Startseite Zurück zur Kontinentauswahl Der Daumen Arabiens Zwischen Orient und Küstentrubel
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Kurze Landesinformationen Ausführliche Beschreibungen von: Doha, Festungen/Forts, Inlandsee Khor Al Udaid, Mystery Valley + Film City, Mangrovenhalbinsel Ras Umm Saa, Felsgravuren Al Jassassiya, Singing Sand Dunes, Ruinenstadt Al Gamel Genaue Reiseberichte Einreise, Adressen, Gesundheit, Sicherheit, Feiertage, Hinweise Bildgalerie mit zahlreichen Fotos

Der Daumen Arabiens


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Mangrovenhalbinsel Ras Umm Saa


Qatar hat rund um seine Küste Korallenbänke und in der Vergangenheit auch viele Mangrovengebiete, jedoch fielen ein Großteil von ihnen der fortschreitenden Zivilisation zum Opfer.Mangroven Nachdem die Regierung von Qatar aber in den 90er Jahren die Bedeutung der Mangrovenwälder für die Landerhaltung und die Umwelt (vor allem als Brutplatz für Fische) erkannt hat, begann man mit der systematischen Aufforstung in zahlreichen Küstengebieten. Leider werden die Schutzaktivitäten bzgl. der Mangrovengebiete inzwischen wieder stark vernachlässigt, haben nun doch wieder andere Dinge eine höhere Priorität, wodurch an einigen Stellen die Mangroven wieder den Baggern weichen müssen.

Einen besonders einfachen Zugang zu solchen Mangrovenwäldern hat man auf der Halbinsel Ras Umm Saa im Nordosten von Qatar, genauer gesagt bei Al Khor und bei dem wenige Kilometer nördlicher liegenden Ort Al Dhakhirah. Dort findet man das größte und älteste Mangrovengebiet von Qatar. An den Buchten rund um die Halbinsel findet man ganze Wälder der Salzresistenten Mangrovenbäume. Speziell für Vogelliebhaber ist ein Ausflug dorthin interessant, denn insbesondere Frühling und im Winter ist dieses mit Mangroven bestandene und mit zahlreichen Buchten ausgestattete Schmuckstück ein Rastplatz für Zugvögel aller Art. Aber auch ansonsten ist ein Besuch von den Mangrovengebieten eine willkommene Abwechslung zu der ansonst doch recht eintönigen Flora von Qatar. Es gibt natürlich auch noch andere Mangrovengebiete in Qatar, jedoch wird dort teilweise erst wieder nach erfolgter Zerstörung mit der Neuanpflanzung von Mangrovenwurzeln begonnen (z.B. bei Al Wakra).

Mangroven sind optimal den Lebensbedingungen im salzhaltigen Wasser angepasst, wo andere Pflanzen keine Chance zum Überleben haben. Sie sind salzwasserresistent und haben dazu verschiedene Schutzmechanismen entwickelt,Mangroven um das Salz sowohl aus den Wurzeln weitestgehend fernzuhalten, als auch aufgenommenes Salz schnell wieder über ihre Blätter ausscheiden zu können (wer mal an einem Mangrovenblatt leckt, der wird sofort den salzigen Geschmack bemerken). Auch bei der Art der Fortpflanzung haben sich die Mangroven angepasst, denn sie sind "lebendgebährend", d.h. es wird nicht wie bei Pflanzen üblich der Samen auf dem Boden verbreitet, sondern der Samen verbleibt erst noch eine zeitlang direkt an der Pflanze, wo er erst noch Nährstoffe speichern und dort auskeimen kann. Wenn er dann schließlich von der Mangrovenpflanze abfällt, ist er sofort bereit zu wachsen bzw. kann auf dem Wasser schwimmen bis er einen geeigneten Untergrund gefunden hat.

In Qatar kommt vor allem die Graue Mangrove (Avicennia Marina) vor, wobei diese mit einer Höhe von bis zu 5 Metern auf Grund des hohen Salzgehaltes bei weitem nicht so gross wird wie anderswo auf der Welt (bis zu 25 m). Mangrovengebiete sind ein einzigartiges Ökosystem und bieten zahlreichen Spezien einen Lebensraum. Im Schlamm und zwischen ihren Wurzeln tummeln sich Krebse, Molluskeln, Krabben und kleine Fische. Das Holz der Mangrovenbäume wurde in der Vergangenheit von der Bevölkerung vor allem zum Bau von Häusern, Booten und Möbeln genutzt. Aber auch die Gewinnung von Holzkohle war ein bedeutender Faktor, die erwiesenermaßen schon seit mehr als 4000 Jahren in Qatar praktiziert wurde. Nebenbei dienen die Mangrovengebiete auch als Weidegründe für Kamele, die diese angeblich ungenießbaren Pflanzen scheinbar sogar richtig lieben. In der Vergangenheit glaubten die Nomaden, dass die Mangrovenblätter ihren Kamelen Stärke geben würden. Viel wichtiger ist inzwischen aber die Funktion der Mangrovengebiete für die Umwelt als Schutz vor Erosionen - vor allem für ein so flaches Land wie Qatar. Bodensedimente lagern sich an den Mangrovenwurzeln ab und können nur schwer vom Wasser wieder ins Meer herausgespült werden.

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