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Kurze Landesinformationen Ausführliche Beschreibungen von: Rocas, Hauptstadt Sao Tome, Traumstrände, Wasserfälle, Obo-Nationalpark, Cao Grande + Boca do Inferno, Ilheu das Rolas Genaue Reiseberichte Einreise, Adressen, Gesundheit, Sicherheit, Feiertage, Hinweise Bildgalerie mit zahlreichen Fotos

Das vergessene Paradies am Äquator


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Obo-Nationalpark


Sao Tome und Principe wird im Landschafts-, Umwelt- und Naturschutz vom EU-Projekt ECOFAC (Ecosystèmes Forestières d`Afrique Centrale = Zentralafrikanische Waldökosysteme) gefördert. Das Programm ECOFAC wurde 1992 im Anschluss an die Konferenz von Rio zur biologischen Vielfalt ins Leben gerufen und das Ziel ist es, die Erhaltung und nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen von acht zentralafrikanischen Ländern (Kamerun, Zentralafrikanische Republik, Kongo, Gabun, Äquatorialguinea, Demokratische Republik Kongo, Tschad und Sao Tome & Principe) langfristig sicherzustellen, denn in dieser Region befindet sich das zweitgrößte Tropenwaldsystem der Erde nach dem Amazonasgebiet. Dafür steuert die Europäische Kommission alleine für die neue (mittlerweile vierte) Phase ca. 38 Mio. Euro bei. Gerade die neue vierte Phase des Programms ECOFAC stellt eine wichtige Verbindung zwischen den Schutzbemühungen und der Entwicklung und Armutsbekämpfung her, denn die Erhaltung der Wälder ist auch entscheidend für die Entwicklung von 65 Millionen Menschen. Die Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung, die in hohem Maß auf die Waldressourcen angewiesen ist, werden nicht außer Acht gelassen und stellen eines der Hauptanliegen des Programms dar. Um die menschliche Entwicklung und den gleichzeitigen Schutz der Wälder zu vereinbaren, wird viel Geld und Arbeit in die Suche nach geeigneten Strategien und Instrumenten investiert, um dieses Ziel bestmöglich umzusetzen.


Schon beim Anflug auf Sao Tome sieht man, dass der Grossteil der Insel vom Regenwald dominiert wird.Ungefähren Grenzen des Obo-Nationalparks Von den Einheimischen wird der Urwald "Obo" genannt und der gleichnamige Nationalpark bedeckt ca. 75% der Inseln (ca. 300 km²). Auf Sao Tome beeinhaltet der Obo-Nationalpark das komplette Bergmassiv mit den bis zu 2000 m hohen Bergen und den mit Primärregenwald bedeckten Tälern. Damit steht ein einzigartiges Biotop mit einer großen Zahl an endemischen Pflanzen und Vögeln unter Schutz. Gerade wegen seiner Pflanzenvielfalt gehört der Urwald auf Sao Tome zu einem der bedeutensten seiner Art in Afrika. Es gibt hier ca. 700 lokalen Pflanzenarten (120 davon endemisch), darunter z.B. eine bis zu 3 Meter hohe Begonie und einzigartige Orchideen. Auch die Vogelwelt gilt als eines der Naturwunder der Inseln, denn von den 55 vorkommenden Arten sind 25 endemisch und zählen damit zu den seltensten Vögeln der Erde. Im Südteil der Nachbarinsel Principe ist mit Hilfe des ECOFAC-Programms ebenfalls ein Obo-Nationalpark entstanden und hier finden sich auch noch grosse Bestände des seltenen afrikanischen Graupapageis.


Eine der Aufgaben der örtlichen ECOFAC ist die Schaffung und Erhaltung von Wanderwegen für die Touristen. Es wird also auch immer wieder an neuen Wanderrouten zu interessanten Punkten (z.B. Bergbesteigungen, Wasserfällen, Stränden etc.) gearbeitet. Des weiteren sorgt die Organisation für die verschiedenen Schildkröten-Schutzprojekte an den zahlreichen Stränden. Auf beiden Inseln gibt es auch ein lokales ECOFAC-Büro, welches man telefonisch erreichen kann: Sao Tome (23284), Principe (51073). Mit Bom Successo (Tel: 71034) gibt es auf Sao Tome sogar noch zusätzlich eine ECOFAC-Station am Rande des Obo-Nationalparks.


