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Reich der 1000 Inseln


In den letzten Jahren ist Indonesien immer mehr aus dem Schatten anderer fernöstlicher Reiseziele herausgewachsen. Mittlerweile jetten jährlich Hundertausende in das Tropenland, dessen Spektrum der Landschaften vom tropischen Regenwald über rauchende Vulkankegel bis zu zerklüffteten Steilküsten und palmengesäumten Sandstränden reicht.
Fällt der Name Indonesien, denkt man meistens sofort an Bali, die hinduistische Enklave des Archipels. Die ganze Vielfalt des Landes offenbart sich jedoch nur denen, die auch die anderen Inseln besuchen, z.B. die Zentralinsel Java oder auch Sumatra mit seinen abgelegenen Dschungelregionen, in denen noch Tiger und Orang-Utans leben. Das Wasserland ist ein Urlaubsziel, in dem sich alle Träume erfüllen, egal ob von Erholungssuchenden, Kulturinteressierten, Abenteurern, Bergsteigern oder Tauchern.



Fläche: 1.922.570 km²
Einwohner: ca. 242 Millionen
Hauptstadt: Jakarta
Amtssprachen: Bahasa-Indonesisch
Währung: Indonesische Rupiah
Zeit: 3 Zeitzonen: MEZ +6 (West) bis +8 Std. (Ost)


Karte von Indonesien

Das größte Archipel der Welt besteht aus mehr als 13.000 Inseln, von denen 6000 unbewohnt sind, die sich über 5150 km erstrecken und in der Vulkanzone mit über 300 zumeist erloschenen Vulkanen liegen. Indonesien besteht aus den sechs Hauptinseln Sumatra, Sulawesi, Java, Bali, Kalimantan (Teil von Borneo) und West Papua (Irian Jaya, westliche Hälfte Neuguineas), den Sunda-Inseln, den Molukken und 30 kleineren Archipelen. Sie bilden eine lange Brücke zwischen den Kontinenten Asien und Australien. Landschaftlich gesehen sind die Inseln recht unterschiedlich; einige haben Berge oder Hochebenen, andere bestehen aus flachen Küstenebenen und Schwemmland.

Das tropische Klima von Indonesien ist beeinflußt durch die Jahreszeiten des Monsuns: eine feuchte Jahreszeit, die von November bis März dauert und eine trockene von Juni bis Oktober. Auf den Inseln Celebea, Borneo, Sumatra, den Molukken und im äußersten Westen von Java überschreiten die Niederschläge 4000 mm je Jahr und werden mit dem Monsun noch verstärkt. Im äußersten Osten von Java und auf den übrigen Inseln ist die Niederschlagsmenge weniger groß. Die Temperatur- unterschiede sind gering: der Monatsdurchschnitt schwankt zwischen 25 0C und 27 0C, entsprechend der Nähe zum Äquator.Zum Seitenanfang

Am alten Seehandelsweg zwischen Arabien, Indien und China gelegen, war der Archipel über Jahrtausende hinweg offen für Einflüsse von außen. Es kam zur Bildung buddhistischer bzw. hinduistischer Reiche. Seit dem 13. Jh. konnte der Islam Fuß fassen, die europäische Eroberung im großen Stil begann 1602, als die Holländer die "Vereinigte Ostindische Compagnie" gründeten und bald Portugiesen und Spanier verdrängten. Nach dem Bankrott der Compagnie 1799 übernahm die holländische Regierung deren Gebiet offiziell als Kolonie. Nach einem kurzen britischen Zwischenspiel (1811- 16) übernahmen die Niederländer erneut die Kontrolle. Gegen Ende des 19. Jh. entstand eine Nationalbewegung gegen die holländische Herrschaft. Verschärfte Repressionen der Holländer beantwortete der einheimische Politiker Sukarno 1927 mit der Gründung der Indonesischen Nationalpartei, die sich gezielt für die Unabhängigkeit einsetzte. Die Holländer nahmen Sukarno 1929 und 1937 gefangen. Auf die Unabhängigkeitserklärung der "Republik Indonesien" am 17. August 1945 reagiert Holland mit Waffengewalt, verzichtet aber Ende 1949 auf die Herrschaft über Indonesien. Sukarno wird zum Staatspräsidenten der 16 föderierten "Vereinigten Staaten von Indonesien" gewählt, die jedoch schon 1950 aufgelöst werden und einer zentralistischen "Republik Indonesien" Platz machen. 1959 löst Sukarno das parlamentarische System durch die "gelenkte Demokratie" ab, vertritt in der Folgezeit eine antiwestliche Politik und manövriert Indonesien in die Isolation. Im Oktober 1965 übernimmt General Suharto- nach einem angeblichen kommunistischen Putschversuch, den er niederschlägt- die Macht. Suharto regiert mit harter Hand, jegliche Opposition wird unterdrückt. In der Wirtschaftspolitik jedoch setzt er auf die liberale Karte und hat damit Erfolg. Das Land nimmt einen dramatischen Aufschwung. Suhartos Ende kommt mit der Wirtschaftskrise in Asien, als das Volk nicht mehr stillhält und die Studenten zu Tausenden auf die Straße gehen. Nachfolger Habibie verspricht freie Wahlen bis Ende 1999. Im September fand in Ost-Timor eine Volksüberstimmung über die Selbstständigkeit des Gebietes statt, das mit einer überwältigenden Mehrheit für die Selbstständigkeit endete. Seitdem ist die Lage in Ost-Timor außer Kontrolle: pro-indonesische Paramilitärs machen Jagd auf alles, was sich bewegt. In freien Wahlen wurde Ende 1999 Abdurrahman Wahid zum Präsidenten Indonesiens gewählt. Trotz dieser ersten demokratischen Entwicklungen geht die Terrorisierung der Bevölkerung in Ost-Timor durch pro-indonesische Milizen weiter. So wurden allein im März 2000 mehr als 30 Menschen getötet. Dem Konflikt zwischen Christen und Moslems sind nach indonesischen Angaben seit Januar 1999 mehr als 2000 Menschen zum Opfer gefallen, rund 200.000 Menschen wurden nach Westtimor deportiert und der Großteil der Infarstruktur zerstört.

