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Kurze Landesinformationen Ausführliche Beschreibungen von: Pamukkale + Hierapolis, Selge, Seleukia Einreise, Adressen, Gesundheit, Sicherheit, Feiertage, Hinweise Bildgalerie mit zahlreichen Fotos

Zwischen Orient und Küstentrubel


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Selge


Eine eindrucksvolle Möglichkeit, die einsame, grandiose Bergwelt des Taurus-Gebirges kennenzulernen, ist ein Ausflug in den Köprülü-Nationalpark und zur antiken Stadt Selge. Obwohl die bis vor wenigen Jahren noch sehr schlechte Piste neu planiert wurde, sollte man für die Tour, die auch Möglichkeiten zum Baden oder Rafting bietet, einen ganzen Tag einplanen. Die ehemals schlechte Straße ist wohl auch der Grund dafür, warum Selge bei den meisten Türkeibesuchern unbekannt ist.

Blick auf den KöprülüVon Side kommend zweigt man rechts von der Küstenstraße nach Beskonak ab, passiert schon bald das Dorf Tasagil und folgt weiter dem Flussbett des Köprülü Cayi inmitten des gleichnamigen Nationalparks. Das 14 km lange Flussbett stellt einen Canyon dar, welcher an manchen Stellen bis zu 400 m hoch ist und die kurvige Straße verläuft kreuz und quer über Gebirgsbäche und durch "Urwälder". Man sollte sich ein wenig Zeit für die Strecke nehmen, denn der Ausblick wird von mal zu mal schöner. Der Köprülü-Nationalpark ist ein versteckter Schatz und absoluter Geheimtip für Floss- und Kanufahrer, Bergsteiger, Trekker und Naturliebhaber. In Beskonak gibt es zwar ein hervorragendes Fischrestaurant und die Möglichkeit zum Kajak fahren, aber ich empfehle schnell das Weite zu suchen, denn kaum steigt man hier aus, folgt auch schon die Belagerung von wirklich extrem aufdringlichen Kindern, die man so schnell nicht wieder los wird.Felsformationen im Köprülü-Nationalpark Kurz hinter dem Restaurant überquert man den Köprülü und folgt der Waldstrasse bis zu einer alten Brücke, die schon von den Römern erbaut wurde. Von hier aus sind es noch ca. 6 wirklich schlechte Pistenkilometer mit tollen Ausblicken auf die grauen Taurus-Gipfel. Hier stehen die einzig übriggebliebenen mediterranen Zypressenwälder in der Türkei und die Felsformationen, die märchenhaften Schornsteinen ähneln, können ohne weiteres zu Fuss erforscht werden. Auf dem letzten Wegstück trifft man immer wieder Kinder, die mit hoch zum Dorf Altinkaya, welches auf dem Gebiet des ehemaligen Selge steht, genommen werden wollen und sich natürlich sofort (gegen ein Entgeld) als Führer anbieten. Wer meint ihnen damit zu helfen, kann dies gerne tun, aber nötig ist ein Führer für die Ruinenanlage nun wirklich nicht.

Theaterruine von SelgeSelge war eine der wichtigsten Bergstädte der antiken Region und wurde auf einer Höhe von 1250 m erbaut. Laut einer Gründungslegende hatten sich in diesem Bergwinkel Flüchtlinge aus Troja angesiedelt. Es wird vermutet, dass die Stadt im 6. Jahrhundert v. Chr. auf die Bühne der Geschichte trat. Bevor sie unter römische Herrschaft kam, muss sie unabhängig und hochkultiviert gewesen sein. Die Selgeaner lebten vermutlich von der Baumharzproduktion, das von einer Kiefernart entnommen wurde, welche auf drei Hügeln um die Stadt herum wuchs.

Antike Mauerreste in SelgeMan parkt am besten in der Nähe des Osttors und geht zuerst zum Theater, das etwa 8500 Personen faßte. Laut Inschriften, die man in Selge gefunden hat, wurden in diesem Theater sehr viele Spiele organisiert. Beim Blick vom obersten Rang sind die Strukturen des Stadions und der Unteren Agora, an deren Resten sich heute die Gehöfte des Dorfes lehnen, gut zu erkennen. Weiter geht es durch das gut erhaltenen Osttor an einer Thermenanlage vorbei zur Nordkuppe empor, die von einer großen christlichen Basilika gekrönt wurde (die Stadt war im Byzantinischen Reich Bischhofssitz). Südlich stand ein Podiumtempel des Kaiserkult, mit dem eine 230 m lange Kolonnadenstraße begann, die man streckenweise bis zur Oberen Agora auf der Südkappe verfolgen kann. Diese Agora verlor nach dem Bau der nicht mehr sichtbaren Unteren Agora neben dem Theater im 2. Jahrhundert ihre merkantile Funktion. Im Südosten wird der Platz vom Klosterberg mit den Grundmauern einer Klosteranlage überragt. Auf der Kesbedion-Kuppe im Westen, dem ältesten Siedlungsplatz, findet man den stark zerstörten Zeus-Tempel und Reste des Tempels der Göttin Artemis. Von hier aus hat man eine schöne Aussicht über die Gesamtanlage von Selge.




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