Ausgedehnte Wanderungen im Nationalpark sind eigentlich nur in BegleitungRegenwald im Obo-Nationalpark eines offiziellen und ausgebildeten Guides der ECOFAC erlaubt und wenn man bei den örtlichen Agenturen irgendwelche Touren ins Inland bucht, dann beeinhaltet das auch immer einen Guide der ECOFAC (unabhängig davon ob es noch einen weiteren Guide vom Reisebüro selber gibt). Wenn man die oftmals teuren Agenturkosten sparen möchte (ca. 60-65 EUR/Tag bei mind. 2 Teilnehmern), dann kann man selbstverständlich auch selber direkt bei den ECOFAC-Station auf Sao Tome und Principe einen Guide buchen (ca. 15 EUR/Tag), sollte dies aber sicherheitshalber 1-3 Tage vorher tun. Aber auch ohne Anmeldung findet sich an der Station Bom Successo meistens trotzdem jemand, der einen z.B. zum Lagoa Amelia führt - evntuell hat dieser Guide dann aber deutlich weniger Erfahrung bzw. Kenntnis über Flora und Fauna. Für eine Wanderung in den Regenwald der Inseln empfiehlt es sich immer einen Guide mitzunehmen. Zum einen gibt es in den Bergen von Sao Tome die hochgiftige Schwarze Kobra und ein paar Giftspinnen, zum anderen sind viele Wege und Pfade nur für Ortskundige wirklich zu erkennen. Es versteht sich von selbst, dass für solche Touren Schuhe mit guter Profilsohle Voraussetzung sind, denn die Pfade sind auf Grund des vielen Regens und der hohen Luftfeuchtigkeit stets matschig und rutschig.Jardim Botanico bei der Station Bom Successo Bei starkem Regen sollte man auf einige Wandertouren (z.B. Besteigung des Pico de Sao Tome) vorsorglich ganz verzichten. Zusätzlich sollte man eine lange Hose tragen, sowie für ausreichenden Mückenschutz sorgen (Malaria + Dengue!). Wenn man mehrtägige Touren machen möchte, dann gibt es die Möglichkeit auf einigen Rocas im Hochland zu übernachten (z.B. Roca Bombaim). Dieses sollte jedoch unbedingt VORHER organisiert werden, damit auch wirklich Verpflegung und ein Schlafplatz bereit steht. Auf Komfort wird man hierbei jedoch verzichten müssen. Auch ein eventueller Transport von den Rocas zurück in die Stadt muss vorher abgesprochen werden.


Ausgangspunkt für viele der Trekkingtouren ist die Station Bom Successo in den Bergen. Angeschlossen an die Station gibt es einen kleinen Botanischen Garten (kein Eintritt, sondern nur freiwillige Spende), in dem man von einem Guide einige der einheimischen Pflanzen gezeigt und deren Besonderheiten bzw. medizinische Nutzung erklärt bekommt. Am Ende des Rundgangs sollte man sich den obligatorischen Eintrag in das Gästebuch der Station nicht verkneifen, denn schließlich kommen nicht sehr viele Touristen nach Sao Tome und man freut sich hier an der Station über jeden Besucher. Anschließend kann man zu einer der möglichen Wanderungen aufbrechen, wobei für jeden Geschmack und Schwierigkeitsgrad etwas dabei ist.

  • Die kürzeste Tour führt in ca. 3 Stunden durch den Regenwald zum Lagoa Amelia, einem tiefen und steilen Kratersee, und wieder zurück zur Station. Auch ein Abstecher zum Wasserfall Sao Nicolao ist recht schnell und unkompliziert gemacht.Unterwegs im Obo-Nationalpark

  • Die mit Abstand beliebteste Wanderung führt als Tagestour in ca. 6 Stunden von Bom Successo zur Roca Bombaim auf einer schönen Hochebene in den Bergen. Diese Wanderung ist nicht unbedingt anstrengend (vom tropischen Klima mal abgesehen), führt vorbei an den Rocas Nova Ceilao and Zampalma, durch den dichten Regenwald, zu wunderschönen Wasserfällen und gibt dabei einen perfekten Einblick in die Natur von Sao Tome. Je nachdem was man organisiert hat, wird man entweder von der Roca Bombaim mit dem Wagen abgeholt oder übernachtet dort in einem kleinen einfachen Hotel. Am nächsten Tag kann man dann z.B. in einem weiteren Tagesmarsch bis hinunter zur Roca Sao Joao dos Angolares an der Ostküste wandern.

  • Für die Besteigung des Pico de Sao Tome sollte man nicht nur geeignetes Wetter haben, sondern vor allem auch in guter gesundheitlicher und konditioneller Verfassung sein, denn diese 2-Tagestour hat es in sich. Am ersten Tag steigt man von Bom Successo aus in ca. 7 Stunden auf steilen Pfaden durch den Regenwald an den Hängen des höchsten Berges der Insel bis auf ca. 1900 m hinauf. Hier oben wird dann ein Zeltlager aufgeschlagen und erst früh am nächsten Morgen erfolgt der letzte Anstieg (ca. 1 Stunde) hinauf auf den Gipfel (2024 m), von wo aus man bei wolkenfreiem Himmel einen Überblick über die gesamte Insel hat. Wenn man nicht den gleichen Weg zurück zur ECOFAC-Station gehen möchte, dann kann man von hier aus auch nach Neves an der Wesküste absteigen (ca. 6-7 Stunden).




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