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Inseln der Glückseligen


Die Kanarischen Inseln sind seit Jahrzehnten zu Recht eines der Urlaubsziele Nummer 1 und werden auch gerne die "Inseln der Glückseligen" genannt. Manche Historiker glauben sogar, dass sich genau hier der legendäre versunkene Kontinent Atlantis befunden haben könnte. Egal ob man diese Meinung teilt oder nicht, die sieben Schwestern im Atlantischen Ozean werden zumindest jedem Urlauber ein klein wenig geheimnisvoll erscheinen, denn jede der unterschiedlichen Inseln hat ihre ganz eigene Charakteristik und einen besonderen Charme.
Die Sehenswürdigkeiten der kanarischen Inseln sind in erster Linie ihre von vulkanischem Ursprung geprägte Natur und natürlich das ganzjährige milde Klima. Zudem gibt es hier kaum eine Sport- oder Freizeitaktivität, die nicht betrieben werden kann. Die östlichen Inseln sind eher Badeinseln, die westlichen Inseln hingegen eher grün und etwas für den Naturbegeisterten. Die Inseln haben damit wirklich für jedes Alter und jeden Geschmack etwas zu bieten und erfreuen sich daher einer großen Beliebtheit.



Fläche: 7.242 km²
Einwohner: ca. 2 Millionen
Hauptstadt: Las Palmas de Gran Canaria (östliche Inseln), Santa Cruz de Tenerife (westlichen Inseln)
Amtssprachen: Spanisch
Währung: Euro
Zeit: MEZ, MESZ (-1)


Karte von den Kanarischen Inseln

Die Kanarischen Inseln liegen vor der Nordwestküste von Afrika und bestehen aus den sieben bekannteren Hauptinseln Lanzarote, Fuerteventura, Gran Canaria, Teneriffa, La Gomera, La Palma und El Hierro. Daneben gibt es noch sechs mittlere (Alegranza, Graciosa, Montaña Clara, Los Lobos, Roque del Este und Roque del Oeste) und verschiedene kleinere unbewohnten Inseln und Felsen (wie Anaga, Salmor und Garachico). Sie gehören alle zu der als Makaronesien bezeichneten geographischen Region (zusammen mit Kap Verde, den Azoren, und dem Madeira-Archipel). Alle Inseln sind vulkanischen Ursprungs und meist gebirgig, jedoch ist das Landschaftsbild auf ihnen teilweise recht unterschiedlich. Man findet hohe Gipfel, Bergketten, versteckte Täler, vulkanische Wüsten, steile Felsklippen, vollkommen runde Krater und Wälder. Mit dem Pico de Teide (3.718 m) befindet sich auf Teneriffa auch der höchste Berg Spaniens. Die vulkanische Aktivität auf den Kanaren ist jedoch bis heute nicht völlig erloschen, denn noch 1971 brach im Süden von La Palma der Teneguía aus und bildete einen neuen kleinen Vulkankegel, aus dem heute noch heisse Dämpfe aufsteigen.

Das Klima der Kanarischen Inseln ist aufgrund der Äquatornähe zwischen dem 27. und 29. Breitengrad das ganze Jahr über sehr mild und angenehm - ideal für einen Urlaub. Das Meer mit dem Kanarenstrom gleicht die Temperaturen aus und die Passatwinde halten die heißen Luftmassen aus der nahen Sahara fern. Es gibt daher auf den Kanaren nur eine geringe Differenz bei den Sommer- und Wintertemperaturen sowie den Tages und Nachttemperaturen. An der Küste fällt das Thermometer ganzjährig kaum unter 15°C, selten steigt es über 30°C. Das Klima der nördlichen Inseln ist eher mediterran-subtropisch, während es auf den südlichen Inseln heißer und trockener ist. Auch der Regen unterscheidet sich etwas auf den verschiedenen Inseln. Prinzipiell regnet es in nördlichen Inselgebieten und grösseren Höhenlagen häufiger. Grundsätzlich kann man aber zwischen einer Trockenzeit im Sommer und einer regenreicheren Zeit im Winter trennen. Zum Sonnenbaden sind somit die östlichen Inseln vom Frühsommer bis zum Spätherbst ideal, für Wanderer und Naturliebhaber die westlichen Inseln besondern im Frühjahr und Frühsommer, da zu dieser Zeit die Natur nach der regenreicheren Zeit aufblüht.Zum Seitenanfang

Die Kanarischen Inseln wurden wahrscheinlich im 1. Jh. v.C. von nordafrikanischer Berberstämme besiedelt. Die Ureinwohner der Kanarischen Inseln fasst man heute unter dem Begriff Guanchen (auch Altkanarier) zusammen. Sie brachten neben Getreide auch die ersten Haustiere wie Hunde, kleinwüchsige Ziegen oder Hausschweine auf die Inseln mit. In der Anfangszeit der Phönizier wurden die Kanaren Alizuth genannt, was soviel wie Glück und Freude bedeutete. Nach Ankunft der Griechen wurde dann der Name Elysius Parayso (Land der Illusionen und der Freude) verwendet. Vermutlich um ca. 300 v. Chr. durchstreiften wilde Hunde (lateinisch: canes) die Kanarischen Inseln und veranlassten den römischen Gelehrten Plinius, den Inseln den Namen Canaria zu geben. Aber erst mit der Eroberung durch die Spanier rückten die Inseln im 15. Jahrhundert immer mehr in das Blickfeld Europas. Im Verlauf dieser Zeit wurden die Guanchen systematisch ausgerottet. Wie auch in vielen anderen Kolonien erlangte im Laufe des 16. Jahrhunderts die Anpflanzung von Zuckerrohr auf Teneriffa, Gran Canaria und La Palma grosse Bedeutung. Während die Zuckerindustrie in eine Krise geriet, erlangte im 17. Jh. schließlich der Anbau von Wein einen starken Aufschwung. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde der Handel mit dem roten Cochenille-Farbstoff der gleichnamigen Läuse des Feigenkaktus zum wichtigsten Gut. Als jedoch in Europa dieser Farbstoff af sythetischem Weg hergestellt werden konnte, war auch dieser Wirtschaftszweig zum Untergang geweiht. Nach den Notzeiten während des spanischen Bürgerkrieges und des 2. Weltkrieges begann in den fünfziger und sechziger Jahren des 20. Jh. der Tourismus-Boom und in den 70er Jahren der Massentourismus - zuerst auf Gran Canaria und Teneriffa, dann auf Fuerteventura und Lazarote und zu letzt auch auf La Palma. Parallel wuchs die Bevökerung und Siedlungen breiteten sich aus.