Nachdem Indonesien von der asiatischen Währungs- und Wirtschaftskrise am stärksten betroffen war, hat das Land inzwischen die unmittelbaren Folgen überwunden. Da die Einnahmen aus Erdöl- und Erdgasverarbeitung langsam abnehmen, ist die Regierung bemüht, die wirtschaftliche Basis zu erweitern. 2004 wurde Indonesien Netto-Importeur von Erdöl und erwägt deshalb zurzeit den Ausstieg aus der OPEC. Indonesien hat ein gewaltiges Wirtschaftspotential durch bedeutende Zinn-, Bauxit-, Nickel-, Kupfer- und Goldvorkommen. Es gehört zu den führenden Gummiproduzenten der Welt und ist ein wichtiger Kaffee- und Teelieferant. Die wichtigsten Handelspartner Indonesiens sind Japan, die USA, Singapur, Deutschland und Australien. Positive Impulse versprach zunächst die Unterzeichnung einer Absichtserklärung mit dem Internationalen Währungsfond (IWF), die eine beschleunigte Fortführung der Strukturreformen vorsah. Ende 2003 trat Indonesien jedoch von seinen Vereinbarungen mit dem IWF zurück.

In Indonesien gibt es über 200 unterschiedliche Sprachen und Dialekte. Der Durchzug verschiedener Völker auf dem indonesischen Territorium hat die Zusammensetzung der Bevölkerung beeinflußt, die mehrheitlich malaiischen Ursprungs ist: javanische (45%), sundanesische (14%) und maduranische (7,5%) Ethnien; melanesisch-papuanische Minderheiten (7,5%) sowie Chinesen, Inder, Holländer und andere Nationalitäten (26%). Indonesien steht an fünfter Stelle unter den bevölkerungsreichsten Ländern der Welt, aber die Politik der Geburtenkontrolle in den 80er Jahren hat eine Verlangsamung des Bevölkerungswachstums bewirkt. Die Bevölkerung konzentriert sich auf die größeren Inseln. Seit der Unabhängigkeit haben viele Indonesier einen starken Nationalstolz entwickelt. An den überlieferten Tänzen und den traditionellen Techniken der Malerei, Holschnitzerei und Bildhauerei wird weiterhin festgehalten. Tanzen ist in Indonesien eine wichtige Kunstform und wird von frühester Kindheit an gefördert und praktiziert.

Die sumpfigen Küstenlinien werden von Mangroven gesäumt, die sich zu riesigen Mangrovensümpfen in Südborneo und Ost-Sumatra ausweiten. Landeinwärts ist der größere Teil des Archipels von Wäldern bedeckt. Sie gehören zu den artenreichsten pflanzlichen Lebensräumen der Welt, doch wurden sie vielerorts durch Holzeinschlag und Besiedlung zerstört. Dort gibt es etwa dreißigtausend verschiedene Pflanzen, darunter allein viertausend Baumarten. Die Region weist auch einen einzigartigen Tierreichtum auf. Hier leben u.a. 1480 Vogelarten (16% aller Arten der Welt), von denen 370 heimische Arten sind. Von den 500 bekannten Säugearten leben etwa 100 nur auf diesem Archipel. Eine Besonderheit ist z.B. der Komodowaran, der nur auf Komodo und den benachbarten Inseln anzutreffen ist und mit einer Länge bis zu 3 m die größte "drachenähnliche" Echsenart der Erde ist.

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