genannt wird. Hier sollen die Sonnenjungfrauen oder große Familien gewohnt haben. Südöstlich davon erstreckt sich das Handwerkerviertel, in dessen Bereich Bingham Bronzeartefakte, Web- und Nähgeraäte sowie Steinwerkzeuge ausgegraben hat. Ein von Nischen und Mauern geformter Hohlraum, der naheglegene Tempel des Kondor, erhielt seinen Namen von dem flachen Stein am Boden, der einen Kondor darstellt. Im gegenüberliegenden Palastviertel kommt man zunächst zum Königlichen Palast, wo ein exakt gemeißeltes, trapezförmiges Tor und bis zu 3 t schwere Türstützen auf eine Nutzung durch wichtige Priester oder Adelige schließen lassen. In den von kleinen Wasserfällen künstlich geschaffenen Bassins der Strasse der Brunnen mag das Wasser für die Felder verteilt worden sein oder es diente den Adeligen Inka als Bad. Gleich nebenan steht El Torreón, ein runder Turm, der auch unter dem Namen Tempel der Sonne bekannt ist. Mehrere Nischen in den Mauern boten Platz für Opfergaben und Götteridole. Da durch ein Fenster zur Wintersonnenwende das Licht der aufgehenden Sonne auf eingeritzte Linie in der Mitte des Raumes fällt, könnte der Turm auch von den Inka-Astronomen zur Kontrolle des Kalenders genutzt worden sein. Von hier aus geht es am Palast der Prinzessin vorbei durch die Stufen der Felder zurück zum Eingang.




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