Das Bruttosozialprodukt der Kanarischen Inseln ist zu 78 Prozent vom Dienstleistungssektor abhängig. Hier macht sich natürlich in erster Linie der Tourismus bemerkbar, schließlich werden die Kanaren jährlich von knapp 10 Millionen Touristen besucht. Aber auch der Handel ist nicht völlig unbedeutend. Größter Exporthandelspartner ist dabei die Europäische Union, in letzter Zeit stiegen aber auch die Exporte nach Westafrika und Asien. Der Beitrag der Landwirtschaft von 2 Prozent zum Bruttosozialprodukt wird vom Bananenanbau dominiert, denn die Kanaren besitzen die größten Anbauplantagen Europas. Dennoch sind die Ausfuhren rückläufig und beziehen sich fast ausschließlich auf Spanien. Weitere landwirtschaftliche Erzeugnisse sind Tomaten, Gurken, Blumen und Pflanzen, Kartoffeln und Wein. Die Industrie auf den Kanarischen Inseln konzentriert sich hauptsächlich auf die Energie- und Wasserwirtschaft, aber auch auf Lebensmittel-, Tabak- und andere Leichtindustrien, die zusammen etwa 11 Prozent des kanarischen Bruttosozialproduktes ausmachen.

Den größten Teil der heutigen Bevölkerung bilden Spanier. Bis ins 15. Jahrhundert waren die Kanarischen Inseln von den Guanchen bewohnt. Ihre Kultur wurde im Zuge der spanischen Eroberung zwar nahezu vernichtet, jedoch vermischten sich viele dieser Ureinwohner mit den neuen Siedlern. Deshalb hat noch heute eine nicht gerade geringe Anzahl der Einheimischen guanchische Vorfahren. Der Ausländeranteil auf den Kanaren liegt bei ca. 12%, wobei zehn Gemeinden bereits bei über 30% liegen. Etwa 90% der Bevölkerung sind Römisch-katholisch. Man findet überall auf den Kanaren - ausser vielleicht in den Grossstädten - immer Zeit für einen Plausch. Wichtig ist auch die ausgiebige Siesta zwischen 13.00 und 16.00 Uhr. Der Tag wird weniger von der Uhr als vom Tagesrhythmus beherrscht.

Die Vegetation auf den Kanaren ist anders als auf dem europäischen Festland. Die Gründe dafür liegen in vulkanischer Aktivität und der speziellen geographischen Lage der Inseln, die das Archipel von klimatischen Veränderungen abgeschirmt haben. Die Kanarischen Inseln zeichnet sich durch eine hohe Pflanzenartenvielfalt aus. Nach aktuellen Schätzungen gibt es auf den Kanaren rund 2.000 Pflanzenarten, von denen 514 kanarische Endemiten sind, wovon wiederum 57 Prozent ausschließlich auf einer der Inseln vorkommen. Auf dem Archipel ist die Pflanzenwelt stark von der Höhenlage, der Regenmenge und der Bodenbeschaffenheit abhängig. Sie ist daher von Insel zu Insel äußerst unterschiedlich jedoch ist die Vegetation auf den westlichen Inseln wesentlich vielfältiger und grüner, als auf den trockeneren östlichen Badeinseln. Die Tierwelt auf den Kanaren ist weit weniger artenreich und spektakulär und wird hauptsächlich von Reptilien und Vögeln bestimmt. Bei den Reptilien trifft man am häufigsten auf die Kleine Kanareneidechse. Eine Besonderheit auf El Hierro ist die unter Naturschutz stehende Population der größten Echsenart des Archipels mit einer Länge von bis zu 75 cm. Des Weiteren lebt auf der Inselgruppe der Kanaren-Skink und der Kanaren-Gecko. Schlangen hingegen existieren auf den Inseln nicht. Das größte Reptil der Kanaren ist die in Küstennähe lebende Meeresschildkröte. Die größte Vielfalt präsentieren jedoch die Vögel, von denen es viele endemische Arten gibt. Dazu zählen der Kanarische Buntspecht und die Kanarische Waldohreule, sowie endemische Arten des Rotkehlchens und des Blaufinken. Als Symbol der Kanarischen Vogelwelt gilt der Kanarienvogel. Der vom Aussterben bedrohte Fischadler ist manchmal an steilen Küsten auszumachen. Außerdem werden die Inseln von vielen Zugvögeln aufgesucht. Auch die Meeresfauna ist extrem artenreich. Erwähnenswert sind unter anderem einige Rochenarten, Engelshaie, Schwertfische, große Thunfische, Brassen, Papageifische, Zacken- und Ziegenbarsche, Flügelbutts und Pollacks. Zudem konnten bisher 28 Wal- und Delfinarten im Archipel nachgewiesen werden.

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